Call Again Cavalier lebt nicht mehr
Tödliche Verletzung bei Hallenvielseitigkeit
VON WOLF-DIETRICH NAHR
Mary King hat bei einem Hallen-Event in Cardiff ihr Olympiapferd Call Again Cavalier verloren. Verschiedenen englischen Medienberichten zufolge zog sich das Pferd beim Express Eventing International Cup im Millennium Stadium in Cardiff einen Knochenbruch zu. Daraufhin sei Call Again Cavalier notgetötet worden.
Der 16 Jahre alte Wallach kam am Ende der Hallen-Geländestrecke nach einem Eckenhindernis zu Fall. Nach Informationen von "Horse&Hound" erlitt Call Again Cavalier einen Oberschenkelbruch und musste eingeschläfert werden. Eine offizielle Stellungnahme des Veranstalters zu dem Unglück gab es nicht.
Mary King und Call Again Cavalier waren als vorletztes Paar ins Indoor-Cross mit der Aussicht auf einen zweiten Platz hinter dem späteren Sieger Oliver Townend gestartet, bevor es zu dem verhängnisvollen Sturz kam. Call Again Cavalier war Silbermedaillengewinner bei der Europameisterschaft 2007 in Pratoni und Mannschafts-Bronzemedaillengewinner in Olympia in Hongkong. Der Sieg in dieser Prüfung ging an Townend, der ein Preisgeld von 100000 englischen Pfund gewann.
Der Veranstalter verlor in seiner eigenen Internet-Berichterstattung kein Wort über den tödlichen Pferdunfall, sondern lobte den Event als "glamerous new form of the sport". Von 19 Startern hatten nur sechs (!) der Weltklassereiter die Prüfung beendet. Bettina Hoy und Ringwood Cockatoo hatten nach der Dressur in Führung gelegen. Die beiden gingen als letztes Paar an den Start. Laut "Horse&Hound" sei Bettina Hoy die Erschütterung über den Tod von Call Again Cavalier deutlich anzumerken gewesen. Sie habe dann gleich zu Beginn des Springparcours den Ritt eingestellt, meldet das englische Reitsportmagazin auf seiner Internet-Seite.
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Lesermeinungen
Ich finde das ist schon wieder ein Sargnagel mehr für unseren Sport, was soll das mit dem Express-Eventing??Das erinnert mich stark an den schon angedachten 90 Sekunden-Grand-Prix Dressur, nur dass dort kein Pferd zu Tode kommen kann.
Lauter Extremschwierigenkeiten auf extrem kurzer Strecke auf höchstem Niveau. Was wollen wir eigentlich noch alles verlangen von unseren treuen Vierbeinern? Die totale Konzentration für Höchstschwierigkeiten Schlag auf Schlag? Ein Ding der Unmöglichkeit, wie der Ausgang der Prüfung auch zeigt.
Ich möchte die Hallencross nicht schlecht machen, solche, bei denen das Pferd nicht an seiner Leistungsgrenze gehen muss. Dort ist das Risiko sicherlich geringer.
Wir sollten uns gut überlegen, ob wir unseren Sport dem Spektakel für meist unkundige Zuschauer opfern wollen.
Doris Weidmann
Diese traurige Nachricht lässt die von vielen kritisierte "Verweigerungshaltung" von Hern Holtrop zum Start von Barxi in Stuttgart doch in einem anderen Licht erscheinen. Mögen uns solche Nachrichten immer seltener erreichen.
Eberhard Vivell
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