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EM-Nominierung mit Hindernissen: Bettina Hoys Ringwood Cockatoo hat eine Hufprellung und kann in Schenefeld nicht an den Start gehen (Archivfoto Julia Rau).

Bettina Hoy/Ringwood Cockatoo

Eine Hufprellung durchkreuzt die Pläne

VON WOLF-DIETRICH NAHR

Bettina Hoy wird Ringwood Cockatoo bei der letzten EM-Sichtung in Schenefeld am Wochenende nicht vorstellen, weil sich das Pferd eine Verletzung zugezogen hat. Allerdings bedeutet dies noch nicht das Aus für Fontainebleau. Sollte Ringwood Cockatoo genesen und die Reiterin eine von zwei Optionen zur Nachqualifizierung nutzen können, wäre vielleicht doch noch ein EM-Ticket drin.

Die Nachricht schlug am Donnerstag bei der Pressekonferenz für die „Schenefelder Vielseitigkeit 2009“ wie eine Bombe ein: Bettina Hoy , die Mannschaftsweltmeisterin von 2006 und Europameisterin von 1997, die mit Ringwood Cockatoo dreimal deutsche Meisterin (2002, 2004, 2006) wurde, kommt nicht. „Das Pferd hat sich verletzt, wurde von Mannschaftstierarzt Dr. Carsten Rohde in der Klinik in Telgte untersucht und kann nicht starten“, sagte Bundestrainer Chris Bartle am Mittag.

Nur eine kurze Pause?

Was hat Ringwood Cockatoo? Nach Informationen von buschreiter.de laboriert der Schimmel an einer Hufprellung vorne. Dies wurde am Donnerstag nach Angaben von Bundestrainer Hans Melzer in der Pferdeklinik in Telgte festgestellt. Im Moment sei nur sicher, dass Ringwood Cockatoo in Schenefeld nicht starten könne. Die nächsten Tage müssten nun zeigen, wie lange der Vollblüter pausieren müsse und wann er die Arbeit wieder aufnehmen könne.

Erste Priorität

Obwohl Schenefeld nach dem Weltcup-Finale in Strzegom eigentlich die letzte Sichtung für die EM ist, könnte Bettina Hoy doch noch ihre Chance wahren, denn das Paar war ja nach Luhmühlen angesichts der Leistungen beim CCI**** in Pau am Saisonende 2008 und zu Saisonbeginn in Lexington mit erster Priorität auf die EM-Longlist gesetzt worden.

Breda oder Bonn?

Bundestrainer Melzer wollte im buschreiter-Interview den Entscheidungen des DOKR-Vielseitigkeitsausschusses zwar nicht vorgreifen, aber er sieht durchaus die Option, dass Bettina Hoy und Ringwood Cockatoo eine Nominierung unter Vorbehalt bekommen. Das Pferd müsste natürlich fit sein und dann bei einem anderen Event eine "Formüberprüfung" durchlaufen. Mögliche Turnierorte: die Drei-Sterne-Kurzprüfung in Breda am übernächsten Wochenende oder der CIC*** in Bonn-Rodderberg eine Woche später.

Eine Stellungnahme von Bettina Hoy war am Donnerstag nicht zu erhalten.

Die Geschichte wiederholt sich (nicht)

Dieses Prozedere hatte es schon einmal vor Olympia 2008 gegeben. Ringwood Cockatoo hatte sich damals im Springparcours von Aachen leicht verletzt. Eine Chance auf eine Nachqualifizierung hatte Bettina Hoy damals nicht wahrgenommen und auf Olympia verzichtet.

Letzte Championats-Chance

"Wir müssen abwarten, wie sich die anderen Kandidaten in Schenefeld präsentieren", sagte Hans Melzer. Sollte es zu keiner EM-Teilnahme des Paares kommen, dann hätte Ringwood Cockatoo die letzte Chance für einen Championatseinsatz verpasst. Bettina Hoy hat bereits ausgeschlossen, dass sie mit dem Pferd die Weltreiterspiele 2010 anpeilen könnte.

Burghley gestrichen?

Welche Reservisten kommen nun zum Zug? Ein Trio stellt die Reserve I: Kai-Steffen Meier kuriert gerade seinen Sprungelenksbruch aus und möchte mit Karascada M am Wochenende in Schenefeld seine EM-Chance wahren. Zeitweise hatte er sich wahrscheinlich nicht mehr so große Hoffnungen gemacht, weil er vorübergehend den Klassiker in Burghley am ersten September-Wochenende angepeilt hatte. Diese Pläne gab Meier aber wieder auf.

Chance für Warnecke und Thomsen

Anna Warnecke wird sich nun auch fragen, ob sie auf einen Start mit Twinkle Bee in Burghley verzichten soll, um vielleicht doch noch die Reise nach Fontainebleau antreten zu können. In Wartestellung befinden sich außerdem Peter Thomsen und The Ghost of Hamish – ein sicheres Vier-Sterne-Pferd. Der Reiter ist quasi auf die Zitterpartie einer Berufung für das Championat abonniert.

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