Vielseitigkeit nach Doppelgold in Hongkong
Stehlen die Buschreiter den anderen Disziplinen die Schau?
Doppel-Olympiasieger Hinrich Romeike registriert die Folgen des legendären Erfolgs in Hongkong: „Wir verspüren wirklich ein deutlich gestiegenes Interesse an unserer Sportart.“
Romeike sagte am Rande eines Pressegesprächs in Luhmühlen, dass nach den Reiterspielen von Hongkong tatsächlich ein deutlich gestiegenes Interesse am Vielseitigkeitssport zu verspüren sei. Er selbst habe sich den Donnerstagnachmittag in seiner Zahnarztpraxis als zusätzliche freie Zeit reserviert, um den Anfragen nachkommen zu können. Es komme immer noch täglich Post u.a. mit Autogrammwünschen – aber nicht nur für ihn, sondern auch an Marius. „Ich finde es toll, dass Marius auch viele Menschen, die vorher überhaupt nicht Reitsport interessiert waren, begeistert hat. Das drückt sich in Postkarten an „Super-Marius“ und Fresskörbe aus, die noch ständig eintreffen.“
Vielversprechenden Nachwuchs
Romeike bedauerte, dass er durch die Trainingsverletzung dieses Jahr in Luhmühlen nicht starten könne. „Die Verletzung ist aber so frühzeitig erkannt worden, dass gute Chancen bestehen, dass sie dauerhaft ausheilt. Außerdem freue ich mich, dass ich zurzeit mehrere sehr vielversprechende Nachwuchspferde im Stall habe und andererseits, dass mein Sohn sich gerade erst für die Deutschen Jugend-Meisterschaften in Krusemark qualifiziert hat.“
Packender Sport
Bundestrainer Hans Melzer, der die Planungen der deutschen Kaderreiter für den Start in Luhmühlen vorgestellt hatte, bestätigte das gestiegene Interesse an der Sportart mit einem Augenzwinkern: „Für einige scheint die Vielseitigkeit inzwischen interessanter zu sein als die anderen klassischen Reitsport-Disziplinen. Das liegt sicher auch an den Erfolgen, daran, dass die Leute merken, was für ein dynamischer und packender Sport das ist, und nicht zuletzt, weil Vielseitigkeitsreiter so fröhliche Leute sind – man sieht die ja fast nur lachen!“
Weltmeisterin kommt
Sehr zufrieden war Turnierchefin Julia Otto mit dem internationalen Nennungsergebnis, das bis jetzt bei der Turniergesellschaft vorliegt. Besonders groß ist erneut das erwartete Starterfeld aus Großbritannien – angeführt von der amtierenden Weltmeisterin Zara Phillips, die mit ihrem Top-Pferd Toy Town für das CCI**** und mit Secret Legacy für die Drei-Sterne Milford Trophy genannt hat. Mit dem aktuellen Badminton-Sieger Oliver Townend, Hongkong-Bronzemedaillengewinnerin Kristina Cook, Julie Tew, Ruth Edge und Legende Mary King, die sogar mit drei Pferden in der Vier-Sterne-Prüfung reiten will, stehen in der elfköpfigen britischen Delegation viele sehr bekannte Namen.
USA und Südafrika
Aus Australien wird zu Beispiel der zweifache Mannschafts-Olympiasieger Andrew Hoy an den Start gehen. Aus Italien haben unter anderem Lisa Dehge und Suzanna Bordone genannt. Aus Irland wird Sascha Pemble an den Start gehen, aus Frankreich Frederic Varin. Der US-Amerikaner William Coleman und Scott Fitzgerald aus Südafrika werden zu den weit gereisten Teilnehmern zählen.
Insgesamt stehen bislang 40 Starter für die Vier-Sterne- und 48 für die Drei-Sterne-Prüfung fest Der Nennungsschluss für die deutschen Teilnehmer kommt allerdings erst noch.
www.luhmuehlen.de
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