Holger Heigel zur EM im Fontainebleau
Hervorragend betreutes und vorbereitetes Team
VON WOLF-DIETRICH NAHR
Das deutsche Team ist bei der Europameisterschaft in Fontainebleau in der optimalen Verfassung und mit einer ausgezeichneten taktischen und stategischen Einstellung an den Start gegangen. Diese Ansicht hat Holger Heigel, Vorsitzender des DOKR-Vielseitigkeitsausschusses, im exklusiven Interview mit buschreiter.de vertreten. Heigel lobte ausdrücklich die hervorragende Arbeit der Trainer bei der EM.
Nach Holger Heigels Einschätzung sind die deutschen EM-Teilnehmer mental, konditionell und reiterlich optimal vorbereitet nach Fontainebleau gefahren. Die Bundestrainer Hans Melzer und Christopher Bartle hätten stategisch, taktisch und hinsichtlich der Startfolge der Reiter die richtigen Entscheidungen getroffen. "Ich erhebe gegen niemanden einen Vorwurf, das sind alles erfahrene Reiter, und die hatten einfach etwas Pech. Wenn Top-Reiter dieser Welt dort scheitern, dann sind wir durchaus in bester Gesellschaft", sagte Heigel gegenüber buschreiter.de.
"Sehr solide Runde"
Der Ausschussvorsitzende erklärte weiter: "Wir wollten und mussten experimentieren und die anderen mit neuen Reitern aufmischen – und das ist zum Teil auch gelungen." Angesichts der Bronzemedaille sei die Nominierung von Michael Jung mit Sam zweifellos die richtige Entscheidung gewesen. Kai-Steffen Meier habe erste Championatserfahrungen sammeln können. Zu dem Sturz Meiers mit Karascada sagte Heigel: "So etwas kann passieren, er hatte ein bisschen Pech." Das Paar habe ja beispielsweise in Badminton eine "sehr solide Runde" im Gelände abgeliefert. "Darauf kann man aufbauen."
"Höchst anspruchsvoller Kurs"
An erster Stelle bei der EM-Rückschau stand für Holger Heigel die Position, dass die Championatsteilnehmer mit einem "höchst anspruchsvollen Kurs" konfrontiert worden seien. Auf das Cross seien alle deutschen Reiter sehr gut vorbereitet gewesen. Alle Anforderungen und alternativen Wege seien sehr kritisch beleuchtet und mit viel Verständnis analysiert worden. Der Ausschussvorsitzende: "Jeder wusste, dass viel verlangt wird."
Positionspapier angekündigt
Allerdings stellte Holger Heigel auch die Frage, ob der EM-Kurs von Fontainebleau gerade den hoch im Blut stehenden Pferden und den Vollblütern gerecht geworden sei. Dieser Pferdetypus wolle nun einmal galoppieren und springen. Heigel untermauerte seine vorsichtige Kritik am Cross von Pierre Michelet mit dem Hinweis auf die 52 Verweigerungen im Gelände. Der Ausschussvorsitzende kündigte in diesem Zusammenhang an, dass er noch im Herbst ein Positionspapier mit einer "Reihe von eigenen Anregungen" zu dem Thema vorlegen werde.
Zum Thema:
Persönlicher Bericht von Andreas Dibowski über die EM
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