Buschreiter.de aktuell: Burghley 2003/Dopinggerüchte
In der Ruhe liegt die Kraft
VON WOLF-DIETRICH NAHR
Ein offenbar unzutreffendes Gerücht gibt die Gelegenheit, etwas hinter die Kulissen der FEI zu schauen, die sich bemüht, den Vielseitigkeitssport frei von unerlaubten Pferde-Behandlungsmethoden zu halten.

Was rumort in der Szene? Im englischen Eventing-Milieu halten sich hartnäckige Spekulationen über angeblich positiv getestete Pferde beim CCI**** in Burghley wobei dies nicht in der britischen Fachpresse zu lesen war und deshalb dort auch nicht abgeschrieben werden konnte: Drei Vierbeiner sollen im Herbst Substanzen im Körper gehabt haben, die nach den Dopingvorschriften nicht erlaubt sind. Buschreiter.de recherchierte bei der FEI (nicht über die Pressestelle) und fand heraus, dass bei dem englischen Klassiker 2003 tatsächlich nicht weniger als 15 Pferde einer Dopingkontrolle unterzogen worden waren. Allerdings bestätigte sich nicht, dass es dabei positive Kandidaten gegeben habe. Alle 15 Vierbeiner seien negativ gewesen, so die Informationen von buschreiter.de. Warum die große Zahl von Tests bei einem einzigen Event? Hintergrund ist das Bemühen der FEI, bei Vielseitigkeitspferden den unerlaubten Einsatz von Beruhigungsmitteln zu unterbinden bzw. aufzuspüren. Einschlägige Medikamente stehen ohnehin auf der Dopingliste. Fände sich bei einem Test ein solches Pharmazeutikum, hätte dies für den Reiter vermutlich erhebliche Konsequenzen. Allerdings gab oder gibt es einen Graubereich, in dem Eventer "sanfte" Beruhigungsmittel etwa pflanzlicher Art einsetzen, die allerdings auch dopingverdächtige Wirkstoffe enthalten können. Ziel einer solchen "Behandlung" ist es, die hochtrainierten Geländepferde für die Dressur-Teilprüfung ruhig zu bringen. Die Sicherheitsdebatte der vergangenen Jahre hat allerdings das Bewußtsein für die Risiken geschärft: Es ist zwar nicht bewiesen, aber nicht völlig auszuschließen, dass auch vermeintlich harmlose pflanzliche "Ruhigmacher" das Reaktionsvermögen der Pferde einschränken und damit die Unfallgefahren im Cross erhöhen.
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