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Michael Jung trainiert das Siegen

VON WOLF-DIETRICH NAHR (TEXT UND FOTOS)

Auch in der Saison 2005 scheint der Baden-Württemberger Michael Jung ein Abonnement für die Rolle des Seriensiegers zu haben. Nach dem Zwei-Sterne-Erfolg in Sahrendorf siegte er mit der erst 9-jährigen Trakehner Stute Miss Meller ein weiteres Mal und hat nun beim "Heimturnier" in Marbach am folgenden Wochenende die Drei-Sterne-Herausforderung im Auge.

Jung und Miss Meller profitierten nach dem 2. Dressurplatz allerdings von dem Schon-Cross, das Simone Deitermann Flambeau (Foto unten) verordnet hatte. Nach dem 1. Platz auf dem Viereck und einer makellosen und höchst routinierten Runde im Springstadion des Ostbayerischen Pferdesportzentrums in Kreuth ließ es die Amazone mit ihrem Top-Pferd auf den 3500 Metern des CIC** mit 22 Hindernissen und 31 Sprüngen betont moderat angehen. Dies musste sich in der Zeit niederschlagen, die mit 6 Minuten 50 Sekunden 28 Sekunden über der Bestzeit lag. Die 11.2 Zeitfehler reichten das Paar schließlich auf Rang 6 durch. Dirk Schrade dagegen blieb mit Dr. Bettina Hörichs Dusty Ches (Foto) exakt eine Sekunde unter der Optimum Time und belegte mit dem Dressurergebnis von 42.0 den 2. Platz vor Malte Dohm/Herbstplanet R. Die beiden Perspektivgruppen-Eventer brachten das seltene Kunststück fertig, jeweils drei Vierbeiner unter den ersten Zehn zu platzieren: Schrade Gadget de la Cere (4.) und Huskey (10.), Dohm Linnea (5.) und It's just Tuffy (7.). Sieger Jung war mit Candle Light zwar auch im Cross Null und schnell, verschlechterte aber den dritten Dressurplatz mit zwei Abwürfen im Parcours auf Rang 8. Kreuth-Gewinnerin Miss Meller hat sich bereits im Herbst beim CIC*** an gleicher Stelle wohl gefühlt und war platziert gewesen. Nach Steinberg, Sahrendorf und Marbach hat die Stute (V: Amacho, MV: Matador) nun den vierten CIC** gewonnen. Miss Meller und Candle Light genießen nun einige Tage Pause auf der Koppel und werden ab Donnerstag mit leichter Dressurarbeit auf den CIC*** in Marbach eingestimmt. "Das war heute ganz so als ob ich daheim Konditionstraining mache, keine große Anstrengung für die Pferde", sagte Michael Jung im exklusiven buschreiter-Interview. "Die laufen beide super und brauchen wirklich nicht viel machen." Michael Jung freut sich auf die optimalen Turnierbedingungen in Marbach und lässt danach alles auf sich zukommen. Im Idealfall peilt der Jung-Profi aus dem Ländle die Weltcup-Qualifikation in Schenefeld an. Nur die vier Sterne in Luhmühlen sind für den Eventer tabu, weil ihm die nötige Qualifikation dafür fehlt. Obwohl der aufgewertete Klassiker in der Heide als kurze Prüfung ohne Rennbahn ausgetragen wird (wie inzwischen die Weltreiterspiele und Olympia), benötigen die Teilnehmer eine CCI***-Wertung. Wer die nicht schon aus dem Vorjahr vorweisen kann, müsste sie beim traditionell schweren CCI*** im französischen Saumur erwerben. Eine lange Qualifikation für eine Kurzprüfung findet Michael Jung schlicht "total unsinnig, Quatsch". Im zweiten Jahr im Seniorenlager kann sich der viermalige Nachwuchs-Deutsche Meister und dreimalige Europameister mit zwei ausgezeichneten Aufsteiger-Pferde und tollen Erfolgen wahrlich nicht beklagen. Schade findet Michael Jung nur, dass ihm ein etwas erfahrener Vierbeiner, einer zum "richtig Losreiten", im Moment fehlt, ein Pferd mit dem Kaliber beispielsweise für den Klassiker Badminton. Jung im buschreiter-Interview: "Es ist auf alle Fälle mein Ziel, dort zu reiten. Das gilt auch für eine Olympiateilnahme." Das nächste internationale Championat ist die Europameisterschaft in Blenheim, aber da "geht der Blick nicht hin". In Kreuth wagten insgesamt 94 Starter die zwei Sterne, die vom Veranstalter und von Teilnehmern als anspruchsvoll, aber nicht zu schwer eingestuft wurden. 81 Paare waren schließlich in der Wertung. Einzige Klippe des Cross mit idealen Bodenbedingungen war die WTC-Burg, ein hölzernes Brückenelement als letzter Sprung des zweiten Wasserkomplexes. Wegen der unpassenden Distanz von der Wasserlinie bis zu dem Oxer-Sprung gab es etliche Rumpler und drei Stürze, die allerdings verletzungsfrei abgingen. Im CIC* sahen sich von den 95 Startern nach dem Cross 77 Paare in der Wertung. Die 3100 Meter mit 22 Hinderniskomplexen und 26 Einzelsprüngen forderten von Reitern und Pferden bestimmt eineinhalb Sterne ab. Einige Eventer entschlossen sich nach reiflicher Überlegung und einer unruhigen Nacht vor dem Geländetag, nicht ins Cross zu starten.

Ergebnisse: CIC**, CIC*

Bilderbuch 1, Bilderbuch 2.

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