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Die ehemalige Vizeeuropameisterin Inken Johannsen (Foto) organisiert bundesweit Intensivlehrgänge, die zum Erwerb der Buschreiter-Lizenz führen (Foto privat)

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Buschreiter-Führerschein

Lizenz zum sicheren Reiten über feste Hindernisse

Der Club Deutscher Vielseitigkeitsreiter (CDV) und dessen vormalige Vorsitzende Inken Johannsen treiben in der Saison 2009 einigen Aufwand, um an der Basis des Vielseitigkeitsreitens die Grundfertigkeiten speziell im Reiten über feste Hindernisse im Gelände zu verbessern. Um die Ernsthaftigkeit der Ausbildungsoffensive zu unterstreichen, können die Teilnehmer einen Buschreiter-Führerschein erwerben.

Die Lizenz, die nach einem einwöchigen Intensivlehrgang und nach bestandener Prüfung vergeben wird, hat vorerst keine Auswirkungen auf die Leistungsklassen-Einstufung oder die Startberechtigung bei Turnieren. Aber der Führerschein attestiert den Nachwuchs-Buschreitern, dass sie sich intensiv mit Abfragen bei Geländeprüfungen auseinandergesetzt haben.

Eine Welt für sich

Wer sich an seine eigenen Anfänge im Cross erinnert, wird wissen, dass das flüssige Überwinden von Hindernissen im Gelände eine eigene Welt ist: Mit den Bewegungsabläufen im normalen Springparcours ist die Buschreiterei nicht ohne weiteres zu vergleichen.

Inken Johannsen, ehemalige Vize-Europameisterin und Mitglied im DOKR-Vielseitigkeitsausschuss, beobachtet immer wieder, dass häufig untrainierte Anfänger bei Turnieren am Start sind – ein Sicherheitsrisiko für Reiter und Pferd, das durch eine vernünftige Vorbereitung minimiert werden kann.

Rhythmus und Ästhetik

Wer die Bilder der deutschen Vielseitigkeitsreiter aus Hongkong gesehen hat, wird sich noch gern daran erinnern. Mit geschmeidigem Sitz, rhythmischem Reiten und auf den Punkt trainierten Pferden präsentierten sich die Geländereiter in voller Ästhetik und wurden mit Doppelgold belohnt.

Das ist moderner Vielseitigkeitssport, der seines Namens als „Königsdisziplin des Reitsports“ würdig ist. Zu Recht, denn keine Disziplin ist der Natur des Pferdes näher als der vielseitige Einsatz, bei dem alle Veranlagungen des Pferdes gefordert und gefördert werden. Erzwungene Leistungen landen hier schnell in der Sackgasse. Im Gelände müssen Pferd und Reiter Partner sein, sich aufeinander verlassen können, sich kennen und vertrauen. Beide müssen bereit und fähig sein, Verantwortung zu übernehmen.

"Pech gehabt"

Während in der Dressur und im Springen Lizenzen abgelegt werden müssen, um auf Turnieren zu starten, gab es in der Vielseitigkeit, bei der die Sicherheit die größte Rolle spielen sollte, lange Zeit keine solchen Vorgaben. Man durfte bis vor wenigen Jahren bis in die schwere Klasse reiten, ohne jemals alle erforderlichen Sitzpositionen trainiert und nachgewiesen zu haben.

Das ist inzwischen anders: Es gibt eine laut LPO verpflichtende Lizenzprüfung Vielseitigkeit. Wer aus der Leistungsklasse 6 in die LK V5 (und danach höher) aufsteigen möchte, muss neben dem Nachweis des Reitabzeichens Klasse III eine Platzierung bzw. die Mindest-Wertnote 6,0 bei einem Stilgeländeritt Kl.A im Rahmen eines genehmigten Turniers nachweisen.

Bei einem Sturz gilt selten „Pech gehabt“, sondern viel häufiger „schlecht gesessen“. Pech lässt sich wenig beeinflussen. Wie gut, dass man den richtigen Sitz umso besser beeinflussen kann. Wird das 1x1 von Sitz, Einwirkung und Technik beherrscht, so steht auch sicheres Reiten nicht mehr im Widerspruch zu schnellem Reiten.

Sechs Tage Intensivtraining

In einem CDV-Lizenzlehrgang vermitteln ausgewählte Ausbilder 6 Tage lang Theorie und Praxis rund um die Vielseitigkeit. So bereiten sie die Teilnehmer auf den Abschlusstest vor, in dem alles erforderliche Grundlagenwissen und –können abgeprüft wird. Dabei geht es auch um Reiterfitness: Galopp fünf Minuten lang im leichten Sitz und ein 15 Minuten dauernder Lauf des Reiters sollen Aufschluss über die Kondition des Jockeys geben. Beim Abschluss-Praxistest stellt der Prüfling selbst eine Geländestrecke zusammen, die er bewältigen muss. Gewertet wird auch, ob der Reiter mit entsprechendem Konzept die Geländestrecke "angelegt" hat. Wer den Test besteht, erhält die CDV-Buschreiterlizenz. Geplant sind mehrere Lehrgänge in Süddeutschland, "Mitteldeutschland" und Norddeutschland. Mindestvoraussetzungen für die Teilnahme gibt es nicht.

Insgesamt werden vom CDV drei Lehrgänge angeboten:

Norddeutschland

25.-30.07.2009 (Schwerpunkt Erwachsene) und 17.-23.08.2009 (Schwerpunkt Jugendliche) in Schönberg an der Ostsee unter der Leitung von Inken Johannsen. Boxen und Übernachtungsmöglichkeiten sind umliegend gegeben.

Mitteldeutschland

23.09-27.09 2009 auf den Trainingsplätzen in Greven/Münster unter der Leitung von Marie-Louisa Meyer und Eva Putz. Boxen und Übernachtungen mit verschiedensten Möglichkeiten. Kontakt hierfür: Marie-Louisa Meyer, Tel. 0160-8428539.

Süddeutschland

03.-07. August 2009 beim Reit- und Fahrverein Donauwörth-Mertingen,                         Hagenmühlenweg 8,86690 Mertingen, unter der Leitung von Frau Dr. Annette Wyrwoll. Boxen und Übernachtungsmöglichkeiten gegeben, weitere Informationen über den DRFV

Teilnahmevoraussetzungen:

Sicheres Reiten auf E-Niveau, Geländeerfahrung noch nicht zwingend erforderlich; es kann in der Trainingswoche bei guten Grundvoraussetzungen erarbeitet werden.

Weitere Informationen und Anmeldungen über den Deutschen Reiter- und Fahrer-Verband e.V., Mathilde Sudmann, Tel. 02504 880366 Mail: info@drfv.de

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