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Hans Melzer und Christopher Bartle wissen, welche Wege für künftige Championatserfolge beschritten werden müssen (Archivfoto Julia Rau).

Saisonbilanz und Ausblick des Bundestrainers

Wer ist auf dem Sprung ins Championatsteam?

Das motiviert am Ende einer Saison ganz besonders: Bundestrainer Hans Melzer hat vier junge Eventer beim Namen genannt, bei denen er sich offenbar nach Olympia 2008 einen Championatseinsatz vorstellen kann: Janet Wiesner, Marie-Louisa Meyer, Julia Mestern und Kai-Steffen Meyer sind für ihn beispielgebende Reiter aus dem Nachwuchsbereich mit der Perspektive für einen künftigen Einsatz bei Europameisterschaften oder Weltreiterspielen – konstante Leistungen auf Top-Niveau vorausgesetzt.

Herr Melzer, die Saison 2007 ist mehr oder weniger beendet. Welche Bilanz ziehen Sie zum Jahresende?

Hans Melzer: Sportlich gesehen war das zurückliegende Jahr zwar nicht ganz so herausragend wie 2006 mit dem Gewinn des Weltmeistertitels, aber dennoch höchst erfolgreich. Gerade im Frühjahr sind unsere Reiter beispielsweise in Badminton, Luhmühlen und Aachen mit Topleistungen aufgefallen und auch jetzt im Herbst bei den wichtigen Qualifikationsturnieren in Kreuth und Boekelo konnten wir vorne mitmischen. Lediglich bei den Europameisterschaften in Italien ist es für uns nicht ganz nach Plan gelaufen, aber mit einer Bronzemedaille und insgesamt vier Paaren unter den ersten 15 brauchen wir uns auch da nicht zu verstecken. Zu den unerfreulichen Ereignissen dieser Saison zählen dagegen die tödlichen Unfälle von Anke Wolf und Tina Richter-Vietor, die uns alle sehr betroffen gemacht haben. Es bleibt eines unserer Hauptanliegen, für eine immer größere Sicherheit in unserem Sport zu sorgen. Wir dürfen hier nichts unversucht lassen und müssen weiter an der Ausrüstung von Reiter und Pferd, am Reglement, am Aufbau und nicht zuletzt an der Ausbildung feilen, um das Risiko so weit wie möglich zu minimieren.

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Seit etwa drei, vier Jahren besteht die deutsche Championatsmannschaft weitgehend aus denselben Kombinationen – Reiter wie Pferde. Wie ist Deutschland für Olympia aufgestellt?

H. Melzer: Da sieht es sehr gut aus. Erfreulicherweise haben viele unserer Topreiter neben ihren bewährten Cracks gute Nachwuchspferde im Stall und sind damit für die Zukunft gut aufgestellt. Darüber hinaus sind eine ganze Reihe junger Paare aufgefallen, die sich bei entsprechender Weiterentwicklung Hoffnungen auf einen späteren Championatseinsatz – beispielsweise in Fontainebleau/Frankreich (EM 2009) oder Kentucky/USA (WM 2010) – machen können. Ich denke da an Reiter wie Janet Wiesner, Marie-Louisa Meyer, Julia Mestern oder auch Kai-Steffen Meyer, die in diesem Jahr erfolgreich ihre ersten Drei-Sterne-Prüfungen bestritten haben. Wie das Beispiel Beeke Kaack und Sinjang ja gezeigt hat, haben auch junge Paare bei entsprechenden Erfolgen gute Chancen, ins Team zu kommen. Voraussetzung ist aber immer, dass sie über zwei Saisons gute, abrufbare Leistungen vorzuweisen haben – und das möglichst auch auf Top-, also Vier-Sterne-Niveau.

Wie sieht die Vorbereitung fürs kommende Jahr aus? Was gibt es Besonderes im Hinblick auf dem ‚exotischen’ Austragungsort Hongkong? Wie wirkt sich dieser auf die Auswahl der deutschen Paare aus? Was gibt es ansonsten für Saisonhighlights?

H. Melzer: Wir werden auf jeden Fall an dem bewährten Vorgehen festhalten und bereits bei der nächsten Sitzung des Vielseitigkeitsausschusses im Herbst einen Olympiakader mit rund einem Dutzend Pferden benennen. Dabei ist es sicherlich ein Vorteil für uns, dass wir bereits in Hongkong waren und die Bedingungen dort kennen. Das wird sich auch auf die Auswahl der Pferde auswirken. Gefragt sind hier Pferde mit einem höheren Vollblutanteil, denn die Kondition wird eine nicht unerhebliche Rolle spielen.

Aber auch mit den Paaren, die nicht zu den Olympischen Spielen reisen, werden wir – wie bisher üblich – eine individuelle Saisonplanung vornehmen. Wir haben mittlerweile ein sehr attraktives Prüfungsangebot in Deutschland, das durch Serien wie die Jeep Big Four Trophy (FN) oder den Derby-Dynamic-Cup noch einmal aufgewertet wurde. Im kommenden Jahr findet das Finale der Jeep Big Four Trophy (FN) in Luhmühlen statt. Dann wird es dort auch anstelle des üblichen CIC** erstmals eine Drei-Sterne-Prüfung als Bestandteil des Derby-Dynamic-Cups geben. Dieser Cup als Einstiegsserie für Nachwuchspferde und -reiter in den großen Sport hat sich sehr bewährt und inzwischen einen festen Stellenwert in der Saisonplanung. Auch was Ein- und Zwei-Sterne-Prüfungen betrifft, sind wir zur Zeit gut aufgestellt. Weitere Saisonhöhepunkte im kommenden Jahr sind natürlich auch die Topveranstaltungen im Jugendbereich, wie der ‚Preis der Besten’, die Deutschen Jugendmeisterschaften und nicht zu vergessen die Europameisterschaften der Jungen Reiter in Kreuth, zu der wir zwölf deutsche Paare entsenden dürfen. Guter Reiter- und Pferdenachwuchs ist für uns nach wie vor die Grundlage, unsere derzeitige Spitzenposition im internationalen Vielseitigkeitssport auch weiterhin zu erhalten.

Das Interview führte Uta Helkenberg/FN-aktuell

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