CCI**** Luhmühlen/Gelände
Andrew Hoy reitet mit Moonfleet allen davon
VON WOLF-DIETRICH NAHR
Das kleine 24-Paare-Feld bescherte den Zuschauern in Luhmühlen einen spannenden Geländetag, der das Dressurresultat ordentlich durcheinanderwirbelte und den Besten nach vorne brachte: Andrew Hoy pilotierte Moonfleet nach seinem Sturz mit Master Monarch im CIC*** mit der schnellsten Runde des Tages an die Spitze.
Eine Reihe von Verweigerungen und Stürzen ordnete die Weltklasse-Reiter im Vier-Sterne-Cross noch einmal neu. Dressursiegerin Lucinda Fredericks stellte Headly Britannia im Gelände nicht mehr vor. Sie begründete dies mit den ihrer Meinung nach zu harten Bodenverhältnissen. Um den Treppchenplatz in der Vier-Sterne-Prüfung kämpfen beim Springen am Sonntag der Franzose Didier Dhennin mit Ismene Du Temple (2.) und der englische Top-Eventer William Fox-Pitt im Sattel von Macchiato (3.). Nach dem Missgeschick mit Air Jordan bei der Drei-Sterne-Prüfung legte Frank Ostholt mit Little Paint in dem sehr fordernden Cross von Mark Phillips eine Lehrbuchrunde hin (4.). Kai-Steffen Meier ritt Karascada M in seiner ersten Vier-Sterne-Prüfung ohne Fehl und Tadel und nur mit 12.4 Zeitfehlern auf dem 8. Rang nach dem Gelände.
Klassezeit trotz Verweigerung
Eine Verweigerung kassierte Dirk Schrade mit Admiral von Schneider und ritt dennoch mit einer Klassezeit ins Ziel. Die Dressurzweite Simone Deitermann hatte mit Flambeau H auch einen Steher, war aber mit dem Ausrutscher schnell versöhnt. "Dass ich in meiner ersten Vier-Sterne so durchgekommen bin, ist klasse. Ich bin superhappy." Der Vorbeilaufer am B-Element des Hinderniskomplexes 10 war aus ihrer Sicht "sehr schade". "Ich hätte den sicheren Weg gehen sollen, aber ich hatte etwas Zeitprobleme. Es war die falsche Entscheidung."
Zwei Wochen pausiert
Andrew Hoy konzentrierte sich nach seinem Sturz in Badminton auf das Qualifikationsergebnis, das er für einen Olympiastart mit Moonfleet benötigt. Doch der Unfall warf ihn in der Vorbereitung etwas zurück: Zwei Wochen lang musste er wegen einer Schulterverletzung pausieren. Zur Behandlung reiste Andrew Hoy zum deutschen Mannschaftsarzt Dr. Manfred Giensch nach Hamburg. In dieser Zeit hat Bettina Hoy Moonfleet in Dressur und Springen für ihren Mann vorbereitet. Andrew Hoy trainierte dann in Deutschland bei Dressur- und Springtrainern, während Bettina Hoy zum Kadertraining in Bonn-Rodderwerg weilte. "Ich muss mich bei den Deutschen bedanken", sagte Andrew Hoy mit Blick auf die produktiven Trainingseinheiten.
"Strong course"
Moonfleet sei ein sehr erfahrenes Vier-Sterne-Pferd. Mit seiner Vorstellung auf dem "strong course" sei er überaus glücklich, sagte Hoy.Der Test im Cross habe ihm viele gedankliche Nüsse zu knacken gegeben, so der Overnight Leader.
Frank Ostholt hatte einen Tag der emotionalen Wechselfälle: Nach dem Steher mit Air Jordan am Eon-Teich ging ihm im Kopf herum, dass sein Vier-Sterne-Pferd Little Paint 2007 just dort einen Vorbeilaufer gehabt hatte. "Aber er hat heuer sehr viel Vertrauen gezeigt." Es sei ihm gelungen, Little Paint bis zum Schluss frisch zu halten, um so seine Konzentration zu fördern. "Er ging phantastisch." Eine Schrecksekunde gab es für ihn am Holzstoß. Doch die folgende Ecke zog Little Paint genau auf der Linie an und beendete "sehr fokussiert und konzentriert" das Cross.
Zu wenig Balance
Course Designer Mark Phillips zeigte sich in seltener Offenheit "enttäuscht" über einige Reiterleistungen am Einsprung des Milford-Teiches, wo es zu mehreren Stürzen kam. Der Captain schrieb dies der mangelnden Fähigkeit der Jockeys zu, auf dem leicht abschüssigen Untergrund im Wasser ausreichend Balance mit den Pferden zu finden. Er hätte nicht gedacht, dass dies auf Drei-Sterne-Niveau zu Problemen führen würde. Über das Resultat in der Vier-Sterne-Prüfung war Phillips "sehr glücklich". Die Probleme der Paare im Cross "streuten", Klippen habe es nicht gegeben. Von den 24 Paaren waren nach dem Cross noch 16 in der Wertung. Unter den Top Ten sind zwei Paare, die jeweils eine Verweigerung aus dem Cross mitgebracht haben, darunter Dirk Schrade/Admiral von Schneider (7.)
"Comfortable" oder zu hart?
Angesichts der Entscheidung von Lucinda Fredericks, Headly Britannia nicht mehr im Gelände vorzustellen, hob Phillips die enormen Anstrengungen des Luhmühlener Teams hervor, die relativ harten Bodenverhältnisse zu verbessern. Turnierchefin Julia Otto bedauerte es, dass eine lange Trockenperiode diese Bedingungen erzeugt habe. Overnight Leader Andrew Hoy sagte, er habe sich mit dem Boden "comfortable" gefühlt. "Ich brauchte das Qualifikationsergebnis." Beim Galoppieren habe er im Ohr gehabt, dass der Boden relativ hart sei, aber er habe jeweils eine Spur mit akzeptablen Verhältnissen gefunden.
Die irische Eventerin Sarah Wardell hatte mit Kincluny einen Sturz und verletzte sich an der Schulter. Die Reiterin wurde im Krankenhaus behandelt.
"No pressure"
Die Übernacht-Führung bleibt in der Familie: Bettina Hoy liegt an der Spitze des CIC*** und Andrew dominiert den CCI****. Trockener Kommentar von Mark Phillips: "No pressure on the Hoys."
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