Olympia: Sturmfolgen
Landeanflug im Windschatten des Taifuns
Der Taifun "Kammuri" hat am Mittwoch die Trainingsaktivitäten der Olympiareiter in Hongkong im wahrsten Sinne ordentlich durcheinandergewirbelt.
Nach einer Zwangspause und Fitnesseinlagen im Hotel kamen die Reiter doch noch dazu, ihre Vierbeiner zu arbeiten. "Das Leben hat hier wieder begonnen", erklärte Reinhardt Wendt, Chef de Mission der deutschen Reiter in Hongkong. Bis vor wenigen Stunden war die Arbeit in den olympischen Einrichtungen eingestellt und Geschäfte, Kindergärten und Schulen blieben geschlossen. Während sich die deutschen Pfleger um die Pferde in den Stallungen kümmerten, nutzten einige deutsche Reiter die Möglichkeiten zum Fitnesstraining in den Hotelanlagen.
Warnstufe reduziert
"Da wir unsere Trainingseinheiten mit den Pferden in den Abendstunden haben, wurde unsere Planung für den heutigen Tag nicht negativ beeinflusst. Mittlerweile haben die chinesischen Behörden den Sturm der Stärke acht auf Stufe drei herabgesetzt", berichtete Wendt und blickte dem weiteren Training optimistisch entgegen. "Im vergangenen Jahr beim vorolympischen Testevent war der Sturm noch heftiger und wir konnten nicht mehr telefonieren", ergänzte er weiter.
Negativ wirkte sich hingegen der Taifun "Kammuri" auf den Transport einiger Olympiapferde nach Hongkong aus. So saß eine Maschine mit 14 Pferde in Amsterdam fest, in Dubai entfiel ein Flug mit zehn Pferden. Beide Flugzeuge erhielten wegen des Sturms am Zielort keine Starterlaubnis.
Abgerissene Transparente
Fotojournalistin Julia Rau – sie hat eine offizielle Olympia-Akkreditierung und berichtet für buschreiter.de – flog quasi im Windschatten des tropischen Megasturms in Hongkong ein: "Der Taifun der Stärke 8 war schlimm, wir hatten ziemlich Turbulenzen bei der Landung um 10.30 Uhr Ortszeit. Überall abgebrochene Äste, abgerissene Transparente, im Cross hatte es wohl auch die ganze Deko zerlegt. Der Shuttle-Bus hat ganz schön gewackelt auf dem Weg vom Airport zum Hotel."
Reizobjekt Anzeigetafel
Die deutschen Aktiven sind zu vorgerückter Stunde noch in der Arena geritten, bis auf Andreas Dibowski ist aber keiner mehr gesprungen. Jörg Naeve, der normalerweise Hinrich Romeike trainiert, ist nicht da, dafür hat Heinrich-Hermann Engemann den Deutschen bei den Springexerzitien beigestanden. Nicht ganz unproblematisch ist die große Anzeigentafel, die sehr tief hängt. Doch das Teil ist wohl schwerlich höher anzubringen, weil die Gefahr des Absturzes bei starkem Wind besteht. Schon gestern flatterten Transparente und es lösten sich Teile der Bahnumrandung.
Ihre Meinung zum Thema?/Kontakt
|