Trainerporträt: Tony Harris und die Bulgaren
Ziel für 2008: WM der jungen Pferde in Le Lion
Der gute Ruf und der Zufall hat Anthony Harris einen Zwei-Jahres-Vertrag als Trainer der bulgarischen Vielseitigkeitsreiter eingebracht. Tony, wie er landauf und landab genannt wird, ist einer der wenigen in Deutschland lebenden englischen Vielseitigkeitsreiter – und das schon seit er als Angehöriger der „Rhein-Armee“ ihrer Majestät Vielseitigkeiten ritt.
Die bulgarische FN ist auf ihn zugekommen, als Bulgarien Anfang vergangenen Jahres Mitglied in der EU wurde. Bulgarien möchte, so der Secretary General Dr. Kroum Rashkov , schnell auch im Vielseitigkeitssport europäisches Niveau erreichen. Dr. Rashkov hat schon als Kind gelernt, was Vielseitigkeit ist: Sein Vater erritt bei den Olympischen Spielen 1956 den fünften Platz in der Military und hat die bulgarischen Vielseitigkeitsreiter während seiner Zeit als Mannschaftstierarzt zu jedem Auslandsturnier begleitet.
Erinnerungen an Achselschwang
Auch wenn die bulgarischen Eventer früher nicht so oft im Westen Europas anzutreffen waren, so sind sich Tony und Dr. Rashkov dennoch häufig über den Weg gelaufen. So zum Beispiel in Achselschwang, als Tony dort die lange S ritt, wohnte man im selben Hotel. Da man sich kannte war es bis zum Trainervertrag nicht weit. Schnell fanden beide eine gemeinsame Linie (buschreiter.de berichtete http://www.buschreiter.de/peerson9.html ).
Ganz behutsam will Tony ein Team aufbauen, die jüngeren Reiter trainieren und diese intensiv betreuen. In 2007 waren drei Reiter(innen) mit Pferd(en) für drei Monate auf seiner Anlage im niederrheinischen Sevelen. Tony konnte sich auf diese Paare konzentrieren und Reiter und Pferd schrittweise mit seinen Methoden verbessern.
Nationalgestüt berät
Nicht nur die Reiter(innen), auch die bulgarischen Pferde habe es Tony angetan. Tolle Pferde gibt es in Bulgarien, aber der Umgang mit ihnen ist verbesserungebedürftig. Leider habe er nicht die Zeit, um dort auch Pferde auszusuchen, weshalb ihm das Nationalgestüt aus Shoumen hier beratend zur Seite steht.
Sein Trainingsprogramm für 2008 wird er wieder in Bulgarien starten. Er kann sich dort auf den nationalen Turnieren die Reiter aussuchen, die er für förderungswürdig hält, um sie später zunächst in Lehrgängen zu formen. Die besten kommen wieder zu ihm nach Deutschland, um sich weiterzubilden.
Wer macht Schülerin beritten?
Gern würde er eine seiner Schülerinnen nächstes mal bei den Weltmeisterschaften der jungen Pferde starten lassen, schließlich gibt es für seine bulgarischen Schüler dort problemlos eine Startmöglichkeit. Aber leider hat er kein geeignetes Pferd im Stall. Vielleicht, so denkt Tony laut darüber nach, findet er noch rechtzeitig einen Sponsor hier, der sein junges Pferd von seiner Schülerin bei den Weltmeisterschaften vorstellen lassen würde.
Ob es nach Auslaufen seines Vertrages in 2009 weitergeht, da will Tony sich noch nicht festlegen. "Bulgarien ist schön, vielseitig und interessant. Die Aufgabe reizt mich ungemein, aber ich hab hier auch noch einige Schüler zu trainieren." und selbst reiten, das tut er noch jeden Tag.
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