Buschreiter.de — aktuell: Nachwuchs-DM, Bramham, Ede

Kampf um die Titel der Youngster

Mega-Wochenende im Buschsport: Während der deutsche Vielseitigkeitsnachwuchs in Hohenberg-Krusemark seine Meister suchte und fand, ritten die "Großen" im holländischen Ede und im englischen Bramham um Drei-Sterne-Ehren.

Im vergangenen Jahr noch Vizemeisterin der Junioren, ist Sandra Auffarth (Ganderkesee) jetzt Nummer eins bei den Jungen Reitern. Bei den Deutschen Vielseitigkeits-Meisterschaften in Hohenberg-Krusemark bei Stendal holte sich die aus einer Züchterfamilie stammende 18-Jährige mit einem Endergebnis von 54,90 Strafpunkten den Titel. Ihren Erfolg teilt sie sich mit Carlos (Archivfoto Julia Rau), einem von der Familie Auffarth selbst gezogenen achtjährigen Oldenburger Wallach. Die Silbermedaille ging an die amtierende Mannschafts-Europameisterin der Jungen Reiter, Marie-Louisa Meyer (Ibbenbüren) mit I’m no Angel (59,9). Beide Reiterinnen hatten bereits nach der Dressur die Nase vorn. Dagegen konnte sich "Preis der Besten"-Siegerin Christine Seitz (Sachsenheim) mit Amigo (Archivfoto Julia Rau) im Laufe der dreiteiligen Prüfung immer mehr verbessern. Nach Dressur noch auf Platz 16, rückte sie nach dem Geländeritt auf Platz sieben vor und schaffte es am Ende dank einer Nullrunde im Springen noch auf den Bronzerang (60,6). Überschattet wurde die Meisterschaft durch einen Unfall im Gelände. Anke Büsch (Bonn) stürzte mit ihrem Pferd Cincinnati am letzten Hindernis der Geländestrecke, die sie bis dahin problemlos bewältigt hatte. Die Reiterin wurde ins Krankenhaus gebracht, wo eine Gehirnerschütterung festgestellt wurde. Ihr Pferd wurde umgehend tierärztlich versorgt, starb allerdings beim Transport in die Tierklinik an Kreislaufversagen. Das routinierte Paar hatte zuletzt beim Preis der Besten Platz drei belegt. Insgesamt gingen 33 Paare, darunter auch sechs "Senioren", in der als internationale Zwei-Sterne-Prüfung (CIC**) an den Start. Auf den weiteren Plätzen in der DM-Wertung landeten Anna-Katharina Störtenbecker (Sagau) mit Quirrido (69,5), Jennifer Krüger (Schenkendorf) mit Ruprecht (73,7), Leonie Dissmann (Calw) mit Santa’s Little Helper (77,3), Lisette Ahrens (Hannover) mit Izikus xx (72,3) und Maren Müller (Passin) mit Uso (83,6). Antje Deparade (Engersen) ist neue Deutsche Junioren-Meisterin Vielseitigkeit. In Hohenberg-Krusemark sicherte sich die 18-jährige Sachsen-Anhaltinerin zum zweiten Mal den Titel. Bereits 2003 holte sie — als erste Reiterin aus den neuen Bundesländern - bei Deutschen Titelkämpfen (in Kreuth) die Goldmedaille. Damals wie heute saß sie im Sattel der elfjährigen, in der Familie gezogenen Schimmelstute Komtess (Archivfoto Nahr). In diesem Jahr vor heimischem Publikum zu starten, fand die Reiterin allerdings "noch schwieriger. Der Druck ist einfach höher, wenn man weiß, dass viele Bekannte zuschauen." Dennoch behielt sie bis zum Schluss die Nerven und fügte ihrem Dressurergebnis von 42,6 Strafpunkten sowohl im Gelände als auch im abschließenden Springen keine weiteren mehr hinzu. Mit der Goldmedaille nicht genug, konnte die Schülerin außerdem mit ihrem Nachwuchspferd Felix D, einem Komtess-Sohn, den zehnten Platz in der als internationale Ein-Stern-Prüfung ohne Rennbahn belegen. Die Silbermedaille ging an Titelverteidigerin Nicola Kristin Haller (Heiligenhafen) mit Zampano M, die die Meisterschaften ebenfalls mit ihrem Dressurergebnis von 44,3 Strafpunkten beendete. Die Bronzemedaille sicherte sich eine DM-Newcomerin: die 17-jährige Franziska Klingenthal aus Paderborn. Wie die beiden Erstplatzierten blieb auch sie im ihrem 14-jährigen Westfalen Clichy im abschließenden Springen fehlerfrei und schaffte damit den Sprung vom sechsten Platz nach Dressur und Gelände aufs Treppchen. Sie hatte am Ende 49,3 Strafpunkte auf dem Konto. Insgesamt bewarben sich 53 Paare aus zwölf Landesverbänden in Hohenberg-Krusemark um den Titel des Juniorenmeisters. Ebenfalls unter die ersten Zehn schafften es Julia Krajewski (Nordhorn) mit Leading Edge (50,9), Vivien Küst (Pinneberg) mit dem 19-jährigen Ex-Olympiapferd Kiwi Dream (51,2), Sabrina Mertens (Harsewinkel) mit Divolo (51,9), Sonja Buck (Pfalzgrafenweiler) mit Ohio (55,2), Neeke Katharina Rothe (Eutin) mit Leonie (55,5) sowie Ronja Bergmann (Ahrensbök) mit Cayenne GS (56,6).

Im Anschluss an die Deutschen Jugendmeisterschaften Vielseitigkeit in Hohenberg-Krusemark empfahl der Ausschuss Vielseitigkeit des Deutschen Olympiade-Komitees für Reiterei (DOKR) folgenden Reiterinnen und Reitern den Start bei der zweiten Europameisterschaftssichtung in Bad Segeberg im Rahmen der Deutschen Mannschafts-Meisterschaften (7. bis 10.Juli):

 Junioren (alphabetisch): Ronja Bergmann (Ahrensbök) mit Cayenne GS; Sonja Buck (Pfalzgrafenweiler) mit Ohio; Anne Burmeister (Hamburg) mit Suzie Wong; Antje Deparade (Engersen) mit Komtess, Nicola Kristin Haller (Heiligenhafen) mit Zampano; Niklas Hebing (Bocholt) mit Lagina; Marie-Lena Kate (Toppenstedt) mit Ballerina; Franziska Klingenthal (Paderborn) mit Clichy; Julia Krajewski (Nordhorn) mit Leading Edge; Vivien Küst (Pinneberg) mit Kiwi Dream; Johanna Marsian (Schillsdorf) mit Hill Dream unter der Voraussetzung der Einsatzfähigkeit und eines entsprechenden Leistungsnachwuchses; Sabrina Mertens (Harsewinkel) mit Divolo; Lisa Neukäter (Hünxe) mit Cedrick; Julia Weiser (Dorstadt) mit Attention Now.

 Junge Reiter (alphabetisch): Lisette Ahrens (Hannover) mit Izikus xx; Sandra Auffahrt (Ganderkesee) mit Carlos; Leonie Dissmann (Calw) mit Santa’s Little Helper; Jens Hoffrogge (Dorsten) mit Parox unter Vorbehalt der Einsatzfähigkeit, Jennifer Krüger (Schenkendorf) mit Ruprecht; Marie-Louisa Meyer (Ibbenbüren) mit I’m no Angel; Maren Müller (Passin) mit Uso; Kerstin Pede (Liepe) mit Gino; Christine Seitz (Sachsenheim) mit Amigo; Anna-Katharina Störtenbecker (Sagau) mit Quirrido; Anna Topf (Ansbach) mit Antonelli unter der Voraussetzung der Einsatzfähigkeit und eines entsprechenden Leistungsnachweises sowie Nicola Winkler (Eutin) mit Reth Man.

Beim internationalen Drei-Sterne-Vielseitigkeitsturnier (CCI***) im britischen Bramham belegte Stephanie Thompson (Banbury/GBR) mit Jacko’s Delight als beste Deutsche Platz sechs. 67,4 Strafpunkte gingen am Ende auf das Konto der deutschen Europameisterschaftsteilnehmerin 2003. Einen Doppelerfolg konnte Großbritanniens Topreiter William Fox-Pitt feiern. Er siegte nicht nur mit Mr Dumbledore (39,4), sondern belegte darüber hinaus mit Idalgo auch Platz zwei (45,6). Nicht nach Plan lief es dagegen für die nach Dressur führende Bettina Hoy (Gatcombe/GBR). Ihr Pferd Magic Diamond rutschte beim Anreiten des Wasserhindernisses so aus, dass sie aus dem Sattel kam. Danach verzichtete sie auf einen Weiterritt.

Simone Deitermann, Reservereiterin bei den Olympischen Spielen in Athen, hat die internationale Zwei-Sterne-Prüfung (CIC**) im niederländische Ede gewonnen. Mit ihrem Nachwuchspferd Free Easy ließ sie die Konkurrenz weit hinter sich. Während die Saerbeckerin lediglich 49,2 Strafpunkte in Dressur, Gelände und Springen in Kauf nehmen musste, waren es beim Zweitplatzierten Eddy Sans (Frankreich) mit Jefferson d’Aurois 57,7. Auf dem dritten Platz landete Peter Dohn (Bad Honnef) mit Manacor (58,8) vor Andreas Ostholt (Warendorf) mit Water Dance xx (59,7). Ein weiterer Sieg gelang in Ede Dirk Schrade (Warendorf). Er hatte mit Solana die Nase in der Ein-Stern-Prüfung vorne. Bester Deutscher in der Drei-Sterne-Prüfung, die erstmals in Ede ausgetragen wurde, war Gerd-Olaf Neuberg (Salzhausen) mit Saphir. Er erreichte Platz drei (74,4). Ebenfalls platziert wurde im CIC*** Carl-Christian Bolten (Warendorf) mit Mr. Ramsey (Platz sechs/ 93,7). Den Sieg trug die Belgierin Karin Donckers mit Gazelle de la Brasserie davon (70,5).

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