Marbach 2009
Weltcup-Qualifikation auf der Schwäbischen Alb
VON WOLF-DIETRICH NAHR
Die internationale Vielseitigkeit im baden-württembergischen Marbach vom 8. bis 10. Mai 2009 wird nach buschreiter-Informationen ein bedeutendes Upgrade erfahren: Der CIC*** wird in diesem Jahr aller Voraussicht nach erstmals Weltcup-Qualifikation sein.
"Die Verträge sind zwar noch nicht unterschrieben, aber es ist schon ziemlich sicher", sagte Klaus Limbächer, Vorsitzender der veranstaltenden Interessengemeinschaft Vielseitigkeit in Baden-Württemberg, im buschreiter-Interview. Durch das finanzielle Engagement der FEI und der HSBC-Bank als Co-Sponsor ist Marbach in der Lage, in der Weltcup-Quali ein Preisgeld von 41000 Schweizer Franken auszuloben. Bisher lag dieses bei 6500 Euro. "Das ist ein deutlich größerer Anreiz für Reiter aus dem In- und Ausland", sagte IGV-Chef Limbächer. Allerdings wird das Cross in der Drei-Sterne-Prüfung durch Course Designer Gerd Haiber noch um einiges technischer werden, wobei genügend alternative Wege angeboten werden. Haiber fungiert in Marbach auch als sportlicher Turnierleiter.
Ein Vertrag für mehrere Jahre?
Und es muss nicht bei der einmaligen Ausrichtung der Weltcup-Qualifikation bleiben: "Wir sprechen im Moment darüber, ob Marbach über 2009 hinaus solche Qualifikationen veranstaltet", verriet Klaus Limbächer im buschreiter-Interview.
Anders als in den Vorjahren wird es 2009 in Marbach keine Zwei-Sterne-Prüfung, sondern lediglich einen CIC* geben. Klaus Limbächer begründete dies damit, dass mehr IGV-Mitglieder die Gelegenheit erhalten wollten, in Marbach am Start zu sein. Außerdem verspricht sich der Veranstalter einen Einsparungseffekt. Der Event wird wieder mehr zum reinen Buschreiter-Ereignis: Der Fahrteil im Turnier-Rahmenprogramm entfällt; dafür wird es eine internationale Pony-Vielseitigkeitsprüfung geben.
Badminton zeitgleich
Marbach tritt diesmal in direkte "Kokurrenz" mit dem Klassiker Badminton, der seinen traditionellen Termin am ersten Mai-Wochenende verlassen hat und ebenfalls vom 8. bis zum 10. Mai stattfindet. "Ein großer Einschnitt ist das nicht, denn die Terminüberschneidung trifft ja keinesfalls das Gros der Reiter in Deutschland", so IGV-Chef Limbächer.
Wo sind neue Sponsoren?
Die Aufwertung und das finanzielle Engagement der Internationalen Reiterlichen Vereinigung widerfahren Marbach in einer nicht ungünstigen Situation: Die Weltcup-Quali könnte die Chancen erhöhen, weitere Sponsoren für das renommierte Turnier zu gewinnen. Denn die hat Marbach dringend nötig. Der IGV-Vorsitzende legte im buschreiter-Interview offen, dass das Turnier vier Jahre in Folge mit einem Minus abgeschlossen habe. "Irgendwann sind halt die Rücklagen aufgebraucht", so Limbächer. So sei im vergangenen Jahr trotz guter Rahmenbedingungen, akzeptabler Nennungszahlen und bei guter Zuschauerresonanz ein Fehlbetrag von 10 000 Euro aufgelaufen.
Arbeitskraft zugekauft
Deshalb bemühen sich die Marbacher intensiv um mehr Sponsoren. Außerdem werben sie um qualifizierte Helfer, die durch ihre Mitwirkung bei dem Buschturnier die Kosten senken, denn zuletzt musste Arbeitskraft zugekauft werden. In diesem Zusammenhang spielt auch die Turnier-Gastronomie eine Rolle, deren Qualität schon öfter nicht gerade zu Begeisterungsstürmen bei Reitern, Offiziellen und Zuschauern geführt hatte. Den Gastro-Part hatte der Veranstalter einige Jahre selbst übernommen – und so Arbeitskraft gebunden. "Die Bewirtschaftung in Eigenregie verursachte den Hauptanteil des Defizits", berichtete Klaus Limbächer.
Profis werden verköstigen
Das soll in diesem Jahr anders werden: Der Veranstalter hat ein Catering-Unternehmen gefunden, das längerfristig in Marbach für Speis und Trank sorgen wird.
Ihre Meinung zum Thema?/Kontakt
|