Kai-Steffen Meiers Beinbruch
Der junge Profi sitzt bereits wieder im Sattel
VON WOLF-DIETRICH NAHR
Seit dem heutigen Mittwoch (5. August) sitzt er wieder im Sattel und reitet noch etwas zaghaft Dressur. Kai-Steffen Meier hat sich beim Training mit einem jungen Pferd ein Bein gebrochen. Er ist optimistisch, bei der EM-Sichtung in Schenefeld wieder voll angreifen zu können.
Es passierte auf der heimischen Anlage in Waldbröl beim Geländetraining: Ein junges Pferd schlitzte an einem Hindernis im Cross vorbei, stolperte und fiel unglücklich auf Kai-Steffen Meiers rechtes Bein. Dass sich der junge Profi dabei einen veritablen Bruch des Sprunggelenkes zugezogen hatte, war zunächst nicht so ganz klar. In einem örtlichen Krankenhaus diagnostizierten die Ärzte lediglich einen Haarriss im Knochen und versuchten dennoch einen mehrwöchigen Gips zu verordnen.
Fraktur mit CT nachgewiesen
Kai-Steffen Meier nahm Kontakt mit Dr. Manfred Giensch auf, Leib-Arzt der deutschen Spitzen-Vielseitigkeitsreiter und einer der Väter des olympischen Erfolgs von Hongkong. Bei der Nachuntersuchung in Hamburg brachte es ein Computer-Tomogramm an den Tag: Bei dem Sturz war es zu einer Sprunggelenksfraktur gekommen.
Grünes Licht der Ärzte
Gleich tags darauf kam Kai-Steffen Meier auf den Operationstisch und der Bruch wurde mit einer Titanschraube fixiert. Einen Tag später konnte der Eventer schon wieder die Heimreise antreten. Anfang der Woche gaben die Mediziner nun grünes Licht, dass der Patient wieder aufs Pferd steigen darf. "Im ersten Moment hat man schon das mentale Problem, das Bein wieder zu belasten, aber nach einer kurzen Gewöhnungsphase ging es schon ganz gut", berichtete Kai-Steffen Meier im buschreiter-Interview.
Spezialschiene fürs Springen
Allerdings haben die Ärzte erst einmal nur Dressur erlaubt; der schnelle Bewegungsablauf beim Springen bringt doch zusätzliche Belastung mit sich. Kai-Steffen Meier soll für das Bein nun eine speziell angefertigte Schiene erhalten, mit der er auch das Training über Hindernisse aufnehmen kann.
Eingespieltes Team
Während der kurzen Zwangspause hat Meiers Lebensgefährtin, die Dressurreiterin Miriam Becher, Karascada M unter anderem bei Prüfungen auf dem Viereck bei Laune gehalten. Eine Pflegerin besorgte die Galopparbeit und Springgymnastik. "Ohne ein eingespieltes Team im Hintergrund wäre das alles nicht möglich gewesen", berichtet Kai-Steffen Meier. Er musste Hünxe und Bad Harzburg vom Turnierkalender streichen. Das kann er wegen der informellen Sommerpause in der Szene aber leicht verschmerzen. "Den jungen Pferden fehlen jetzt zwar ein paar wenige Prüfungen, aber das ist alles kein Problem."
Erste Reserve
Der Berufsreiter ist sich ziemlich sicher, dass er bei der Deutschen Meisterschaft einschließlich EM-Sichtung Ende August in Schenefeld wieder voll einsatzfähig sein wird. Und das Championat in Fontainebleau am letzten Septemberwochenende ist ja nicht unerreichbar: Kai-Steffen Meier und Karascada M sind gemeinsam mit Peter Thomsen/The Ghost of Hamish und Anna Warnecke/Twinkle Bee erste Wahl bei den EM-Reservisten.
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