Olympia: Noch drei Tage
"Die Pferde sind richtig unter Saft"
VON WOLF-DIETRICH NAHR
Die deutschen Olympiareiter und -pferde haben sich nach Einschätzung von Bundestrainer Hans Melzer optimal an die äußeren Bedingungen in Hongkong gewöhnt. Bei keinem der zwei- und vierbeinigen Aktiven gibt es drei Tage vor Beginn des Championates auch nur die Spur eines Problems. Melzer im buschreiter-Interview: "Die Pferde sind jetzt richtig unter Saft."
Nach einer mehrtägigen Anpassungsphase in Hongkong werden die Pferde nun seit drei Tagen "normal" trainiert: Alle Paare haben bereits die übliche Dressur- und Springarbeit absolviert; auch Galopptraining und Geländesprünge standen auf dem Programm. "Alle machen toitoitoi einen sehr guten Eindruck", sagte Melzer. Auch nach dem Galoppieren messen die Veterinäre ausgezeichnete Puls- und Temperaturwerte.
Etwas "friedlich"
Unmittelbar nach der Ankunft gab es erst einmal ein ganz ruhiges Programm für FRH Butts Abraxxas, Marius Voigt-Logistik, Mr. Medicott, The Ghost of Hamish und Euroridings Butts Leon. "Die Pferde wurden geführt, spazierengeritten, locker gearbeitet, etwas getrabt", beschrieb der Bundestrainer den Tagesablauf. Das entsprach auch der Befindlichkeit der Vierbeiner, die alle ein "bisschen friedlich" gewesen seien.
Bei Temperaturen von bis zu 37 Grad und strahlend blauem Himmel war das auch kein Wunder. Am Dienstag nun gab es erstmals Regen. Momentan sind in Hongkong Regen und Sturm vorhergesagt. Für die Dressurtage prognostizieren die Wetterfrösche etwa 26 bis 28 Grad. Auch für die Geländeprüfung gibt es durchaus vielversprechende Vorhersagen. "Jedenfalls keine 38 oder 40 Grad", so Hans Melzer im exklusiven buschreiter-Interview am Dienstag um 20 Uhr Ortszeit.
"Wir sind fit"
Drei der fünf Olympiareiter kennen Hongkong ja vom Test-Event 2007. "Im Team gibt es die Tendenz: Wir sind fit und so schlimm es es nicht", berichtete der Coach. Lediglich Ingrid Klimke und Peter Thomsen werden erstmals mit dem launischen Hongkong-Wetter konfrontiert.
Den Pferden sei jedenfalls äußerlich nichts anzumerken. "Alle fressen und saufen ganz normal, sie haben alle wieder das Gewicht von Warendorf." Nach dem Galopptraining messen die Tierärzte einen Gewichtsverlust von sechs bis sieben Kilogramm, der vor allem durch das Schwitzen bedingt ist. "Abends haben die das wieder drauf", sagte Melzer.
Sehr guter Spannungsbogen
Die Stimmung im Team ist laut Bundestrainer hervorragend. Doch nach einer Woche Quarantäne in Warendorf und über einer Woche Vorbereitung am Olympiaort scharren auch die Aktiven leicht mit den Hufen: "Sie möchten in den Wettkampf, aber der Spannungsbogen ist sehr gut", deutet der Trainer die Gemütslage von Ingrid Klimke, Hinrich Romeike, Andreas Dibowski, Frank Ostholt und Peter Thomsen.
Am Donnerstag nun bekommen die Jockeys und die Betreuer erstmals offiziell die Geländestrecke zu sehen. Sie ist etwa 45 Autominuten vom Reitzentrum entfernt. Nach den Dressurtagen werden die Vielseitigkeitspferde direkt am Cross einen neuen Stall beziehen.
Hier nochmals der zeitliche Fahrplan:
Der Olympische Wettbewerb in Hongkong beginnt am Freitag, 8. August, mit der ersten Verfassungsprüfung, die um 16 Uhr Ortszeit stattfindet. Der Zeitunterschied beträgt sechs Stunden, das heißt, Hongkong ist gegenüber der deutschen Sommerzeit um sechs Stunden voraus. Demnach befinden sich die Eventer an jenem Freitag ab 10 Uhr auf dem Laufsteg.
Der Samstag, 9. August, ist der Dressur vorbehalten. Teil 1 beginnt bereits um 6.30 Uhr Ortszeit, Teil 2 um 19.15 Uhr, so dass mit ersten Ergebnissen hierzulande ab 0.30 Uhr und dann ab 13.15 Uhr zu rechnen ist. Zweiter Dressurtag ist der Sonntag, 10. August, wieder ab 6.30 Uhr (0.30 Uhr).
Ernst wird es dann in der Nacht von Sonntag auf Montag, 11. August: Das olympische Cross beginnt um 2 Uhr früh (8 Uhr Ortszeit. Die beiden Abschlussspringen zur Ermittlung der Mannschafts- und Einzel-Medaillengewinner sind im Zeitraum von 19.15 Uhr bis 0.15 Uhr am Dienstag, 12. August, geplant (ab 13.15 Uhr deutscher Zeit).
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