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Miss Meller auf Drei-Sterne-Niveau in Fontainebleau unschlagbar (Archivfoto Wolf-Dietrich Nahr).

Fontainebleau 2008

Sieg in Weltcup-Quali: Miss Meller in glänzender Verfassung

 

VON WOLF-DIETRICH NAHR

Besser kann die grüne Saison eigentlich nicht beginnen: Michael Jung hat die Weltcup-Qualifikation in Fontainebleau souverän mit der Trakehner Stute Miss Meller gewonnen.

Der Sieg im CIC*** war für das Traumpaar zu keiner Zeit gefährdet, obwohl die Amatcho-Tochter ihrem Dressurresultat von 35.4 im Gelände sechs Zeitfehler und einen Abwurf im Parcours hinzugefügt hatte. Jung und Miss Meller hatten nach der Endabrechnung über zehn Punkte Vorsprung vor der zweitplatzierten Französin Berenice Villoing/Djina. Clayton Fredericks war am Ball geblieben und freute sich am Ende über Platz 3 im Sattel von Ben Along Time und Platz 6 mit Nullabor. Local Hero Nicolas Touzaint räumte im Parcours mit Hidalgode l'Ile mit 20 Punkten richtig ab und fiel vom 2. Platz nach dem Gelände auf Rang 8 zurück. Und dann gab es weitere deutsche Paare im CIC***: Simone Deitermann und Flambeau wurden 19., Kai-Steffen Meier schloss im Sattel von Karascada M mit dem 24. Platz ab und für Dirk Schrade sprang am Ende mit Be My Guest "nur" Rang 32 heraus. Etwas Pech hatte Michael Jung mit dem Dressursieger Birkhof's Grafenstolz gehabt: Am Wasserkomplex strauchelte der hochtalentierte Trakehner, so dass Jung aus dem Sattel kam und dann mit diesem Pferd den Hut zog.

Kniffelige sieben Minuten

Jedenfalls hatte Course Designer Pierre Michelet den Reitern einige Nüsse zu knacken gegeben: Drei reelle Sterne warteten zum Saisonauftakt bei der Weltcup-Qualifikation auf das hochklassige Feld. Aus der Sicht von Sieger Michael Jung lagen die Anforderungen allerdings nicht an der obersten Grenze, zumal die Distanz mit knapp sieben Minuten nicht das Maximum ausschöpfte. Mehrere schwere Ecken, Coffin und zwei Wasserkomplexe forderten allerdings die Paare deutlich. Jung im buschreiter-Interview: "Es ist klar, dass man bei der Weltcup-Qualifikation etwas schwerer aufbauen muss, sonst reiten am Ende alle Null."

"Sie strotzt vor Kraft"

"Die Stute ist in einer Top-Verfassung", freute sich Michael Jung am Montagabend im buschreiter-Interview über die unwiderstehliche Leistung von Miss Meller. "Sie strotzt vor Kraft und war beim ersten Turnier der Saison etwas nervös." Unter diesen Umständen fand es der junge Profi aus Baden-Württemberg etwas schwierig, das Dressurpotenzial der Stute aufs Viereck zu bringen. Unter dem Streich war Jung aber vor allem mit der Trab- und Galopptour sehr zufrieden.

Perfekte Winterarbeit

Im Cross von Pierre Michelet war Miss Meller dann hervorragend aufgelegt und konnte ihre optimale konditionelle Verfassung auf dem überwiegend flachen Kurs bei idealen Bodenverhältnissen trotz der Niederschläge am Turnierwochenende ausspielen. Michael Jung und die Stute profitierten vom milden Winter im "Ländle": Auf der heimischen Geländestrecke in Horb gab es genug Gelegenheiten, sich bei dosiertem Cross-Training auf die speziellen Drei-Sterne-Anforderungen vorzubereiten.

Einstimmung bei Zwei-Sterne-Events

Nach einer verletzungsbedingten Pause hat sich Miss Meller in Fontainebleau voll wieder zurückgemeldet. Die Stute hatte sich nach Angaben von Michael Jung ein nicht genau zu diagnostizierendes Hufproblem zugezogen und konnte deshalb während der gesamten Saison 2006 nicht an den Start gebracht werden. Nach einer halbjährigen Aufbauphase griff das Paar dann beim CIC** in Bad Harzburg im Sommer 2007 und beim CCI** in Kreuth wieder ein. Ein 2. und ein 4. Platz sprangen dabei heraus.

Die Stute hat sich nun eine kleine Pause verdient, bevor das Paar dann beim CIC*** in Marbach am zweiten Mai-Wochenende wieder auf der Bühne erscheinen wird.

Wallache nicht zu schlagen

Und weil das Siegen so schön ist, nahm Michael Jung mit den beiden 7-jährigen Wallachen FBW River of Joy und Desperado S (13. bei der Junge-Pferde-WM in Le Lion 2007) im CCI* die Gold- und die Silber-Schleife mit. "Für ihr Alter und ihre Routine waren beide Wallach am Wochenende in einer Super-Verfassung, zeigten tolle Dressuren und bewältigten das Gelände mit Leichtigkeit", freute sich Michael Jung.

Andrea Pross wurde in der langen Ein-Sterne-Prüfung mit Oskar 40., Jutta Reutter mit FBW Sentinel 42.

Gold und Silber für Touzaint

Der CIC* sah Nicolas Touzaint als Doppelsieger, und zwar mit Joker d'Helby und Barlovento. Alessandra Gherardi ritt Golden Boy vor Dirk Schrade und Admiral von Schneider auf den 3. Platz. Andreas Ostholt wurde mit Franco Jeas 19., Kai-Steffen Meier schloss die Kurzprüfung im Sattel von Karat B auf Rang 27 ab.

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