Buschreiter.de — aktuell: WM Jerez/Vorschau

Chancen auf eine Mannschaftsmedaille

VON WOLF-DIETRICH NAHR

Ab dem heutigen Donnerstag wird es im spanischen Jerez de la Frontera ernst: Mit dem ersten von zwei Dressurtagen nimmt die WM-Vielseitigkeit ihren Anfang. Heimische Experten schreiben den deutschen Eventern sowohl bei der Einzelwertung als auch im Mannschaftswettbewerb gegen die immens starke Konkurrenz aus Großbritannien, Australien, Neuseeland, den USA und Frankreich durchaus gute Chancen zu (Fotos Julia Rau).

"Ich will keine Erfahrungen sammeln", umschrieb Herbert Blöcker (Foto) norddeutsch-kühl und für sein bescheidenes Naturell sehr selbstbewusst seine Motivation beim 17. internationalen Championat seiner Karriere. Sprich: Der Altmeister der deutschen Busch-Szene und Silbermedaillen-Gewinner von Barcelona will es mit Mobilcom Chicoletto noch einmal wissen. Mit konstant sehr guten Leistungen hat sich Blöcker für die WM empfohlen. Andreas Dibowski wurde noch deutlicher: "Ich will eine Medaille gewinnen", sagte er vor der Abreise nach Spanien.

Die erste WM
Mit der Badminton-Stute Ginger und Leonas Dancer hat er zwei gleichwertige Pferde im Aufgebot, die den Vier-Sterne-Anforderungen der Weltreiterspiele zweifellos gewachsen sind. Für den 36-jährigen Pferdewirtschaftsmeister ist es die erste Teilnahme an einer WM. 1998 in Rom stand er noch nicht im Bundeskader. Als zeitweiliger Weltranglisten-Erster 2001 gehört der Berufsreiter aus dem niedersächsischen Döhle für viele Fachleute im Vielseitigkeitsreiten mit zu den zu beachtenden Teilnehmern im 27 Nationen umfassenden Teilnehmerfeld. "Für mich ist die Weltmeisterschaft eine große Herausforderung, auf die ich mich sehr freue und die ich mit großer Konzentration angehe", so "Dibo". "Für das deutsche Team reiten zu dürfen, bedeutet eine ebenso große Ehre wie Verantwortung." Dass er dem Druck großer Turniere gewachsen ist, bewies Dibowski im Frühjahr im Military-Mekka Badminton, wo er mit seiner Schimmelstute Ginger einen vierten Platz erritt — die beste Platzierung, die je ein deutscher Reiter in Badminton erreichte. Zudem gehörte er zum deutschen Team, das bei Olympia 2000 in Sydney einen mehr als achtbaren vierten Platz erzielte. In Jerez landete Dibowski bereits am Montagmittag und machte sich mit den Gegebenheiten vor Ort vertraut. Ehefrau Susanna ist am Mittwoch nachgereist, um ihren Mann zu unterstützen.

"But we attack"
Potenzielle Teamreiterin ist Vizeeuropameisterin Inken Johannsen (Foto), die wie immer mit positiver Grundstimmung zum Championat aufgebrochen ist: "Mein Pferd Brilliante ist in guter Form, aber die Konkurrenz bei der WM ist noch einmal deutlich stärker als bei der EM 2001, wo mir die Silbermedaille gelang. But we attack, wie unser englische Trainer Christopher Bartle zu sagen pflegt." Inken Johannsen will so zeitnah wie möglich auf ihrer Webseite (
www.inken-johannsen.de) von der WM zu berichten.Weitere Infos Buschreiter-Übersicht
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