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Ein Traum wird wahr: Nach acht Jahren feierte Mark Todd mit Gandalf in Hongkong sein olympisches Comeback. Der Schimmel musste nun eingeschläfert werden (Fotos Julia Rau)

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Mark Todds Gandalf

Olympia-Hoffnung für London eingeschläfert

VON WOLF-DIETRICH NAHR

Die Nachricht ging just am Heiligen Abend um die Welt: Der Vielseitigkeitsreiter des 20. Jahrhunderts, der Neuseeländer Mark Todd, hat sein Olympiapferd von 2008 NZB Gandalf verloren: Der 11-Jährige musste krankheitsbedingt eingeschläfert werden.

Der wunderbare Schimmel, der Todd das legendäre Comeback in Hongkong ermöglicht hat, litt an schweren neurologischen Problemen. Dies hatte dazu geführt, dass Gandalf im Begriff war, auf dem rechten Auge zu erblinden. Durch die Erkrankung sei das Pferd zu einer Gefahr für sich selbst und für seine Umwelt geworden, teilte Mark Todd mit. "Es war eine außerordentlich schwere Entscheidung, aber das Wohl des Pferdes musste einfach ausschlaggebend sein. Es ist sehr traurig für die Vielseitigkeit in Neuseeland, ein Pferd dieses Kalibers zu verlieren. Er hätte seine Bestleistungen sicher noch vor sich gehabt."

Qualifikation in wenigen Monaten

Der 1998 geborene Gandalf stammte von dem Pintohengst Pintado Desperado und hatte die Vollblutstute Princess of Power (Galaxy Bound) zur Mutter. Angela Lloyd hatte ihn als Jährling gekauft und bis auf Drei-Sterne-Niveau gebracht. Größter Erfolg war zunächst der Sieg 2007 beim Richfields International CCI*** gewesen. Innerhalb weniger Monate schafften dann Mark Todd und Gandalf die Olympiaqualifikation für Hongkong und wurden schließlich auch nominiert. Das Paar beendete den olympischen Wettbewerb an Platz 17 von 70 Teilnehmern.

Bescheidener Sportsman

Dies war eines der bemerkenswertesten Comebacks der Sportgeschichte, zumindest des Reitsports: Mark Todd hatte nach diversen privaten Skandalen im Vorfeld von Sydney 2000 damals nach Olympia seine Karriere offiziell beendet und war danach nur noch gelegentlich als Coach in der Eventing-Szene aufgetaucht – nicht mit dem Habitus der Sportlegende, vor der sich jeder vor lauter Ehrfurcht möglichst in den Staub werfen musste. Der bescheidene Sportsman stellte sich nicht in den Mittelpunkt und genoss dennoch auch in England Jahre nach seinem Ausstieg enorme Popularität. Man erinnert sich an Badminton vor ein paar Jahren: Todd erschien als Zuschauer in der Arena und das Publikum spendete für den Mann in der blauen Steppjacke brausenden Applaus.

Entschluss bei ein paar Glas Wein

Sodann betätigte sich Mark Todd in Neuseeland als Trainer für Pferderennen. Erst im Herbst 2007, bei ein paar Gläsern Wein mit Vielseitigkeitsfreunden, hatte sich Todd entschlossen, in den Sport zurückzukehren. Bereits im März 2008 gewann er mit Gandalf den Three-Day-Event im heimischen Puhinui. Gandalf hätte auch Todds mögliches Pferd für Olympia 2012 in London werden sollen. Aber der Tod Gandalfs bedeutet nun keinesfalls das Ende der Olympia-Ambitionen des Neuseeländers: Er wird vom New Zealand Bloodstock Eventing Team unterstützt und kann wie in alten Zeiten auf einen Pool von talentierten Vierbeinern zurückkgreifen: NZB Mouse, NZB Land Vision, NZB Grass Valley und die Neuerwerbung NZB Campino.

Nach Badminton und Saumur

"Nach dem Verlust von Gandalf werde ich mich darum bemühen, die anderen Pferde voranzubringen." Mit Grass Valley plant Todd einen Start beim Klassiker in Badminton am ersten Mai-Wochenende 2010 und mit Land Vision Ende Mai in Saumur. Und mit einem der beiden rechnet sich der Olympiasieger von 1984 und 1988 Chancen auf eine Teilnahme bei den Weltreiterspielen in Kentucky aus. Und wir schreiben dann das Jahr 2010.

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Beim Weltfest der Pferde in Aachen 2009 war Todd im Rahmen des CICO*** in der Einzelwertung 21 und mit dem neuseeländischen Team 3. geworden (Foto Julia Rau)

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