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Andreas Dibowski gibt den Takt vor – nun auch im dänischen Vielseitigkeits-Kader (Archivfotos Julia Rau)

Deutsche Trainer im Ausland: Andreas Dibowski

Multi-Instruktor für die Dänen und Polen

VON WOLF-DIETRICH NAHR

Sie sind Wanderer zwischen den Welten des Vielseitigkeitssportes: Deutsche Ausbilder und Reiter, die sich außerhalb der Landesgrenzen als Trainer von Buschsportlern und ihrer Pferde betätigen. Der Aufstieg der heimischen Eventer auf Weltniveau macht die Größen der deutschen Vielseitigkeit offenbar auch als Berater und Coaches anderswo höchst interessant. Buschreiter.de stellt in loser Folge Trainerpersönlichkeiten vor. Dritte Folge: Andreas Dibowski. (Bereits exklusiv bei buschreiter.de erschienen: Ralf Ehrenbrink, Dr. Matthias Baumann).

Der Dauer-Championatsreiter, Vielstarter und äußerst fleißige Ausbilder im Inland, Andreas Dibowski, hat eben wieder den Sprung auf die bereits veröffentlichte Olympia-Longlist für Hongkong 2008 geschafft, und zwar mit FRH Serve Well und Euroridings Butts Leon. Der Mann kann eigentlich ab jetzt nicht viel mehr im Kopf haben als seinen Olympiaeinsatz. Hat er auch – aber dazu noch einiges mehr: Die Trainerrolle von Spitzenreitern aus Dänemark und aus Polen. Doch "Dibo" zeigt sich selbst und den ausländischen Schützlingen die Grenzen auf: "Es geht Richtung Hongkong, und da hat das eigene Reiten Priorität."

Nationaltrainer angeboten

Dabei hätte Andreas Dibowski veritabler Nationaltrainer der dänischen Vielseitigkeitsreiter werden sollen. Die Initiative hatte Christian Struck, Ehemann der dänischen Turnierrichterin Anne-Mette Binder, ergriffen. Struck obliegt quasi das Management des dänischen Vielseitigkeits-Kaders. Er hatte sich Dibowski als Trainer ausgeguckt. Der deutsche Top-Eventer widmet sich ja in der turnierarmen Zeit intensiv der Ausbildung von Reitern und Pferden im Buschsport, und das regelmäßig bei Kursen und Lehrgängen in der ganzen Republik. Auf die dänischen Anfrage hat er schließlich "mit Einschränkung zugesagt". Doch in die Rolle des Nationaltrainers wollte "Dibo" nicht gleich schlüpfen: Eine Lehrgangsserie im Winter, Förderkurse, Geländeinstruktionen – ja; doch eine intensive Turnierbetreuung ist für Andreas Dibowski nicht darstellbar, solange er selbst aktiv im internationalen Buschzirkus mit den Ton angibt.

Training in Sahrendorf und Luhmühlen

Der gefragte Trainer fuhr im Februar nach Dänemark, um für die Spitzenpaare einen Top-Kurs zu organisieren. Fünf Reiter mit acht Pferden kamen Ende März nach Sahrendorf und Luhmühlen, um sich bei "Dibo" den letzten Schliff im Cross zu holen. "Das sind alles Paare mit der Perspektive Richtung Drei-Sterne-Niveau", berichtet er. Die Dänen profitierten davon, dass Andreas Dibowski bei der EM in Pratoni nicht selbst zum Einsatz kam: Er konnte sich in Italien ganz auf die Betreuung seiner skandinavischen Schüler konzentieren. "Das war so nicht geplant gewesen."

"Ich will mich nicht festfahren"

Vor der Saison 2008 dürfen sich die dänischen Vielseitigkeitscracks auf insgesamt drei Trainingsmaßnahmen mit Andreas Dibowski freuen. Im kommenden Frühjahr stimmen sich die Paare aus dem Norden wiederum in der Lüneburger Heide im Gelände auf die Sterne-Welt ein. Darüberhinaus steht "Dibo" diesem Kreis auch dann mit Rat und Tat zur Seite, wenn er selbst gerade bei einem Event startet. "Ich will gerne beraten und mit den Reitern das Gelände abgehen, aber ich kann das nicht fest zusagen, ich will mich nicht festfahren."

Hervorragend beritten

Auch von anderer Seite ist Andreas Dibowski ein gefragter Instruktor: Zu seinen Schülern zählt der polnische Spitzen-Jockey Pavel Spisak, der im Abstand von vier Wochen zu "Dibo" fährt, um zu trainieren. Bei der EM in Pratoni gab er einem zweiten polnischen Eventer an Ort und Stelle wichtige Tipps. "Die Nachfrage ist da, das auszubauen, aber ich habe das erst einmal auf Eis gelegt." Denn Andreas Dibowski ist in der Saison 2008 selbst hervorragend beritten. Und eine internationale Championats-Medaille ist das, was sich seine große Fangemeinde für ihn wünscht. Ihre Meinung zum Thema?

Wolf-Dietrich Nahr/www.buschreiter.de

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