Olympia: Einzelentscheidung
Hini holt mit dem Wunderschimmel das zweite Gold
VON WOLF-DIETRICH NAHR
Ein überglücklicher Hinrich Romeike feierte nicht nur Gold mit der Mannschaft, sondern er gewann mit einer Nullrunde im Sattel des Wunderschimmels Marius Voigt-Logistik auch die Einzelgoldmedaille des olympischen Wettbewerbs.
Auf dem letzten Paar des olympischen Vielseitigkeitswettbewerbes lastete enormer Druck: Romeike und der fabelhafte Holsteiner durften sich keinen Abwurf leisten. Sie mussten den zweiten Parcours des Abends mit einer Länge von 405 Metern und neun Hindernissen fehlerfrei gehen, um die Chance auf Gold zu wahren. Die Rechnung ging auf und der fassungslose Romeike schlug nach dem Passieren der Ziellinie Sekunden lang die Hand vors Gesicht und vergoss ein paar Tränen des Glücks über den Olympiasieg.
Ostholt muss zuschauen
Das Abschluss-Springen der 25 besten Paare des olympischen Wettbewerbes begann mit einer Ernüchterung: Alle Nationen durften nur drei Paare in diese letzte Runde entsenden. Damit erhielten Reiter und Pferde eine Startberechtigung, die zum Beispiel weit schlechter abgeschnitten hatten als Frank Ostholt und Mr. Medicott, die als "Streichergebnis" zuschauen mussten, obwohl sie rechnerisch sogar noch Medaillenchancen gehabt hätten.
Knisternde Spannung bis zum Schluss
Unter den Top Ten lag alles dicht beieinander. Selten zuvor erlebten die Zuschauer ein Finale mit einer so spannenden Schlussphase. Ihre Medaillen im Einzel machten die beiden Amazonen Kristina Cook mit Miners Frolic (Großbritannien, Bronze) und Gina Miles mit Mckinlaigh (USA, Silber) klar. Immerhin Bronze wäre auch für Andreas Dibowski bei einer zweiten Nullrunde mit Euroridings Butts Leon drin gewesen. Doch diese Rechnung ging leider nicht auf: Leon ließ zwei Mal Stangen fallen, so dass das Paar am Ende an 8. Stelle Olympia beendete, ein tolles Resultat.
Knapp Medaille verpasst
Auch für Ingrid Klimke und FRH Butts Abraxxas erfüllte die der Traum von einer Einzelmedaille nicht: Bereits an Sprung 2 fiel eine Stange; ein Zeitfehler belastete überdies das Konto. Rang 5 war das Endresultat für die Mannschaftsolympiasiegerin.
Für die deutsche Equipe wurde es eine lange Nacht: Mit Trainern, Pflegern, Funktionsträgern, Fans und Familienmitgliedern feierte das Doppel-Gold-Team bis in den frühen Morgen, nachdem der erste Medienrummel, die endlose Reihe von Interviews abgeklungen war.
Ergebnisse
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