FEI-Sicherheitsprogramm
Weltverband fordert Diskussion über gefährliches Reiten
Die FEI will zur Verbesserung der Sicherheit im Vielseitigkeitssport die Entwicklung von deformierbaren Hinderniselementen und die Aufhängung von Obstacles im Gelände mit Hilfe von Pins mit Sollbruchstelle vorantreiben. Und der internationale Verband will das Wissen um und die Diskussion über gefährliches Reiten bereichern.
Das geht aus einer Pressemitteilung hervor, die die FEI nach einem Treffen von Experten aus 22 Ländern zum Thema Sicherheit im schwedischen Malmö verbreitet hat. Gleichzeitig hat die FEI eine Art Ausbildungsoffensive zum Thema "Risk Management" angekündigt, die sich gleichermaßen auf Reiter, Offizielle und Course Designer konzentrieren soll. Außerdem soll es FEI-Richtlinien für Parcoursbauer zur Minimierung des Unfallrisikos geben.
Fokus auf medizinische Folgen gerichtet
Alle Reitsportnationen, die internationale Vielseitigkeiten austragen, sollen einen nationalen Sicherheitsoffizier (National Safety Officer, NSO) ernennen. Von dem erhofft sich die FEI im Fall eines folgenschweren Unfalls verlässliche Informationen. Ohnehin sollen systematisch Daten und Informationen auch in Bezug auf medizinische und tierärztliche Aspekte von Unfällen gesammelt werden.
Die Rede ist von einem neuen weltweiten "Eventing Risk Management Policy and Action Plan", mit dem die Zahl von Pferdestürzen im Gelände verringert werden soll.
20 Prozent weniger Pferdestürze
Das FEI-Eventing-Komitee hat sich ein konkretes Ziel gesetzt: Innerhalb der nächsten drei Jahre soll die Zahl der Pferdestürze um zehn Prozent reduziert werden; bei Vier-Sterne-Prüfungen soll eine Reduktion um 20 Prozent eintreten. Für die Jahre 2004 bis 2009 hat die FEI festgestellt, dass trotz der Popularitätssteigerung des Vielseitigkeitssports mit einer Zunahme der Turnierzahlen um 35 Prozent und einem Mehr an Startern von 22,5 Prozent die Quote von Pferdestürzen von 2,02 auf 1,73 Prozent gesunken sei (aus der Originalpressemitteilung wird nicht klar, worauf sich diese Quote genau bezieht).
“Eventing is and will remain a risk sport. Our duty is to manage that risk,” sagte Giuseppe Della Chiesa (ITA), der neue Vorsitzende des FEI-Eventing-Komitees und FEI Eventing Risk Management Advisor.
"Beinahe-Unfälle betrachten"
Der FEI-Generalssekretär Alex McLin gab zu bedenken: "In der Vergangenheit gab es die Tendenz, einfach die Zahl der Unfälle zu zählen, aber wir müssen auch die Benahe-Unfälle betrachten. Das hat mit einem kulturellen Wandel im Selbstverständnis des Sports zu tun. Ausbildung und Schulung ist das Schlüsselwort."
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Lesermeinungen
Rhythmisches Reiten geht vor
Wir brauchen: 1. Durchtrainierte Reiter mit geschulten Reflexen für den leichten Sitz. 2. Vergleichbare Qualifikationen für die nächst höheren Aufgaben in ALLEN Klassen. 3. Im Training das Reiten aus höherem Tempo. Da die Rennbahn als Teilprüfung ausfällt, wird auch in dieser Richtung kaum trainiert. ( L-640 - M+S 690 m/ Mi. ). Reiten über geeignete Elemente - Bürsten mit guter Grundlinie - können für Reiter und Pferd eine lehrreiche Alternative darstellen. Zu oft sehen wir Paare, die auf langen Geraden über Tempo reiten. Zeiten gut machen muss sicher bleiben und geübt werden. 4. Training des "fünften" Beines nach William Micklem. Pferde müssen von Jugend an so ausgebildet werden, dass sie auf sich selber aufpassen und das gelernt haben.
Reiter, die vor den Sprüngen unsicher werden, nehmen ihren Pferden das Vertrauen vor, über und nach dem Sprung, dieses wiederum führt zu unschönen Bildern und Stürzen. Rhythmisches reiten geht IMMER vor. Still sitzen und nicht stören.
5. Besonders in den unteren Klassen bewusstes Abgehen der Strecken üben. Das sichere Reiten des Weges stärkt das Selbstbewusstsein. Mental trainieren heißt:Weniger Überraschungen erleben.
Eberhard Schulte - Günne
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