Olympia: Mannnschaftswettbewerb
Gold, Gold, Gold für Deutschland!!
VON WOLF-DIETRICH NAHR
Die Sensation ist perfekt: Das deutsche Team hat in Hongkong die Mannschafts-Goldmedaille in der olympischen Vielseitigkeit gewonnen und geht mit glänzenden Aussichten auf Edelmetall in den am späten Nachmittag folgenden Einzelwettbewerb.
Ein Finale, wie es spannender nicht hätte sein können. Die deutsche Goldmedaille war mit dem Ritt der australischen Schlussreiterin Megan Jones sicher: Jene grüne Stange am Bambusoxer fiel und die Amazone hat mit diesem Fehler im Sattel von Irish Jester den Olympiasieg der Deutschen ermöglicht. Damit war der Druck genommen von Hinrich Romeike mit seinem fabelhaften Schimmel Marius Voigt-Logistik: Er behielt die Nerven und fügte seinem Resultat mit Goldkurs im Einzelwettbewerb nur einen Abwurf hinzu. An der Schranke lagen sich alle in den Armen: Bundestrainer, Betreuer, die anderen Mannschaftsreiter.
Eine Steilvorlage
Eine wichtige psychologische Steilvorlage für den Olympiasieg lieferte bereits Frank Ostholt, der seinen Iren Mr. Medicott fehlerfrei über den 585 Meter langen Parcours im olympischen Reitstadion vor 18000 begeisterten Zuschauen pilotierte. Damit stand das Paar – eigentlich das Streichergebnis – bereit, um notfalls erheblich zum Zählergebnis beizutragen. Diese Vorarbeit mag Andreas Dibowski optimal eingestimmt haben auf seinen Ritt mit Euroridings Butts Leon: Wie immer technisch perfekt, elegant, effektiv und vor allem fehlerfrei brachte Dibo Butts Leon in der Zeit über die 16 Sprünge.
Zeitfehler und ein Abwurf
Dem deutschen Team saßen die Australier mit zunächst nur 3.9 Punkten Abstand im Nacken. Allerdings vergrößerte sich diese Distanz durch die Ritte des Ehepaares Lucinda und Clayton Fredericks etwas: Headley Britannia blieb zwar Null, aber Lucinda kassierte zwei Zeitfehler; Claytons Ben Along Time trat eine Stange herunter.
Richtig spannend machte es dann Ingrid Klimke: Mit einem Null-Fehler-Ritt mit FRH Butts Abraxxas hätte die Amazone schon einmal Mannschafts-Gold klar machen können. Aber es sollte nicht sein: Braxxi touchierte jene blaue Wellenplanke, die bis dahin schon öfters gefallen war: Plus vier Punkte bedeutete vorübergehend, dass die Deutschen sich "nur" Hoffnung auf Silber machen konnten.
Tolle Parcoursleistung
Olympiasieger sind Ingrid Klimke/Abraxxas, Hinrich Romeike/Marius, Andreas Dibowski/Butts Leon, Frank Ostholt/Mr. Medicott – und Peter Thomsen und The Ghost of Hamish. Er hat sich das Edelmetall mehr als verdient, nachdem er in der Dressur unterbewertet worden ist und im Gelände als "Pfadfinder" den Weg für seine Mannschaftskollegen bereiten musste. Aus der Verweigerung an den Pagoden im Cross haben Trainer und Teamreiter die richtigen Konsequenzen gezogen. Mit einem tollen Parcours mit nur einem Abwurf rundeten Thomsen und "Mickey" ihre olympische Leistung ab.
Ergebnisse
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