Buschreiter.de — aktuell: Olympia-Rangliste

Neun unter den Top 100

VON WOLF-DIETRICH NAHR

Mit der Olympia-Qualifikation der deutschen Mannschaft bei der EM im irischen Punchestown hat es zwar nicht geklappt, aber dies kann nicht über die Olympia-Tauglichkeit heimischer Vielseitigkeitsreiter hinwegtäuschen. Unter den Top 100 der FEI-Rangliste für die Qualifikation der Olympischen Spiele 2004 in Athen finden sich nicht weniger als neun deutsche Eventer. Eine "Nach-Nominierung" der Deutschen über Einzelreiter steht ja nach wie vor im Raum.

Die Analyse der Rangliste, am Freitag vergangener Woche (14. November) veröffentlicht, dokumentiert, dass sich die Top-Buschreiter des Landes im Weltvergleich keinesfalls verstecken müssen. Erwartungsgemäß mit dem besten Resultat kann die in England lebende Amazone Bettina Hoy (Archivfoto Julia Rau) aufwarten: Einen Platz vor Ehemann Andrew rangiert die langjährige Championatsreiterin auf Platz 14. Bei langen Drei- und Vier-Sterne-Prüfungen und Drei-Sterne-Kurzprüfungen hat sie es seit dem 1. Januar 2003 auf 256 Punkte gebracht (bis 1. Mai 2004 werden die fünf besten Ergebnisse gezählt). Die Plätze 23 und 24 haben sich bisher Andreas Dibowski (224) und Frank Ostholt (218) gesichert. Die dreifache Deutsche Meisterin Ingrid Klimke rangiert am Ende der ersten Saison nach der Babypause auf Platz 38 (173 Punkte), knapp dahinter auf Platz 40 Peter Thomsen (171). Dann kommt erst einmal eine ganze Weile nichts, bis sich Deutschlands bester EM-Reiter Hinrich Romeike (147) und Prespektivgruppen-Eventer Dirk Schrade (146) an 58. und 60. Stelle einreihen, übrigens knapp vor Weltmeister Jean Teulere (62.). Platz 81 nimmt Kai Rüder ein, der bisher 115 Punkte sammeln konnte. Die Neun unter den Top 100 macht schließlich Adam Liedermann voll, der auf dem 96. Platz (98 Punkte) rangiert. Quasi an der Liste der oberen Einhundert schnuppert Simone Deitermann, die bei bisher nur drei gewerteten Events 95 Punkte und damit Platz 101 erreicht hat. Bester Österreicher ist Harald Siegl (111.). Betrachtet man die Leistungen der weltbesten Eventer im Licht dieses Rankings, so können die Deutschen selbstbewusst ins Olympia-Jahr gehen. Spitzenreiterin ist die englische Eventerin Pippa Funnell, die den 1. Platz ihren drei Vier-Sterne-Siegen in Lexington, Badminton und Burghley verdankt. Dies verschafft ihr einen über 100 Punkte umfassenden Vorsprung vor der Nummer 2 Leslie Law, den ganze drei Punkte von der US-Amerikanerin Karen O´Connor trennen. Was ist noch bemerkenswert aus deutscher Sicht? Der für Kroatien startende Österreicher Pepo Puch reiht sich mit Platz 16 in den Kreis der weltbesten Eventer auf Drei- und Vier-Sterne-Niveau ein: Für den "Exoten" eröffnet sich vielleicht die Chance auf einen traumhaften Olympia-Start in Athen. Wer letztlich das Ticket nach Griechenland löst, geht zumindest aus dem Begleittext der Rangliste nicht hervor. Nicht ganz nachvollziehbar ist der Modus der Olympia-Qualifikation: Bekanntlich wird die olympische Vielseitigkeit 2004 als Kurzprüfung ausgetragen. Dennoch gewichtet die FEI die Erfolge bei langen Events sehr stark. Bei Punktgleichheit bekommt der Reiter mit den besseren CCI-Erfolgen den Vorzug.

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