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MONDIAL DU LION 2016 -Zucht

Diese Veranstaltung ist aus züchterischer Sicht schon immer von großer Bedeutung gewesen.

Sieht man nicht nur die sportlichen Leistungen der Pferde vor Ort, sondern kann auch über Jahre ihren Werdegang bis hin zu Championaten verfolgen. Jeder Züchter aber auch die Reiter können sich ein Bild machen, wo die Schwerpunkte zu setzten sind.

Braucht man tatsächlich den reaktionsschnelleren Blüter, der darüber hinaus nach großen Kraftanstrengungen schneller regeneriert und nimmt dadurch evtl. andere Defizite in Kauf oder legt man mehr Wert auf Spring- und Dressurgene und verzichtet auf die Vorteile des Blüters?

Im Folgenden möchten wir einmal das Pferd Barbados von Andreas Dibowski vorstellen, der sich für Lion qualifiziert hat.

Andreas Dibowski- Barbados Bild: Kerstin Hoffmann
Andreas Dibowski- Barbados / Bild: Kerstin Hoffmann

Barbados ist ein im Jahre 2009 in Polen geborener Wallach, der als „Polnisches Warmblut“ geführt wird.

Schauen wir doch einmal auf sein Pedigree.

Vater ist der in Deutschland gekörte Hengst Moravia, ein „Westfälisches Reitpferd“. Vater dieses Vererbers ist der Angloaraber Monsieur AA, ein Sohn des Muscat AA und der Mimi Combesure AA in der wir auch das bekannte Blut des Arlequin AA finden.

Die Mutterseite des Moravia dann rein westfälisch über den Frühlingsrausch Sohn Fortissimo und den Duellant Sohn Doktor.

Nach dem Zuchteinsatz in Sachsen – Thüringen und Bayern wechselte Moravia in das benachbarte Polen.

Dort benutzte ihn auch Roman Drabinski aus Bolkow mit seiner Vollblutstute Babilonia xx. Sie ist eine Tochter des Alleged xx Sohnes Jape xx und hat den Vollblüter Reform xx zum Muttervater.

Erster erfolgreicher Sohn aus dieser Anpaarung ist Banderas, der unter Pawel Spisak bis zu den diesjährigen Olympischen Spielen in Rio ging.

Es folgte der hier zur Rede stehende Barbados mit schon vielen internationalen Erfolgen, die ihn zu dieser Weltmeisterschaften qualifizierten.

Dabei soll nicht unerwähnt bleiben, dass es einen weiteren erfolgreichen Vollbruder mit Namen Belfast gibt, mit dem Andreas Dibowski am letzten Wochenende in Strzegom das CCI* gewinnen konnte.

Vielseitigkeitspferdezucht ist kein Zufall, wie man an diesem Beispiel sieht. Der polnische Züchter Drabinski hat in diesem Fall eine sehr gute Wahl getroffen, wie die Beispiele belegen.

Mit der entsprechenden Vollblutstute hätte auch ein deutscher Züchter mit Moravia diese Nachkommen liefern können, ist Moravia schließlich ein in Deutschland gekörter und anerkannter Hengst.

Leider wird den deutschen Züchtern durch die Führungsspitze im Vielseitigkeitssport immer noch signalisiert, ein wenig Vollblut in den hinteren Generationen reiche für den Vielseitigkeitssport aus.

Das dieses nicht so ist, zeigt u.a. auch die aktuelle Platzierungsliste der Viersterneprüfung in Pau.

Sieger Qalao des Mers unter dem Franzosen Maxime Livio, der auch schon Zweiter in der Viersterneprüfung Luhmühlen war, hat einen Vollblutanteil von 64%. Der Zweitplatzierte aus Pau, fischerTakinou unter Michael Jung führt 82% Vollblut. Die Drittplatzierte fischerRocana hat wieder einen Vollblutanteil von 64%.

Nichts anderes wird der aufmerksame Betrachter bei der Durchsicht der Ergebnislisten weiterer großer Vielseitigkeitsprüfungen feststellen.

Denke man nur an den Dreiviertelblüter La Biosthetique Sam FBW (76,2%) oder auch an die anderen deutschen Olympiapferde Opgun Louvo (79,5%), Horseware Hale-Bob OLD (72%) und Samourai du Thot (64%).