Andrew und Bettina Hoy/Streit um Werbevertrag
Merkwürdige Beobachtungen in China
VON WOLF-DIETRICH NAHR
Zwischen zwei namhaften Sponsoren- und Werbepartnern im Vielseitigkeitssport ist es zu einem nachhaltigen Zerwürfnis gekommen: Bettina und Andrew Hoy haben einen Kooperationsvertrag mit United Sportproducts Germany GmbH (USG) aufgelöst. Auch nach dem Ende des Kontraktes gibt es nach Informationen von buschreiter.de schwere Differenzen.
Die USG-Website weist noch immer (28. Juni 2007) Andrew und Bettina Hoy als „unsere Sponsorpartner“ aus. Doch dies ist – wie Bettina Hoy gegenüber buschreiter.de erklärte – nicht mehr der aktuelle Stand der Dinge. Es bestand zwar ein Kooperationsvertrag zwischen dem Ehepaar Hoy einerseits und der Firma USG andererseits. Dieser Kontrakt hat sich auf zwei Produkte bezogen: eine Reitkappe und einen Rückenschutz. Beide USG-Erzeugnisse trugen das Hoy-Logo.
Nach Angaben von Bettina Hoy haben aber sie und ihr Mann Anfang 2007 den Vertrag mit USG „frühzeitig gekündigt“, wie es in einer schriftlichen Stellungnahme heißt. Während die Hoys die Auflösung mit Vertrauensverlust begründen, kann sich USG-Geschäftsführer Stefan Schwanbeck den Schritt seiner ehemaligen Vertragspartner nicht erklären: „Wir haben die Vereinbarung zu jeder Zeit gehalten.“ Zahlungen seien geleistet worden. USG habe das abgesprochene Logo eingesetzt. Die Sicherheitsartikel seien zertifiziert worden. „Wir haben uns nichts vorzuwerfen, alles war rechtens“, sagte USG-Geschäftsführer Schwanbeck im buschreiter-Interview. Er bedauert das Ende der Zusammenarbeit umso mehr, weil durch einschlägige Anfragen aus EU-Ländern und sogar von außereuropäischen Märkten „sehr interessante Verkaufszahlen“ möglich gewesen wären.
USG bezeichnet sich selbst als Europas größten Hersteller von Sicherheitswesten. Bettina und Andrew Hoy jedenfalls wollten einen Schlussstrich ziehen. Aus „Kulanzgründen“ erlaubte das Top-Vielseitigkeitspaar dennoch, dass USG aus dem bestehenden Warenlager mit den Hoy-Produkten den Abverkauf tätigen konnte. Doch danach sollte die Vermarktung der Produkte mit dem Hoy-Logo enden.
Mitte Mai 2007 schließlich informierte ein Geschäftspartner das Ehepaar Hoy darüber, was er zufällig in China beobachtet habe: Beim Besuch einer Firma habe er angeblich festgestellt, dass in der chinesischen Produktionsanlage 2000 Stück des Rückenschutzes mit dem Hoy-Logo in den Farben silber und rot für die Firma USG hergestellt worden seien. Bettina Hoy stufte diesen Vorgang als „skandalösen Vertragsbruch“ ein, gegen den sie und ihr Mann mit Hilfe eines Rechtsanwaltes gerichtlich vorgehen werde. USG-Geschäftsführer Schwanbeck bezeichnete diese Darstellung der angeblichen Vorgänge in China als „definitiv unwahr“. Er habe sofort alle laufende Aufträge der eigenen Produktion überprüft und festgestellt, dass bei den Erzeugnissen in keinem Fall das Hoy-Logo verwendet werde. Bei dem Informationsgeber handle es sich laut Schwanbeck vermutlich um einen Mitbewerber von USG, der der Firma „Steine in den Weg legen“ wolle. Die Information sei schon deshalb nicht korrekt, weil die Sicherheitswesten nicht in rot im Sortiment gewesen seien. Stefan Schwanbeck versicherte, dass „auf dem weltweiten Markt nichts mehr mit dem Hoy-Logo angeboten“ werde. Gleichzeitig schloss der USG-Geschäftsführer aber auch aus, dass hier durch den ihm unbekannten Dritten in China ein Fall von Produktpiraterie aufgedeckt worden sei.
|