Buschreiter.de aktuell: WM Jerez/Gelände-Analyse
Schweres Cross mit echten Klippen
AUS JEREZ BERICHTET WOLF-DIETRICH NAHR (TEXT UND FOTOS)
Die Geländeteilprüfung bei den Weltreiterspielen in Jerez de la Frontera war durch eine hohe Ausfallquote nach einer Serie von Verweigerungen und Stürzen gekennzeichnet. Die Cross-Analyse legt offen, dass der Kurs von Mike Tucker mit mehreren "Klippen" gespickt war, die selbst erfahrene Weltklasse-Reiter zum Scheitern gebracht haben.
Der Course Designer hatte im Vorfeld der WM folgenden Satz formuliert: "Wenn das Gelände eines Tages von den Teilnehmern und den Team-Offiziellen abgegangen wird, dann wird es sicher unterschiedliche Urteile darüber geben, aber es wird schließlich das Endergebnis sein, das ein abschließendes Urteil über das Cross erlaubt." Das Endergebnis des Cross: Von den 80 gestarteten Teilnehmern kamen genau 30 Paare wegen Disqualifikation oder Aufgabe nicht in die Wertung. Unter den Ausgeschiedenen waren nicht nur fünf deutsche Teilnehmer: Herbert Blöcker, Peter Thomsen, Inken Johannsen, Andreas Dibowski und Kai Rüder.
Zu den Opfern gehörten die weltbesten Championatsreiter mit zum Teil jahrzehntelanger Erfahrung: Weltmeister Blyth Tait, Olympiareiter Eric Smiley, Eddy Stibbe, Polly Stockton, Anna Hassö und Enrique Sarasola. Bundestrainer Hans Melzer schätzte dasCross am Freitag schwieriger als den diesjährigen Badminton-Kurs ein. Trainerkollege Christopher Bartle charakterisierte die 6840 Meter lange Q-Strecke (12 Minuten) als echte Vier-Sterne-Herausforderung. Beobachter sahen dann am Gelände-Samstag so oft wie selten bei
einem CCI**** Pferde mit harten Materialkontakt am Hindernis. Nachdem der letzte Reiter gewertet war, wies die offizielle Statistik nicht weniger als 40 Verweigerungen, 22 Stürze und sieben Aufgaben der Reiter aus. Eindeutiger Schwerpunkt des Fehler-Geschehens war der erste Wasserkomplex mit vorgeschaltetem "Road Works"-Hügel mit einem dicken Baumstamm auf dem "Gipfel". Dort und nach einem extrem steilen Abritt sowie der "Step off Water"-Insel ereigneten sich elf Verweigerungen und sieben Stürze. Zwei Reiter warfen dort das Handtuch. Mit jedem Pferd wurde die Grasoberfläche des steilen Abrittes stärker in Mitleidenschaft gezogen. Helfer versuchten immer wieder, die tiefen Löcher im Grün zu schließen. Der Boden wurde weiter dadurch schlechter, dass eimerweise Wasser auf die Spur gekippt wurde. Etliche Pferde verfielen auf dem Weg abwärts in einen Hasen-Galopp und waren dann im Wasser vor dem Inselaufsprung völlig von den Hilfen. Ausweichen nach rechts brachte nicht viel: William Fox-Pitt versuchte die Alternativroute und kassierte prompt im Wasser einen Steher von Tamarillo.
Sieben Verweigerungen und einen Sturz gab es an der Dreifachen in Form des Euro-Zeichens. Drei Eventer stürzten am Einsprung des zweiten Wassers. Fünf Verweigerungen und einen Sturz registrierten die Statistiker am folgenden Boot. Drei Stürze und zwei Verweigerungen passierten im "The Barca Village", ein Komplex mit mehreren schmalen Dach-Elementen auf gebogenen Linien, wo unter anderem Andreas Dibowski kurz vor dem Ziel zu Fall kam.Noch mehr Infos+++Zur Jerez-Startseite
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