Fontainebleau 2009: CICO***
Deutscher Doppelerfolg gegen starke Konkurrenz
VON WOLF-DIETRICH NAHR
Die deutschen Eventer haben beim Nationenpreisturnier im französischen Fontainebleau zum Saisonauftakt ihr Weltklasse-Niveau eindrucksvoll unter Beweis gestellt: Das Team gewann die Mannschaftswertung und Bettina Hoy stand nach einem Traumwochenende im Sattel von Ringwood Cockatoo ganz oben auf dem Treppchen.
"Für uns war das eine tolle Einlaufprüfung, alle Pferde im deutschen Team haben einen ausgezeichneten Eindruck gemacht", freute sich Bettina Hoy am Sonntag im exklusiven buschreiter.de-Interview. Sie hatte nach einer 31.7-Dressur im Cross nicht alles riskiert und mit 10.8 Zeitfehlern die Führung nach der Viereck-Teilprüfung vorübergehend abgegeben. Auch die Mannschaft fiel in der Nationenpreis-Wertung vom ersten auf den zweiten Platz zurück.
Franzosen patzten
Das Springen allerdings brachte dann für die führenden Franzosen die Stunde der Wahrheit: Keiner der französischen Mannschaftsreiter blieb fehlerfrei; der Overnight Leader Nicolas Tourzaint patzte mit Hidalgo d l'Ile zwei Mal. Didier Dhennin/Iseme du Temple brachte es sogar auf fünf Abwürfe. Dies kostete die Franzosen den Nationenpreis. Denn Bettina Hoy und Ringwood Cockatoo und Simone Deitermann/Flambeau H blieben im Parcours fehlerfrei. Bei Peter Thomsen und Parko fiel nur eine Stange, während Beeke Kaack und Sinjang mit 17 Punkten im Parcours zum Streichergebnis wurden. Platz 3 im Nationenpreis ging an Großbritannien, gefolgt von Belgien, den Niederlanden und Italien.
Karascadas Nullrunde
Einzelreiter Dirk Schrade fiel mit Sindy wegen dreier Abwürfe im Parcours auf Platz 24 zurück. Thomsens Olympiapferd The Ghost of Hamish kam an Platz 36 heim. Der Badminton-Aspirant Kai-Steffen Meier machte mit einer Nullrunde mit TSF Karascada M im Parcours die schlechte Dressur wieder vergessen.
Der Ausflug nach Frankreich hat sich für die beiden topplatzieren Amazonen sicherlich auch finanziell gelohnt: Bettina Hoy vergoldet ihren Sieg mit 10000 Euro Preisgeld. Simone Deitermann erhält immerhin noch 8500 Euro für den 2. Platz.
Warendorfer Klima
Vier-Sterne-Sieg am Saisonende in Pau, Drei-Sterne-Doppelerfolg am Saisonbeginn: Bettina Hoy hat im buschreiter-Interview eine Erklärung für das Formhoch. "Wir fühlen uns in Warendorf sehr wohl." Die Top-Reiterin ist mit Ehemann Andrew Hoy vorübergehend ins DOKR-Ausbildungszentrum umgezogen, nachdem der Nutzungsvertrag für Stallinfrastruktur auf dem Anwesen von Prinzessin Anne in Gatcombe Park im Januar ausgelaufen war. Die Hoys sind zur Zeit mit sieben Pferden in Warendorf. Bettina Hoy: "Die Überbrückung ist perfekt, die regelmäßigere Arbeit mit den Trainern, die Superbedingungen – deshalb machen alle Pferde einen tollen Eindruck."
Freundlicher Saisonauftrakt
Die Drei-Sterne-Anforderungen im Cross von Fontainebleau waren nach Bettina Hoys Einschätzung diesmal dem Saisonauftakt "eher angemessen". In der Vergangenheit habe es an diesem Turnierplatz schon einmal zu schwere Prüfungsanforderungen gegeben. Doch diesmal sei in Fontainebleau "toll aufgebaut" gewesen. Das Cross habe sich durch rhythmische Linienführung und freundliche Füllsprünge ausgezeichnet. "Das ist allen Reitern und Pferde sehr zugute gekommen", befand Bettina Hoy.
WM-Test in Kentucky
Die siegreiche Amazone bereitet sich nun gedanklich schon auf den Flug mit Ringwood Cockatoo über den Großen Teich zum WM-Testturnier in Kentucky vor. "Weiter habe ich noch gar nicht geplant", sagte Bettina Hoy. Sie testet Lexington zusammen mit Peter Thomsen und The Ghost of Hamish und Beeke Kaack und Sinjang.
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