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Der Vater und Großvater einer großen Zahl glänzender Vielseitigkeitspferde: der Vollblüter Heraldik xx (Foto: Birkhof/Horst Streitferth) |
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Die Heraldik xx-Story Wunder-Rappe mit Goldmedaillen-Potenzial VON WOLF-DIETRICH NAHR Der elegante, trockene, knapp 1,70 Meter große Rappe hat durch seine Nachkommen Dressurreiter, Vielseitigkeitscracks und Springjockeys im großen Sport zu Glücksgefühlen und bemerkenswerten Erfolgen verholfen. Seine Söhne und Töchter begeistern auch ambitionierte Amateure und Freizeitreiter. Andreas Dibowski und Ingrid Klimke verdanken dem englischen Vollblüter Heraldik xx ihre Mannschaftsgoldmedaillen von Hongkong mit FRH Butts Abraxxas und Butts Leon. Das Gestüt Birkhof in Baden-Württemberg hat durch Heraldik xx einen nationalen und internationalen Ruf erlangt. Der Hengst hat längst Zucht- und Vielseitigkeitsgeschichte geschrieben. Achtung, Leseraktion: Berichten Sie über Ihre Erfahrungen mit Heraldik-Abkömmlingen!!! Nicht seine Abstammung, aber seine Herkunft liegt im Dunklen, sein Ende war spektakulär: Jürgen Casper vom Gestüt Birkhof kann zwar das Pedigree referieren, weiß aber nichts Genaues über den Züchter von Heraldik xx in der ehemaligen Tschechoslowakei. Der Rappe stammt jedenfalls von dem Wiesenklee xx-Sohn Caramel xx ab und ist aus einer Calé xx-Mutter. Vermutlich Herzversagen Und das Ende? Es war im April 2005 im Gestüt Birkhof zwischen Stuttgart und Ulm. Der 23 Jahre alte Zuchhengst hatte wie jeden Morgen abgesamt, stieg vom „Phantom“ – und fiel tot um, vermutlich Herzversagen. Die Gestüts-Tierärztin war sofort zur Stelle, konnte dem sterbenden Heraldik xx aber nicht mehr helfen. Jürgen Casper ist noch heute betroffen: „Er war kerngesund, stand da wie ein junges Pferd, er war nie krank.“ In einem Nachruf hieß es damals: „Er war eine Hengstpersönlichkeit, der wir sehr viel zu verdanken haben. Heraldik xx wird auch in Zukunft unzertrennlich mit dem Gestüt Birkhof verbunden sein.“ |
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Heraldik xx und seine Nachkommen beeindrucken durch ein enormes Springvermögen (Foto: Birkhof/Horst Streitferth) |
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Heraldik xx im Sport: Nachdem der Hengst 1995 seine Box im Gestüt Birkhof bezogen hatte, wurde er nicht mehr bei Turnieren vorgestellt, sondern er konzentrierte sich auf seine „Aufgabe“ als Vererber von Sportpferden teils mit einer bemerkenswerten Performance. Jürgen Casper: „Was hätte er da noch beweisen sollen, er hätte nichts mehr gut machen können.“ Denn Heraldik xx hat selbst sieben Siege in Springprüfungen der Klasse S im Papier, davon vier Siege im internationalen Sport. Der Hengst war im FEI-Weltcup platziert, trat als Nationenpreispferd für die Slowakei an und war drei Jahre hintereinander erfolgreichstes Pferd in der Slowakei. Per Hand Prospekt nachgebessert Da die grenzüberschreitende Rekonstruktion der Sporthistorie nicht ganz einfach war, warb Birkhof zunächst mit zehn S-Siegen, was einen Mitbewerber des Gestüts auf den Plan rief. Der drohte sogar mit einem Prozess. Und Jürgen Casper erinnert sich, wie er in sämtlichen Exemplaren des ersten gedruckten Prospekts handschriftlich die Zahl 10 tilgen musste, um nicht vor den Richter zitiert zu werden. Eine Rennbahn hatte der Vollblüter jedenfalls nie gesehen: Der Zweijährige zog sich eine leichte Verletzung zu, was ihm das Training und den Einsatz bei Rennen ersparte. Heraldik xx ging an einen Reitstall und bekam eine sehr gute Dressur- und Springausbildung. Jürgen Caspers Bruder Thomas ritt den Hengst später regelmäßig, schätzte seine feine und rittige Art und seine leistungsorientierte Einstellung. Daneben hatte der Hengst immer eine weitere „Bezugsperson“ im Stall, die ihn täglich mindestens eine Stunde ins Gelände ritt. Jürgen Casper: „Er musste raus, er musste was tun, das war seine Welt.“ |
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Der stattliche Vollblüter war bei Hengstpräsentationen ein echter Hingucker (Foto: Birkhof/Horst Streitferth) |
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Heraldiks Entdeckung: Mitte der 90er Jahre war Heraldik xx in Besitz des Springreiters Peter Nagel und des Züchters und Hengsthalters Georg Clausen. Eines Tages stand der „Noname, den keiner kannte“ zum Verkauf. Birkhof-Gründer Alfred Casper hatte auf der Suche nach einem Vollblut-Veredler schon viele tausend Kilometer zurückgelegt, ohne fündig geworden zu sein. Er nahm Heraldik eines Abends in einem Stall in der Nähe von Dortmund in Augenschein. Der Rappe stand am Ende der Boxenreihe im Zwielicht. Den Eindruck auf den Züchter aus Baden-Württemberg muss durchschlagend gewesen sein. Jürgen Casper erinnert sich heute an den Anruf seines Vaters: „Er war total euphorisch, er hat nur gesagt, ich hab’ ihn gefunden. Der Hengst muss sofort einen besonderen Eindruck auf ihn gemacht haben.“ Der Kauf ging dann ganz schnell über die Bühne. Springgewaltig und total cool Bei einem Galaabend bei den Süddeutschen Hengsttagen in Alfeld nahm das Pferd dann bei zwei Auftritten innerhalb einer halben Stunde die Szene für sich ein: Die Hengstvorführung an der Hand war "sensationell". Heraldik xx lieferte in der Arena keine nervige Blütervorstellung ab, sondern er "stand da wie eine Statue und war total cool, das hat umheimlich Eindruck gemacht", sagte Jürgen Casper. Mit seinem Bruder Thomas im Sattel sprang dann der Hengst vor vollen Rängen die Ständer aus. "Jeder hat gesehen, dass der was drin hat." Die Resonanz in der Zuchtszene war entsprechend: In der ersten Saison hat Heraldik xx über 100 Stuten gedeckt. Heraldiks Nachkommen: Lang ist die Liste der Pferde, die im Dressur- und Springsport sowie in der Vielseitigkeit selbst international bis zu Vier-Sterne-Platzierungen erfolgreich gewesen sind. Besuchern des Bundeschampionats vieler Jahre klingen noch heute die Ohren von Heraldik-Abkömmlingen. "Er hat in allen Sparten Akzente gesetzt", sagte Jürgen Casper. Nicht weniger als 14 gekörte Hengste stammen von Heraldik xx, was für einen Vollblüter eine stattliche Zahl ist. In den Jahren 2000 bis 2003 hat er in Holstein und in Baden-Württemberg fünf Siegerstuten hervorgebracht. "Eine Heraldik-Stute in der Zucht ist eine sichere Bank", so Jürgen Casper im buschreiter-Interview. Die Enkel schlagen ein Die "Familie" von Heraldik bringt auch tolle Vierbeiner hervor: Die Vollschwester des Hengstes, die 14-jährige Herka xx, ist die Mutter der beiden gekörten Hengste Meraldik und Royaldik. Michael Jungs Drei-Sterne-Pferd La Biosthetique Sam und der Vizebundeschampion von 2008 (unter Andreas Dibowski), Mighty Magic, haben Heraldik xx-Stuten als Mütter. |
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