Ingrid-Klimke/Interview
Ein großes Team hat die Medaillen gewonnen
VON WOLF-DIETRICH NAHR
Mannschaftsolympiasiegerin und -europameisterin Ingrid Klimke hat nach den drei Einzelmedaillen und Teamgold bei der EM in Luhmühlen die Leistung des Trainerduos Hans Melzer und Christopher Bartle sowie des gesamten Betreueraufgebotes gewürdigt.
"Hans und Chris schaffen es immer wieder, uns Reiter zu beflügeln, sie sind immer für die Reiter da, auch wenn man mal Probleme hat und Niederlagen einstecken muss", sagte Ingrid Klimke im exklusiven buschreiter-Interview kurz nach der EM in Luhmühlen.
Verlässliche Betreuung
Was es heißt, mit einer Niederlage umzugehen und auf eine verlässliche Betreuung zu bauen, weiß Ingrid Klimke nach dem EM-Wochenende nur zu gut: Als Overnight Leader hätte sie bei einer Nullrunde im Parcours den Europameistertitel in der Tasche gehabt, aber es hatte nicht sollen sein. Nach 24 Punkten im Parcours war die Einzelmedaille dahin. Die Ursache für den Spring-Aussetzer von FRH Butts Abraxxas ist für Ingrid Klimke drei Tage nach dem Parcours nach wie vor nicht klar. "So schlecht ist er noch nie gesprungen", sagte sie im buschreiter-Interview.
"Direkt auf die A 1"
Und Ingrid Klimke rief die schwere Enttäuschung vom Sonntag noch einmal in Erinnerung: "Ich wäre am liebsten rausgaloppiert, in den Wald, direkt auf die A 1 und nach Hause", sagte die Reiterin.
"Die Medaillen bestehen aus vielen Puzzleteilen, dahinter steht ein ganz großes Betreuerteam", so die Championatsreiterin. Nur stellvertretend nannte sie neben den Bundestrainern den Teamtierarzt Dr. Carsten Rohde, den Mediziner Dr. Manfred Giensch, die Tierärztin Dr. Ina Gösmeier, den Hufschmied Dieter Kröhnert, den Ausschussvorsitzenden Holger Heigel und die Diplom-Psychologin Dr. Gaby Bußmann.
Das rote Team
"Es macht einfach Spaß, mit der Truppe loszufahren", sagte Ingrid Klimke. Bezeichnend für den Teamgeist sei, dass die gesamte Mannschaft mit allen Mitgliedern in roten Polos und Jacken auftrete und nach außen die große Geschlossenheit signalisiere. Ingrid Klimke: "Das hat großen Wiedererkennungswert."
"Ganz viel passiert"
Am EM-Wochenende sei ihr bewusst geworden, wie grundlegend sich die Vielseitigkeit in Deutschland seit dem Jahr 2000 gewandelt habe. "An dieser Mannschaft sieht man, dass ganz viel passiert ist." Der Sport sei inzwischen durch "viele gute Dressuren und eine hohe Dichte an der Spitze" geprägt. "Hinzu kommen tolle Nullrunden im Cross und im Springen."
Mehr Wertschätzung
Sicher habe sich das Prüfungsformat in der Zeit gewandelt. Außerdem stünden mehr qualitätvolle Pferde für die Vielseitigkeit zu Verfügung. Aber die Trainer und das Team hätten ganz großen Anteil an den Erfolgen. "Wir genießen auch viel mehr Wertschätzung in den anderen Disziplinen, in der Dressur und im Springen."
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Europameisterin der Herzen
Ingrid Klimke – eine ganz große Persönlichkeit des deutschen Pferdesports. Es gibt nicht viele, die wie Ingrid als gutes Vorbild für viele Reiter in allen Disziplinen gilt. Das zeigt auch dieses Interview. Ingrid – Europameisterin der Herzen.
Harald Bloch
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