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Hünxe 2007

Ein Hauch von Olympia

Highlight der Hünxer Geländetage war die internationale CIC**-Prüfung. Auch wenn man die Namen der internationalen Prominenz im Gegensatz zum vergangenen Jahr – als Ingrid Klimke, Malte Dohm, Dirk Schrade und Elmar Lesch in Hünxe um den Sieg mit ritten – diesmal in den Starterlisten vermisste (das polnische Strzegom zog viele Eventer ab), genoss das Turnier die Beachtung internationaler Vielseitigkeitsstars: So gehörte zum Beispiel die mehrmalige Olympiateilnehmerin und amtierende Mannschaftsweltmeisterin Bettina Hoy immerhin zu den Hünxer Zaungästen.

Aber auch im Sattel erlebte das Turnier vormalige Olympia-Eventer: Marina Köhncke siegte im CIC** mit Secada, während Nele Hagener und Largo Platz 9 belegten. Reiner Breuer aus Ratingen sicherte sich bei den Landesmeisterschaften der Vielseitigkeitsreiter seinen insgesamt dritten Titel – und das in bemerkenswertem Abstand. Die erste grün-weiße Meisterschärpe hatte Breuer bereits 1990 erritten, bis zur zweiten Goldmedaille ließ er sich dann zwölf Jahre Zeit, um 17 Jahre nach Titel Nummer eins in diesem Jahr schließlich das Schärpen-Trio voll zu machen. Mit dem neunjährigen Oldenburger Quantino galoppierte der 47-Jährige auf den dritten Platz der internationalen Zwei-Sterne-Prüfung – und sicherte sich damit als bester rheinischer Senior die Meisterschärpe in dieser Altersklasse. Nach der Dressur hatte das Duo Breuer-Quantino, das im letzten Jahr die Silbermedaille errang, mit 45,90 Strafpunkten auf dem fünften Platz gelegen, sich aber mit einer fehlerfreien Runde im Parcours bereits auf den dritten Rang vorgeschoben. Im von Karl-Heinz Nothofer gebauten Cross-Kurs kamen lediglich 7,2 Zeitstrafpunkte hinzu, so dass Reiner Breuer die Prüfung mit insgesamt 53,10 Strafpunkten beendete. Weniger Punkte hatten am Ende nur die Nicht-Rheinländerin Marina Köhncke im Sattel von Secada (43,00) und der neue Rheinische Meister der Jungen Reiter, Lutz Bergendahl mit City Rose (49,70) auf dem Konto.

Insgesamt befanden sich unter den 23 Teilnehmern der Zwei-Sterne-Prüfung nur acht rheinische Reiter – vier davon bewarben sich um Titel und Medaillen im Senioren- und vier im Junge Reiter – Lager. Damit stand von vorneherein fest, dass es in diesen beiden Altersklassen nur je ein Starter nicht zu Medaillenehren bringen würde. Aus Seniorensicht gingen die weiteren Medaillen an Jan Büsch und Anke Bolten – der vierte Anwärter, Peter Eck, gab im Gelände auf. "Mein Pferd hatte sich verletzt und ich habe sofort, nachdem ich das feststellte, vor Sprung 16 die Hand gehoben", sagte Eck im buschreiter-Interview. Der 46-jährige Wiedereinsteiger und langjährige Schüler von Tony Harris betonte, dass er nie mit einem verletzten Pferd ins Ziel reiten würde.

 Im Sattel von Napoli steuerte Jan Büsch, Titelträger aus dem Jahr 2004, auf den zwölften Platz im CIC**. Zu 61,90 Strafpunkten aus der Dressur kamen für dieses Paar noch vier Punkte aus dem Springen und 4,4 aus dem Gelände hinzu (Endergebnis: 70,30). Direkt dahinter rangierte Anke Bolten: Mit Starman startete sie mit einer 58,40-er Dressur, musste im Parcours vier Strafpunkte hinnehmen und kassierte 8,4 Punkte für das Überschreiten der erlaubten Zeit im Busch (Endergebnis: 70,80).

Am Ende waren 19 Paare in der Wertung, darunter folgende Prominente: der DOKR-Vielseitigkeits-Ausschussvorsitzende Michael Spethmann/Irish Rose (6.), Anna Junkmann/Feinbrands Fee (7.)/Benjamin (18.) sowie der Burghley-Reiter Robert Sirch/Killcross (17.).

Junge Reiter: Titelgewinn für Lutz Bergendahl

Er war der Shooting-Star der Rheinischen Meisterschaften: Lutz Bergendahl vom RV von Lützow Hamminkeln. Mit der erst siebenjährigen westfälisch gebrannten City Rose sammelt er in diesem Jahr die ersten Platzierungen in internationalen Prüfungen. Sicherlich etwas überraschend ritt das junge Paar souverän auf den zweiten Platz im CIC**. Zu dem Dressurergebnis von 42,50 Strafpunkten wurden für den 18-jährigen Reiter lediglich 7,5 Strafpunkte für Zeitüberschreitung im Gelände addiert. Mit dem Endergebnis von 49,70 Punkten sicherte sich Bergendahl nicht nur den zweiten Platz, sondern auch die Meisterschärpe im Lager der Jungen Reiter. Damit tritt er bereits jetzt in die Fußstapfen seines Vaters Helmut, der zweimal Rheinischer Meister der Senioren war.

Platz vier in der Zwei-Sterne-Prüfung und damit die Silbermedaille bei den Jungen Reiterin ging an Lisa Neukäter im Sattel von Brian Barkley. Große Hoffnungen ruhten auf der Lokalmatadorin: Ganz Hünxe drückte die Daumen, dass die Rheinische Meisterin der Junioren von 2004 und 2006 in ihrer ersten Saison als Junge Reiterin ebenfalls den Titel gewinnen würde. Denn damit wäre sie die erste Reiterin des ausrichtenden Vereins gewesen, die dreimal Gold bei den Landesmeisterschaften gewonnen hätte. Zwar hat das nicht ganz geklappt, doch der Gewinn des Vize-Titels war trotzdem viel mehr eine Freude als eine Enttäuschung. Lisa Neukäter hatte die Prüfung mit einer tollen Dressur (44,10) begonnen und auch im Busch eine sehr gute Runde geritten (4,4 Strafpunkte für Zeitüberschreitung) – lediglich im Springparcours lief es nicht ganz nach Plan (12 Strafpunkte), so dass die junge Reiterin die Prüfung mit insgesamt 60,50 Strafpunkten beendete.

Die Bronzemedaille ging ebenfalls an einen Reiter des Vereins: Julian Skoeries war im Sattel von Gazelle auf den elften Rang der Gesamtwertung des CIC** geritten – und war damit drittbester Junger Reiter aus dem Rheinland (69,70). Die vierte Junge Reiterin aus dem Rheinland war Sandra Vliegen: Sie wurde mit Linnea 16. (81,00).

Junioren: Franziska Haunhorst nicht zu toppen

Sie gab bei der Meisterschaft der rheinischen Vielseitigkeitsjunioren klar den Ton an: Franziska Haunhorst belegte in der Meisterschaftswertung mit Hugo Holiday und Limited Edition gleich die Plätze eins und zwei. Mit beiden Pferden beendete die Dürenerin die international ausgeschriebene Ein-Sterne-Prüfung mit dem Dressurergebnis von 42,10 bzw. 46,10 Strafpunkten. Das bessere Ergebnis erzielte sie mit Hugo Holiday, der im Besitz ihres Vaters Roger steht: Mit dem zehnjährigen Holsteinerwallach war sie auch Gesamtsiegerin der CIC*-Prüfung. Dahinter platzierten sich Lisa Neukäter mit Cedrick (42,60), Frank Brücker mit C’est la petite (44,00) und Roland Harting mit Lux (44,70) – alles Paare, die nicht für die Rheinische Juniorenmeisterschaft gewertet wurden. Platz fünf gab es dann für Haunhorst und Limited Edition aus dem Besitz von Landestrainer Hanno Vreden, gefolgt von Cordula Schneider mit Lane (48,60).

Der Vize-Titel bei den Junioren ging an Franca Lüdeke, die Anfang Juni bei den Deutschen Meisterschaften am Rodderberg bereits die Bronzemedaille gewinnen konnte und mit ihren Ponys Hillery und Quintina JR Bremerseen bereits fest für die Europameisterschaften nominiert ist. Im Sattel von Parlando beendete sie die Prüfung ebenfalls mit ihrem Dressurergebnis – 50,40 Strafpunkte bedeuteten Platz elf in der Ein-Sterne-Prüfung und die Silbermedaille in der Juniorenmeisterschaft.

Bronze ging in diesem Jahr an Arne Bergendahl, der damit die Bergendahlsche Erfolgsstory aus Hünxe vervollständigte. Der jüngere Bruder von Lutz beendete mit beiden Pferden die Prüfung mit dem Dressurergebnis. Mit Fashion King schlugen 50,40 Strafpunkte zu Buche (Platz zwölf CIC*) – genau wie bei Franca Lüdeke und Parlando, die allerdings im Parcours schneller unterwegs waren und im Cross bis auf eine Sekunde an die optimale Zeit heran gekommen waren. Mit Paradise Dawn beendete Bergendahl die Ein-Sterne-Prüfung auf Platz 13 (53,40) und damit auf Platz fünf in der rheinischen Junioren-Wertung.

www.ruf-huenxe.de

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