Buschreiter.
de Ð aktuell: WM-Vorschau/Andreas Dibowski
VON WOLF-DIETRICH NAHR

Die meisten Vielseitigkeitsreiter warten ein Leben lang vergebens auf ein geeignetes Championatspferd Ð einer hat gleich zwei im Stall und kann sich wenige Tage vor den Weltreiterspielen in Aachen nicht so recht entscheiden: Andreas Dibowski muss nolens volens wŠhlen zwischen Little Lemon (links) und Serve Well (rechts). Im buschreiter.de-Interview sagte der WM-Reiter am Donnerstag vor der Abreise ins Trainingslager in Warendorf: ãDas ist wirklich schwierig, weil beide absolut gleichwertig sind.Ò (Archivfotos Julia Rau)
Beide Pferde laborierten in
dieser Saison an einer Verletzung, beide Vierbeiner beeindruckten aber auf ihre
Weise mit ihren QualitŠten. Little Lemon bewies seine Weltklasse beim CCI**** in
Badminton unter den besten Paaren mit dem 13. Platz und hŠtte bei der
Weltcup-Qualifikation im polnischen Strzegom leicht punkten kšnnen: Der Wallach
lag nach Dressur und GelŠnde an 4. Stelle. Allerdings zog er sich im Cross eine
leichte Prellung zu, so dass an einen Start im Springen nicht mehr zu denken
war. Andreas Dibowski: ãDer Bluterguss am Bein war aber keineswegs
besorgniserregend.Ò Mit dem 2. Platz bei der Deutschen Meisterschaft in
Schenefeld empfahl sich Little Lemon dann endgŸltig fŸr einen WM-Start.
Ernsteren Charakter hatte die Blessur von Serve Well, Dibos EM-Pferd von 2005.
Wegen einer Verletzung am Bein musste die Stute acht Wochen pausieren. Der
Eventer: ãIch war mir nicht ganz sicher, ob die RŸckkehr ins Training
rechtzeitig mšglich sein wŸrde.Ò Das Testturnier vor Schenefeld war dann aber
Ÿberraschenderweise ein voller Erfolg: Serve Well gewann auf Anhieb den CIC* in
Holzerode. Bei der Weltcup-Qualifikation in Schenefeld forderte Andreas
Dibowski dann von der Stute nicht die volle LeistungsfŠhigkeit. ãDas war ja
kein Kurs zum Bummeln, ich habe etwa 70 Prozent abgefragt und sie hat meiner
Ansicht nach sehr Ÿberzeugt.Ò Der Busch-Profi kommt leicht ins SchwŠrmen: ãDas
ist bei dem Pferd einmalig: Nach einer Pause ist sehr schnell jederzeit die
volle Leistung abrufbar.Ò Die
gesundheitlichen Probleme waren Ÿberwunden und Andreas Dibowski hat das
Trainingspensum kontinuierlich gesteigert. Jetzt ist er sich sicher, dass Serve
Well optimal fŸr die Weltreiterspiele vorbereitet ist: ãIch habe mir vorgenommen,
nicht mit einem halben Pferd da hinzufahren.Ò Nun aber wird sich unweigerlich
die Frage stellen, fŸr wen sich Dibo entscheidet: ãBeide sind in jeder
Disziplin absolut gleichwertig, vielleicht zwei Punkte plus oder minus.Ò Das
Reglement lŠsst zu, dass der Eventer beide Vierbeiner am Mittwoch bei der
Verfassung vorstellt und dann kurz vor Beginn der Dressur am Donnerstag das
Pferd wechselt. Keine leichte SchlŸsselfrage, die vielleicht fŸr den Erfolg des
deutschen Teams bei der WM ausschlaggebend ist. Folglich mšchte sie am liebsten
keiner alleine treffen. ãLetztlich muss das Andreas mit entscheidenÒ, hatte
Bundestrainer Hans Melzer im buschreiter-Interview gesagt. Und Andreas Dibowski
rei§t sich auch nicht um die Verantwortung: ãDie letzte Entscheidung liegt beim
Trainer.Ò Ganz neu ist die Situation fŸr Dibo allerdings nicht: Bei den
Weltreiterspielen 2002 in Jerez lautete die Frage: Ginger oder Leonas Dancer?
Letzterer wurde dann bekanntlich ins Rennen geschickt.
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