Bettina und Andrew Hoy
Bleibt das Traumpaar der Buschreiterei in Deutschland?
VON WOLF-DIETRICH NAHR
Bettina Hoy schließt nicht aus, dass sie mit ihrem Mann nach ihrem Umzug von England nach Warendorf eventuell in Deutschland bleibt und möglicherweise nicht mehr ins Mutterland der Vielseitigkeit auf der Insel zurückkehrt.
Die beiden Olympiareiter hatten nach Jahren ihren Stall auf dem Anwesen von Prinzessin Anne in Gatcombe Park, gar nicht weit von Badminton entfernt, aufgeben müssen, weil der Nutzungsvertrag ausgelaufen war. Daraufhin begab sich das Traumpaar des Vielseitigkeitssports in England intensiv auf die Suche nach einem geeigneten Anwesen – bisher allerdings ohne Erfolg. Eine aussichtsreiche Anlage kam dann wegen eines ungeklärten Wegerechtes doch nicht in Frage.
Perfekte Trainingsbedingungen
Deshalb nahmen die Hoys im Januar vorübergehend Quartier im DOKR-Leistungszentrum in Warendorf. Nach dem Vier-Sterne-Sieg am Saisonende in Pau und dem Nationenpreis- und CICO***-Gewinn in Fontainebleau äußerte sich Bettina Hoy ausgesprochen positiv über den neuen Standort in Nordrhein-Westfalen: Die perfekten Trainingsbedingungen und der ständige Kontakt zu den Trainern seien ideal, so Bettina Hoy im buschreiter.de-Interview.
"Ruhig bleiben und abwarten"
Gleichzeitig berichtete die Amazone, dass die Suche nach einer geeigneten Anlage in England noch nicht erfolgreich gewesen sei. Ein Agent sei mit dem Thema beauftragt. Bettina Hoy: "Da muss man ruhig bleiben und abwarten, zumal wir in Warendorf sehr gut aufgehoben sind."
"Für alle Überlegungen offen"
Die naheliegende Frage: Vielleicht überlegen die Hoys, dauerhaft in Deutschland zu bleiben? Bettina Hoy versicherte, dass sie eigentlich mit ihrem Mann gerne nach England zurückkehren würde. Dort gibt es ein ungleich größeres Angebot an Turnieren auf allen Niveaus als in Deutschland beziehungsweise auf dem Kontinent. Gleichzeitig erklärte Bettina Hoy auch, sie seien "nach allen Seiten und für alle Überlegungen offen". Bei einem entsprechenden Angebot könnten sie es sich auch überlegen und in Deuschland bleiben. Doch wie ein solches Angebot aussehen müsste, konnte die Top-Reiterin nicht abschließend beantworten. Dies könnte beispielsweise eine "interessante Trainerposition" mit einer entsprechenden Stallinfrastruktur sein, meinte Bettina Hoy. "Vielleicht meldet sich ja ein Team, wir haben schon viele Mannschaften trainiert."
London im Visier
Und Bettina Hoy sprach auch die Option an, sich irgendwann aus dem Sport als aktive Reiter zurückzuziehen. Sie und ihr Mann – er hat kürzlich den 50. Geburtstag gefeiert – wollten vorerst weiter im Sattel mitmischen. Ein Horizont ist dabei die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2012 in London. Doch längerfristig müsse man auch "einen anderen Lebensabschnitt planen", sagte Bettina Hoy. Wann der geeignete Zeitpunkt sei, hänge dann von den verfügbaren Pferden und auch von entsprechenden alternativen Angeboten ab.
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