Buschreiter.de aktuell: Ingrid Klimke
Nach Zwangspause auf Championatskurs
VON WOLF-DIETRICH NAHR
Die dreifache Deutsche Meisterin und Olympiareiterin von Syndey und Athen, Ingrid Klimke, kuriert die Folgen eines Sturzes in Hünxe Ende Mai aus und ist bester Dinge, bei der DM in Bonn-Rodderberg wieder im Sattel zu sitzen. Saisonziel der Top-Amazone: Die Europameisterschaft in Blenheim (Archivfoto Julia Rau).
Es passierte am Ende der Geländestrecke des CIC* in Hünxe: Das 6-jährige Nachwuchspferd Delha`s Feacookie hatte eine Palisade überwunden und war wohl bergab von einem folgenden überbauten Graben etwas überrascht. Der Zwischenschritt des Bundeschampions von 2004 wurde Ingrid Klimke zum Verhängnis. Sie ging so unglücklich zu Boden, dass sie sich bei dem Aufprall das Schulterblatt brach. Eine Operation der Fraktur war zwar nicht notwendig, aber die Ärzte verordneten der Berufsreiterin wochenlange Reitabstinenz. Nach einer Woche Ruhe musste die Kaderreiterin die Schulter wieder mobilisieren: Vier Mal Reha, Krankengymnastik und Unterwassermassage standen auf dem Programm. "Am Anfang war jede Bewegung des Schulterblattes sehr schmerzhaft", sagte Ingrid Klimke im buschreiter-Interview. Sie hielt sich an den Rat der Mediziner, erst einmal dem Sattel fernzubleiben. "Mir war das Risiko zum groß, dass ein Pferd im Schritt einmal einen Satz macht." Doch ihr Top-Pferd, der 14-jährige englische Vollblut-Schimmel Sleep Late, durfte nicht mitpausieren. Carmen Thiemann, langjährige Pflegerin der Spitzenamazone, und Ingrid Klimkes Bekannte Eva Deimel sorgten dafür, dass das Weltpferd in den vergangenen Wochen ein ordentliches Galopp- und Springprogramm vorgesetzt bekam. Im Vorfeld der Deutschen Meisterschaft in Bonn wird Sleep Late sicher ausgeschlafen sein: Eine Dressur und ein Springen auf M-Niveau sowieTrainingssprünge in Sahrendorf sollen ihn auf den Ritt auf dem Rodderberg-Vulkan einstimmen. "Ich muss mir keine Sorgen machen, denn Sleep Late ist ja kein junges Pferd mehr. Am Anfang der Saison zuletzt in Chatsworth war er ein Traum, er hat kein einziges Mal die Luft angehalten, ich hatte ein sehr souveränes, lockeres Gefühl." Die Weltcup-Qualifikation in England hat dem ganzen Championatsteam viel Selbstvertrauen vermittelt: "Wir haben die Nationalhymne gehört und alle sind jetzt angespornt, weiter mit Leistung zu überzeugen", sagte Ingrid Klimke im buschreiter-Interview.
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