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Europameisterschaften der ländlichen Reiter- Erinnerungen ehemaliger Reiter und Sieger

Aktuell liegt unser deutsches Team auf Goldkurs, Frank Feldmann im Einzel an 2. und Marc Dahlkamp an 3. Stelle.

Die Europameisterschaften der ländlichen Reiter gibt es schon seit 1953- damals fanden das Championat in Bad Segeberg statt. Einerseits ist es sicher ein Championat, liebevoll die „Bauern-Olympiade“ genannt, andererseits gehört es nicht zu den FEI Championaten. Vielleicht auch deshalb, wurden die ländlichen Europameisterschaften in den Berichterstattungen immer etwas stiefmütterlich behandelt. Schade eigentlich, haben doch schon einige deutsche Reiter/innen die ländlichen Europameisterschaften gewinnen können.

Wir konnten uns ein paar Eindrücke der vergangenen ländlichen EM’s von vier ehemaligen, erfolgreichen Reitern erzählen lassen, um die Freude, die dieses Event mit sich bringt, etwas wirken zu lassen.

Unser diesjähriges Team ist bereits seit Dienstag in Helvoirt. Wir drücken natürlich die Daumen für die Titelverteidigung (2013 feierte Friederike Tophoff-Kaup den Doppelsieg.)

Hanno Vreden (Sieg mit der Mannschaft 2003 mit Limited Edition)

„Das schönste an der Ländlichen Euro ist der Teamgeist untereinander. Dann natürlich auch die Mannschaftsdressur. 6 Buschpferde in einer Dressur ist schon spannend..“

Sandi Tuschke-Bade (u.a. Sieg der Einzelwertung 1997 mit Enrico)

„Die Ländliche Euro ist etwas ganz Besonderes. Für diejenigen, die nicht gerade im Championatskader reiten, ist dies eine tolle Möglichkeit, bei einem Championat starten zu dürfen. Wenn man unter deutscher Flagge reiten kann und die Nationalhymne gespielt wird, ist das schon ein besonderer Moment. Für mich war es damals schon toll, dass ich mitfahren durfte. Es war meine erste Saison, in der ich auf 2* Niveau ritt. Das ganze Turnier und die Vorbereitung in Luhmühlen haben einfach nur Spaß gemacht, ich bin da ganz entspannt rangegangen. Vor dem abschließenden Springen lag ich noch an 6. oder 7. Stelle, aber die vor mir machten dann alle Fehler. Auf einmal hatte ich gewonnen. Aufgrund der Schweinepest war das 1997 sehr schwierig mit dem ganzen Rahmenprogramm. Wir hatten unheimlich Glück, dass unsere Pferde alle zusammen auf dem LKW von Rolli Böckmann an- und abreisten. Meine Freunde und Familie hatten zuhause dann eine große Party als Empfang organisiert- da habe ich mich auch riesig drüber gefreut!“

Friederike Tophoff-Kaup (u.a. Doppelsieg 2013 in Laintal mit Only You MG)

„Ich hatte das Glück schon mehrmals bei der ländlichen Europameisterschaft teilzunehmen, doch 2013 in Laintal-Österreich war natürlich ein Highlight mit dem Doppelsieg! Aufgrund des Engagements der Familie Böckmann, bei denen der Vorbereitungslehrgang stattfindet, haben alle Reiter die Möglichkeit sich besser kennen zu lernen. Das tägliche Trainierender Mannschafts Dressur schweißt ungemein zusammen. Die Mannschaftsdressur wird tatsächlich so oft geübt bis alles sitzt und perfekt klappt. Es ist häufig eine Herausforderung bis alle sechs Pferde in Reih und Glied gehen und stehen. Wenn dann alles klappt ist man umso stolzer und kann sich mit den Teamkollegen freuen. Ist die Mannschaftsdressur dann als erste Teilprüfung gemeistert worden, fiebern alle den verbleibenden Teilprüfungen entgegen und feuern sich gegenseitig an. Weiterhin geht es dabei nicht nur um den eigenen und Teamerfolg, sondern besonders auch um das Miteinander mit den anderen Mannschaften aus den teilnehmenden Nationen. Beim Länderabend hat jede Mannschaft die Chance sich den anderen Mannschaften anhand einer kleinen Vorführung vorzustellen. Das geschieht auf die unterschiedlichsten Art und Weise.

Das Miteinander im Zeltlager ist darüber hinaus eine tolle Erfahrung. Die deutschen Reiter und Ihre Begleitungen campen immer gemeinsam auf dem Turniergelände. Gemeinsame Mahlzeiten und kleinere Feiereien lassen die Gruppe schnell familiär zusammen wachsen!“

Anna-Maria Rieke (u.a. Teamsieg 2013 in Laintal mit Petite Dame)

„Jeder freut sich mit jedem- das ist so das Motto der gesamten ländlichen Euro. Da alle vorher einige Tage zusammen im Trainingscamp sind, und die Tagesplanung und die Aufgabenverteilung so organisiert werden, dass jeder mitverantwortlich ist, wird der Teamgedanke sehr ausgeprägt. Auch sind wir im Konvoi angereist, so einen Teamgeist erlebt man sonst wirklich selten. Die Gastfreundschaft der Familie Simone und Roger Böckmann ist nicht in Worte zu fassen, auch dadurch ist schon das Trainingscamp etwas Besonderes. Das Training der Mannschaftsdressur wird immer so absolviert, wie es die Pferde mitmachen. Da darf auch mal eine Spaßeinheit für die Pferde eingelegt werden. Trotzdem- die ernsthafte und fleißig Vorbereitung durch „Dieden“ Dietrich Fick und „Rolli“ Roger Böckmann war einfach gigantisch. Die ganze Woche hat einfach nur Spaß gemacht.“

Janet Wiesner (u.a. Siegerin 2011 mit FST Golden Joy)

„Ich bin natürlich schon sehr traurig, nicht dabei sein zu dürfen und drücke unseren deutschen Reitern natürlich ganz doll die Daumen und wünsche ihnen eine super Zeit. Das Besondere an der Ländlichen Euro iist ja der Teamgeist und das Zusammengehörigkeitsgefühk. Ich habe mich schon die letzten beiden Jahre darauf gefreut und  darauf hingerarbeitet. Golden Joy war ja auch in sehr guter Form, aber ein fieberhafter Infekt in der Woche vor dem Turnier hat leider unsere Pläne zunichte gemacht. Jetzt ist das Wichtigste, dass er sich wieder gut erholt und mit dann 16 Jahren wäre er ja auch für die nächste Euro noch nicht zu alt.. Außerdem versuche ich natürlich jüngere Pferde nachzuziehen, mit denen so ein Championat natürlich auch sehr reizvoll wäre. Auf jeden Fall möchte ich versuchen, es wieder auf die Ländliche Euro zu schaffen. Die gemeinsame Vorbereitungswoche, in der wir immer ganz hervorragend bei Simone und Roger Böckmann logieren durften, sowie der Mannschaftszusammenhalt sind einzigartig. Rundum ein Championat, bei dem Geselligkeit und das Kennenlernen neuer Freunde nicht zu kurz kommt.“

Unser Team 2015

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Bilder aus Laintal (2013)

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