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Schnell und null im Zwei-Sterne-Gelände, aber nicht gut genug für die Europameisterschaft: Stephanie Wyrwoll und Midnight Blue (Foto: Dill)

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Nominierung Junioren-EM: Der Fall Wyrwoll

Die Sichtung ist längst nicht alles

VON WOLF-DIETRICH NAHR

Die Nominierung der Junioren für die Europameisterschaft in Avenches in der Schweiz nach der letzten Sichtung im Rahmen des CIC** in Hohenberg-Krusemark hat in einem Fall zumindest für einige Verwunderung gesorgt – selbst im Kreis der Reiter und Betreuer, die ein Ticket für die EM lösen konnten. Etliche Insider stellen sich die Frage: Warum haben es Stephanie Wyrwoll und Midnight Blue nicht in der Kreis der sechs Championatsreiter geschafft?

Dabei hatte die 18-jährige Schülerin, Tochter der Sydney-Olympia-Reiterin Dr. Annette Wyrwoll, zusammen mit dem 14 Jahre alten irischen Wallach Midnight Blue schon bei der Zwei-Sterne-Prüfung im Frühjahr in Kreuth mit Platz 19 als beste Junioren für einiges Aufsehen gesorgt. Es folgte ein bemerkenswerter 8. Platz bei der Junioren-Ein-Sterne-Prüfung in Bonn-Rodderberg. Die weitere Sichtungsprüfung in Hohenberg-Krusemark beendete das Paar mit Platz 18, nachdem es das Cross ohne Hindernisfehler und eine Sekunde über der Bestzeit absolviert hatte. Bei der Analyse der Krusemark-Resultate fällt auf, dass Stephanie Wyrwoll und Midnight Blue in der Rangierung der Longlist-Reiter an 4. Stelle liegt – hinter den Nominierten Franziska Roth, Sonja Buck und Johanna Dörner. Stephanie Wyrwoll rangiert weit vor Viviane Weltin, Franziska Schroer und Melanie Held. Diese drei Amazonen erhielten ein EM-Ticket, obwohl sie ihr Ergebnis jeweils mit einer Verweigerung im Gelände belastet hatten, während Stephanie ihren irischen Wallach ohne Hindernisfehler durchs Cross pilotiert hatte.

"Schwach geritten"

Bundestrainer Rüdiger Schwarz begründete die Nicht-Nominierung der jungen Amazone aus Bayern damit, dass Midnight Blue in der Dressur "begrenzt" sei. Bei den Junioren-Championaten seien die Leistungen auf dem Viereck aber entscheidend, weil die besten Paare in der Regel die Prüfung mit dem Dressurergebnis beendeten, argumentiert Schwarz. Außerdem habe Stephanie Wyrwoll das Pferd im Springen "schwach geritten". Dafür bzw. für die drei Springfehler im Parcours gibt es nach buschreiter-Informationen eine Erklärung: Midnight Blue hatte am Ende des Cross ein Eisen verloren und sich bei einem der letzten Sprünge am Schienbein eine schmerzhafte Prellung zugezogen. Das Pferd passierte zwar die Verfassungsprüfung problemlos, aber die Folgen des Rumplers könnten erklären, warum der Wallach im Parcours indisponiert gewesen ist. Im buschreiter-Interview begründete Schwarz die Nicht-Nomierung einerseits mit dem schwachen Springen in Krusemark. Andererseits verwies er auf die begrenzte Aussagekraft der Sichtungsprüfungen. Für ihn sei der gesamte Eindruck während des Jahres viel ausschlaggebender, sagte Rüdiger Schwarz. Dazu zählten auch die Leistungen etwa beim Preis der Besten in Warendorf und bei einschlägigen Lehrgängen. Er könne sehr genau einschätzen, mit welchen Anforderungen die Paare bei den Championaten konfrontiert würden. Die mentale Stärke von Reiter und Pferd und die Fähigkeit unter dem Druck einer Europameisterschaft eine "konstante Leistung" zu erbringen seien für ihn bei der Auswahl der EM-Paare entscheidend. Schwarz: "Ich habe schon Leute mitgenommen, die bei zwei Sichtungen ausgeschieden sind." Für Stephanie Wyrwoll und Midnight Blue sieht Schwarz eher eine Chance bei den Jungen Reitern, weil da die Leistung im Gelände deutlich stärker ins Gewicht falle. "Midnight Blue ist tatsächlich sehr gut im Gelände", attestierte der Bundestrainer dem Iren.

Eine Woche Warendorf

Die sechs potenziellen EM-Medaillengewinner werden nun vom 22. bis 29. Juli zu Rüdiger Schwarz ins Trainingslager nach Warendorf gehen, um sich für das Championat den letzten Schliff zu holen. Der Bundestrainer wollte noch nicht sagen, welche Paare als Einzel- oder als Mannschaftsreiter an den Start gehen werden.

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