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EQUITANA 2017: Ingrid Klimke live

Um 20 Uhr fiel der Startschuss für das Highlight des Tages Nummer drei der EQUITANA 2017. Nachdem Sonntag abend schon die Hengstschau 2017 von vielen Interessierten bestaunt wurde, schaffte es Ingrid Klimke einmal mehr, die Ränge fast restlos zu füllen.

Hier ist unser Video-Zusammenschnitt:

Während die Zuschauer schon in der Halle die neuen Geländehindernisse aus dem Bau von den Teams um Wilfried Thiebes und Bernd Backhaus vorfanden, startete der Live Abend mit einem Video- Ingrid Klimke präsentierte ihren Sponsoren SAP mit einem Video ihrer Helmkamera vom CHIO in Aachen. Sie saß dabei im Sattel von ihrem späteren Olympiapferd Hale Bob und erklärte anschaulich, was sie im Sattel zu tun hatte, um diese Strecke „just in time“ zu beenden. Punktlandung.

So wie auch der ganze Abend. Diese Euphorie und bedingungslosen Begeisterung für Ingrid Klimke kannte wieder einmal kaum Grenzen beim Publikum. Dies steigerte sich den Abend immer weiter, bis hin zum letzten Auftritt, bei dem Ingrid mit ihrem Berittpferd, dem Hengst Franziskus im pinken Frack mit pinker Kappe einritt, und eine Neuauflage des „Grand Prix Special nach freiem Ermessen“ vom letztjährigen Nürnberger Burgpokals in die Messehalle zauberte.

Doch von Anfang an. Nach dem die Zuschauer einmal das CICO3* mit ihr und „Bobby“ reiten durften, startete Ingrid mit einer Runde im Sattel des mittlerweile als Springpferd bis zur Klasse S eingesetzten Parmenides. Sie galoppierte ein und ritt eine schnelle Runde über die eigens hergestellten Geländehindernisse. Kurze Zeit später eröffnete sie dann „zu Fuß“ den Abend.

Dann ritten auch schon die ersten Paare ein, mit denen Ingrid die Entwicklung des Springens von schmalen Geländesprüngen demonstrierte. Es wäre nicht Ingrid, wenn nicht für jeden der Zuschauer etwas dabei wäre. „Weil wir wissen, dass hier heute auch viele Jugendliche dabei sind, haben wir extra zwei Ponies mitgebracht“. Im Ponysattel saßen ihre Patenkinder Johanna Schulze-Thier (Mondeo) und Konstantin Harting (Kamillo WE). Dazu kam ihre ehemalige Auszubildene Sophie Leube mit dem 8 jährigen Captain Veterano und ihre Tochter Greta Busacker mit Coco Maurice.

Auch die Umbauphasen blieben nicht ungenutzt, ein Video auf der großen Leinwand der Messehalle zeigten die Highlights von Ingrids bisheriger Karriere: Von Sydney mit Sleep Late über Hongkong mit FRH Butts Abraxxas, Badminton mit Hale Bob bis hin zu Luhmühlen und Aachen mit Escada wurde auch das Springen von Rio mit Hale Bob gezeigt, das die Mannschafts-Silbermedaille für Deutschland bedeutete.

Nun kamen aber auch die Dressurreiter zu ihrem Part: Ihre Auszubildende Sophie Schulze Eistrup saß im Sattel der 6 jährigen Farlana, während Ingrid selber den 4 jährigen Firlefanz vorstellte. Mit Mikrofon, versteht sich. Die beiden präsentierten die Lösungsphase und später auch Auszüge aus der Arbeitsphase.

Die nächste, kurze Pause brachte Ingrid mächtig Sympathiepunkte ein: In einem Video zeigt sie, wie sie Firlefanz ermutigen möchte, groß und mutig zu sein, um an etwas vorbeizugehen, dieser aber aus heiterem Himmel einen Bocksprung mit allen Vieren nach dem nächsten vollzieht und Ingrid Klimke den Sattel verlässt. Es findet sich jeder wieder, an diesem Abend auf der Equitana.

Nun gehört die Bühne dem letztjährigen Bundeschampion der 6 jährigen Vielseitigkeitspferde, der verletzungsbedingt nicht mehr in Le Lion d’Angers an den Start ging: Königssee. Im Sattel des Trakehners zeigt sie die Dressurarbeit mit ihm, die Entwicklung von Traversalen und fliegenden Galoppwechseln.

Wenn einer nicht fehlen durfte, dann war es der nun 20 jährige „Braxxi“. Das mittlerweile schon gewohnte Bild von Team-Leaderin Carmen Thiemann, die „ohne alles“, nur mit Halsring ausgestattet ein paar Male über das Cavaletti reitet. Doch auch dieser Beitrag war gut durchgeplant: „Nachbarin Else Schulze-Buxtrupp“ (Freundin Sylvie von Heeremann übernahm diesen liebevollen Part)erzählt von Ingrids Anfängen im Sattel, als sie über die Buschhürden zu ihr in den Garten sprang. Das macht sie mit ihrem Reisigbesen auch gleich mal mit Braxxi. Ein sympathisches Bild.

Auch Dressurstute Geraldine kommt zum Einsatz, für die Kommentierung ist kein geringerer als Christoph Hess hinzugekommen. Eindrucksvoll zeigen sie mit der Fuchsstute die Entwicklung der Trabqualität durch Tempiwechsel, bis es in die Galopparbeit übergeht. Die 9 jährige zeigt sich sehr konzentriert, sodass die Anforderungen von den Galopppirouetten in die Serienwechsel übergehen. Nach gelungenen 4er und 3er Wechseln folgenden die 2er Wechsel und als großes Highlight auch an der Schnur gezogene, 15 Einerwechsel- die Anforderungen des Grand Prix.

Doch auch die beiden Toppferde der Vielseitigkeit werden gezeigt. Carmen Thiemann im Sattel von Escada, die nach ihrem letzten Auftritt in Aachen 2016 wieder genesen scheint, und Hale Bob mit der Reitmeisterin im Sattel. Eindrucksvoll zeigen sie, wie man mit Cavalettiarbeit spielerisch die Bewegungsqualität im Trab und gewissermaßen auch im Galopp verbessern kann. „In Rio habe ich immer meine Cavalettis auslegen lassen, während die anderen am Berg galoppieren waren. Bis zum letzten Vorbereitungsplatz hatten die Cavalettis für Bobby dabei und er ging in Rio die Dressur seines Lebens.“

Tochter Greta Busacker und Patenkind Johanna Schulze Thier demonstrierten anschließend noch weitere Cavalettiarbeit: Von zwei Cavalettis mit einer Distanz auf 19 Metern, die mit Variationen von 4-8 Galoppsprüngen überwunden wurden, über die Zirkelarbeit mit vier Cavalettis im Galopp war alles dabei. Johanna zeigte zum Abschluss einen gelungenen Zirkel, bei dem sie nach jedem Cavaletti die Galoppsprunganzahl von 3 nach 4 wechselte- das war schon anspruchsvoll!

Doch Ingrid wäre nicht Ingrid, wenn nicht auch die kleinere Philippa einmal die große Atmosphäre schon schnuppern dürfte. Mit ihrem Pony ritt sie im Turnierdress an der Seite von Greta auf Soma Bay ein paar flotte Runden durch die Halle.

Den Abschluss bildete dann, wie bereits beschrieben, der Hengst Franziskus, dessen Auftritt mit standing ovations belohnt wurde.

Fazit: Einmal mehr zeigte Ingrid Klimke, dass sie den Titel Reitmeister auch mit Leben füllt und ihren Lehrauftrag sehr ernst nimmt. Eine mit circa 5000 Interessierten gefüllte Messehalle so zu begeistern, dass muss erstmal einer nachmachen. Die geschickte Auswahl der Reiterpaare und Beteiligten zeigten eine akribische Vorbereitung- das ist das wofür man sie nicht nur im Sattel bewundern kann. Als Ingrid sich am Ende bedankte, konnte man nicht mehr, als ihr Recht geben: So ein Abend wäre ohne das Team nicht möglich. Danke auch dafür an alle, die mitgewirkt haben!

 

Der Beginn des live Abends: Ingrid Klimke zeigt das Video der Helmkamera vom CHIO Aachen