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Bundesnachwuchschampionat 2009
Richter vergeben im Gelände eine glatte 10,0
Die Teams aus Hannover und Westfalen sind Sieger im Bundesnachwuchschampionat der Vielseitigkeitsreiter, einer kombinierten Prüfung aus Dressur, Springen, Vielseitigkeit, Theorie, Vormustern und Laufen.
Die westfälischen Ponyreiter, die bereits am Samstag nach vier von sechs Teilprüfungen in Front gelegen hatten, behaupteten ihre Spitzenposition im Springen und in der Dressur und verteidigten erfolgreich ihren Titel. In der Abteilung Junioren/Pferde musste hingegen das zunächst führende westfälische Team der Konkurrenz aus Hannover den Vortritt lassen und wurde Zweiter. Mit Josephine Wilms (15, Bergkamen) und Corvette D konnten die Westfalen in dieser Abteilung allerdings die Siegerin in der Einzelwertung stellen. Bei den Ponys wiederholte Merle Theres Neeth (14, Lehmkuhlen) mit Carino ihren Vorjahressieg.
Richter honorieren Leistung im Cross
In der Abteilung Junioren/Pferde wurde es noch einmal spannend. Von Beginn an waren die Richter bereit, beim Geländeritt - der letzten der sechs Teilprüfungen dieser Abteilung - hohe Noten zu vergeben. Bereits die zweite Starterin vom Landesverband Hannover, Marlene Müller-Stephan (Wedemark), wurde für ihre Vorstellung von Harris Hawk mit einer 9,0 bedacht. Ihre Teamkolleginnen Stephanie Böhe (Stade) mit Greena und Charlotte Frenzel (Hamburg) mit Thalaso erzielten die Noten 8,2 beziehungsweise 9,4.
Faktor fünf
Bei der Hannoveraner Schlussreiterin Carolin Thenhausen (Westergellersen) mit Don Diego zogen die Richter sogar die 9,8. "Tempo, Wegwahl, Sitz, eine ruhige, tiefe Hand", bescheinigte Bundestrainer und Kommentator Hans Melzer (Putensen) der Nachwuchsreiterin. Die hohen Noten zeigten große Wirkung, denn sie fließen fünffach in das Gesamtergebnis ein. Die Hannoveraner zogen mit einem Endstand von 401,0 Punkten an den bis dahin führenden Westfalen vorbei, die mit 383,6 Punkten Zweite wurden. Dritter wurde das Team aus dem Rheinland (369,0).
Traumnote für Dorothea Feld
Wer allerdings gedacht hatte, dass die 9,8 im Gelände nicht mehr zu toppen sei, wurde eines Besseren belehrt. Bei der allerletzten Starterin, Dorothea Feld (Dätgen), vergaben die Richter die mögliche Höchstnote: eine glatte 10,0. "Hier passte alles", so Hans Melzer. Die 17-Jährige, die mit ihrem achtjährigen, selbst ausgebildeten Trakehnerwallach Justin in diesem Jahr bereits das schleswig-holsteinische Nachwuchschampionat gewinnen konnte, landete dank der Traumnote am Ende auf Platz vier der kombinierten Einzelwertung.
Erfolg mit Corvette D
Der Sieg jedoch war Josephine Wilms nicht zu nehmen. Sie hatte mit einer 8,8 nicht nur das Springen für sich entscheiden können, sondern wusste auch die Richter im Gelände zu überzeugen (9,7). Insgesamt erzielte sie ein Ergebnis von 140,3 Punkten. Partnerin ihres Erfolges war die siebenjährigen Westfalenstute Corvette D aus dem Stall Dahlkamp in Selm-Bork, vor zwei Jahren Fünfte beim Bundeschampionat des deutschen Vielseitigkeitspferdes in Warendorf.
Ebenfalls ein erfolgreicher Bundeschampionatsabsolvent ist der siebenjährige Don Diego. Mit ihm konnte Carolin Thenhausen, die gerade erst von einem mehrwöchigen Trainingsaufenthalt in England zurückgekehrt ist, die Dressur gewinnen und wurde insgesamt Zweite (Endstand 139,2). Dritte in der Einzelwertung wurde ihre Teamkollegin Charlotte Frenzel mit Thalaso (133,1).
Pony: Westfalen gaben den Ton an
Bei den Ponyreitern gaben von Beginn an die Titelverteidiger aus Westfalen den Ton an und wiederholten ihren Vorjahressieg mit einem Endergebnis von 379,3 Punkten. Zweite wurde die Mannschaft aus Bayern (361,5), Dritter wurde das Team aus Hannover (360,6).
Für das westfälische Team gingen Caroline Schmeink (Bocholt) mit Brysant, Dustin Albrecht (Lünen) mit Aleppo D, Melina Berger (Ostbevern) mit Top of Class sowie Leslie Minklei (Beckum) mit Take your Time Fatima an den Start. Letztere sammelte mit ihrer erst sechsjährigen Stute die meisten Punkte für ihr Team. Mit Ausnahme der Geländeprüfung gabe es in keiner Teilprüfung eine Note unter 8,0 und das bedeutete am Ende Platz drei in der Einzelwertung (130,3).
Zur Form zurückgekehrt
Besser war nur die Vorjahres-Dritte Julia Füntmann (Recklinghausen) mit Noblesse Stella, die als Einzelreiterin für Westfalen an den Start ging. Sie hatte nach einem Sturz beim Preis der Besten im Mai pünktlich zum Bundesnachwuchschampionat zu ihrer Form zurückgefunden und wurde mit einem Endergebnis von 131,8 Punkten Zweite. Der Sieg ging wie schon im Vorjahr an Merle Theres Neeth mit Carino. Nach Theorie, Laufen, Vormustern und Geländeritt noch auf Platz sieben, arbeitete sich die 14-Jährige dank sicheren Springens und eines Sieges in der Dressur auf Platz eins vor (133,9).
Fitness gefragt
Neeth gehörte auch zu den drei Mädchen, die als Einzige in dem in diesem Jahr neu eingeführten Sporttest, einem 2.000-Meter-Lauf die volle Punktzahl erzielten. Insgesamt gelang dies neun Ponyreitern und zwei Junioren. "Es war das erste Mal, dass auch die Fitness der Reiter überprüft wurde. Das Thema wurde von den Landestrainern sehr ernst genommen und die Jugendlichen waren größtenteils sehr gut vorbereitet. Über bestimmte Details muss aber noch diskutiert werden. Dies werden wir auf der Basis der jetzt gewonnenen Erfahrungen im Herbst in den verschiedenen Gremien tun", sagte Inken Johannsen (Friederikenhof), Mitglied der Bundesjugendleitung der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN).
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