EM 2009/1. Dressurtag
Zwei Mannschaftsreiter ganz vorne dabei
VON WOLF-DIETRICH NAHR
Mit einem fast schon sensationell guten Zwischenergebnis nach dem ersten Dressurtag sind die deutschen EM-Reiter in Fontainebleau ins Championat gestartet. Drei heimische Eventer liegen nach 33 Paaren auf dem Viereck unter den vier besten Reitern und Pferden (alle Fotos Julia Rau).
Dass in der Spitzengruppe bereits zwei der deutschen Mannschaftsreiter für eine optimale Ausgangsbasis gesorgt haben, könnte unter dem Strich eine wichtige Vorentscheidung für die Vergabe der EM-Medaillen sein.
Aber alles der Reihe nach: Einen Tag nach seinem 34. Geburtstag machte sich Frank Ostholt selbst das schönste Geschenk. Er setzte sich mit Air Jordan und einer 39.2 an die Spitze des Teilfeldes. Das Training bei und mit Jürgen Koschel, in der Vergangenheit Nationaltrainer in verschiedenen Ländern, hat sich offenbar in eine konstant hohe Leistungsfähigkeit auf dem Dessurviereck ummünzen lassen.
Nach Transport etwas angespannt
"Ich bin einfach happy, Jojo hat eine wirklich gute Vorstellung abgeliefert", sagte Frank Ostholt und berichtete, dass Air Jordan nach dem Transport nach Fontainebleau schon etwas angespannt gewesen sei. Doch nach einem perfekten Vorbereitungsritt habe sich dann beim Abreiten alles sehr gut entwickelt.
Schwierig, aber fair
Mit Blick auf das Cross am Samstag zeigte sich Frank Ostholt sehr selbstbewusst: "Ich hoffe, dass ihm das Gelände liegen wird. Der Kurs ist achtunggebietend und schwierig, aber für die Pferde sehr fair gebaut. Natürlich braucht man einfach auch Glück." Ostholts weitere Charakterisierung des Cross' von Pierre Michelet: Ziemlich technisch und so geschnitten, gut galoppierende Pferde einen Vorteil haben werden. Ostholt: "Ich denke, es wird schwierig sein, die Optimum Time zu erreichen. Und deshalb wird es wichtig sein, es zu bringen..."
Platz 2 für Schrade und Gadget
An Platz 2 rangiert der Einzelreiter Dirk Schrade, der mit Gadget de la Cere und 39.6 ganz knapp hinter Ostholt und Air Jordan rangiert. Dies ist vielleicht die Basis für eine Top-Leistung beim Championat, die man Schrade auch wünscht, weil er bei inernationalen Titelwettkämpfen bisher nicht mit der rechten Fortune zuwerke gegangen ist.
Mit Noten unzufrieden
Michael Jungs umfassendes Beruhigungs- und Nervenschonungprogramm für La Biosthetique Sam war offensichtlich erfolgreich: 45.0 bedeutete zeitweise sogar die Führung für das Paar, das vor dem zweiten Dressurtag an Rang 4 liegt. Dennoch machte Jung hinterher keinen Hehl aus seiner Unzufriedenheit mit der Bewertung durch die Richter: "Mein Pferd ging phantastisch, aber ich bin alles andere als erfreut über die Noten. Die Richter waren schon sehr streng. Ich hoffe bloß, dass die morgen nicht plötzlich die hohen Wertnoten aus der Schublade ziehen."
Karascadas Patzer
Einzig Kai-Steffen Meier und Karascada M haben die Erwartungen auf dem Viereck nicht ganz erfüllt: Mit 61.2 und Platz 27 blieb das Paar gut zehn Punkte unter seinen Möglichkeiten. Bei der DM in Schenefeld hatten sich beide noch mit einer deutlich verbesserten Dressur gezeigt (50.0). Aber der Abfall in Fontainebleau hatte seine Gründe: "Leider ließ sich Karascada etwas von den Fotografen beeindrucken, was leider zu zwei Patzern führte, die nicht hätten sein müssen. Es wäre sicher mehr drin gewesen, aber es hat nicht sollen sein", sagte Kai-Steffen Meier am Donnerstagabend im buschreiter-Interview.
Stress ist kein Problem
Bundestrainer Hans Melzer zeigte sich mit dem Abschneiden seiner Reiter sehr zufrieden. "Wir wollen hier gewinnen", bekräftigte er noch einmal das Ziel der Deutschen. Und er erklärte die Einstellung des Teams für den Gelände-Samstag: "Unsere Strategie ist ziemlich einfach – alle Reiter werden im Gelände eine großartige Runde ohne Probleme haben. Unsere Stärke ist es, gut mit dem Stress umgehen zu können.
18 Nationen am Start
Nach der ersten Hälfte der Dressur führt Deutschland mit 84,2 Punkten vor Großbritannien (98,2) und Gastgeber Frankreich (101,3). "Das Verhältnis wird morgen aber noch enger werden, denn die Briten schicken mit Kristina Cook mit Miners Frolic und Oliver Townend mit Flint Curtis noch zwei starke Paare ins Rennen", sagte Bundestrainer Hans Melzer laut Pressemitteilung der FN. Insgesamt bewerben sich 65 Teilnehmer aus 18 Nationen um den Titel des Europameisters, acht Nationen stellen ein Team.
Ergebnisse/1. Dressurtag
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