Buschreiter.de — aktuell: Fontainebleau, Ravenna

Weltcup-Quali-Sieg für Bettina Hoy

VON WOLF-DIETRICH NAHR

Für die Olympiasiegerin der Herzen, Bettina Hoy, hat die Saison begonnen, wie sie 2004 endete: Mit einem Drei-Sterne-Sieg. Nach dem Gewinn des CCI*** Boekelo im Oktober mit Diamond Magic setzte sich die Amazone bei der CIC***-Weltcup-Qualifikation im französischen Fontainebleau mit ihrem Olympiapferd Ringwood Cockatoo gegen ein starkes Feld durch (Archivfotos Julia Rau).

Nach Athen und der unseligen Medaillenaberkennung hat mancher Event in den Köpfen und Herzen einiger Fans möglicherweise immer noch Revanchecharakter. Wie dem auch sei: Ganz sachlich lässt sich festhalten, dass es keiner der französischen Spitzenreiter am Osterwochenende geschafft hat, Bettina Hoy und Cockatoo vom Treppchen zu verdrängen. Der Schimmel lieferte wieder einmal mit 35.4 die beste Dressur des 43-Paare-Feldes ab. Im Cross des CIC*** wahrte die Wahl-Engländerin mit besonnenen acht Zeitfehlern ihre Siegchancen: Nach Gelände und Dressur lag Bettina Hoy weiter auf Platz 1 vor dem Franzosen Jean-Lou Bigot mit 46.1 Punkten und ihrem Ehemann Andrew Hoy mit Master Monarch (48.9). Das abschließende Parcoursspringen brachte für die Top-Amazone trotz eines Abwurfs den Sieg, da ihr Verfolger nach Dressur und Geländeritt — Jean-Lou Bigot aus Frankreich mit Derby de Longueval — im Parcours ausschied. Trotz der Punktgleichheit sicherte sich die zweifache Weltcupsiegerin Linda Algotsson (Schweden) mit Fair Dobbin Platz 2 vor der Belgierin Karin Donckers mit Palmyra (jeweils 53.9 Strafpunkte) — mit einer geringfügig schnelleren Runde im Cross. Andrew Hoy verlor mit drei Abwürfen im Parcours Platz 2, wird aber mit dem 6. Platz im Sattel von Master Monarch immer noch zufrieden sein — zumal er Mr. Pracatan auch noch platzieren konnten (9.). buschreiter.de hat ihn zum Newcomer des Jahres 2004 ausgerufen und in Fontainebleau hat er gezeigt, dass die Erfolge der letzten Saison kein Strohfeuer waren: Hans-Heinrich Held aus Massenhausen bei München ritt Salino (Archivfoto Julia Rau) mit einer sehr harmonischen und schnellen Geländerunde und nur einem Abwurf im Parcours auf den 16. Drei-Sterne-Platz, wobei die 64er-Dressur Spielraum für noch bessere Resultate lässt. Held und Salino sorgten 2004 mit einem Sieg beim CCI*** im polnischen Bialy Bor für Aufsehen: Der Bayer schaffte damit nicht nur formal die Olympia-Qualifikation, obwohl zu der Zeit durch die Sichtungsleistungen der Konkurrenz die Athen-Tickets bereits verteilt waren; im Herbst bestätigte er beim CIC*** in Kreuth noch einmal die Leistung. Zu Recht strotzt "Heiner" Held vor Selbstbewusstsein: Im Winter hat er szeneöffentlich mitgeteilt, dass er 2005 einen Start beim CCI****-Klassiker in Burghley anstrebt.

Internationale Vielseitigkeit gab es am Osterwochenende außerdem noch im italienischen Ravenna, wo local hero Fabio Magni mit Southern King V den CIC** gewann. Bester deutscher Eventer war einmal mehr Michael Jung mit Miss Meller (4.) und Candle Light (30., Foto). Zählbares brachten die Österreicher Andreas Riedl/Piccolini (31.) und Alice Willroider/The Chimney Sweeper (43.) nach Hause. Den CIC* gewann der Italiener Marco Biasia/Gavroche du Sylfab. Beste Deutsche war Antoine Seiler/Infant (24.). Christian Ruhland (München) ritt zwei Pferde in die Wertung: Looking for xx (36.) und Ilkys de Blondel (46.). Außerdem mischte eine kleine österreichische Equipe mit: Michaela Iglhauser/Gissbert (23.), Karl Heinz Loistl/Out of the Dark (41.), Daniel Dunst/Top Gun (50.) und Harald Kikinger/Doubletto (52.) sowie Katrin Khoddam Hazrati/Savana (59.).

Ergebnisse: Fontainebleau CIC***, CIC*, Ravenna CIC**, CIC*



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