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Lesermeinungen
Sehr geehrtes Buschreiter-Team!
Ich bin mit meinem Trakehnerhengst El Greco seit Jahren als Amateur, aber doch recht erfolgreich bis zum 3*-Niveau in der Buschszene unterwegs. Eine gute Bekannte von mir ist die in den USA lebende Dr. Maren Engelhardt, einer guten Freundin von Darren Chiacchia und Mitbesitzerin des Pferdes, mit dem Darren sich am Wochenende überschlagen hat.
Ihre Berichte über den tragischen Unfall habe ich mit sehr zweigeteilten Gefühlen aufgenommen. Zum einen gebe ich Ihnen natürlich völlig recht, dass die Vielseitigkeit ein entsprechendes Training voraussetzt oder es auch wichtig ist zu wissen, ob dem Pferd etwas passiert ist. Zum anderen bin ich aber der Meinung, dass die Diskussion, die in den Staaten über technische Elemente in Geländekursen entbrannt ist, durchaus mehr Beachtung verdient.
Es war schon höchste Zeit, dass über die Möglichkeiten, den Reiter bei Stürzen besser zu schützen, diskutiert wird. Wenn man aber mal mal ehrlich ist, ist bisher außer Ideenansätzen noch nicht genug dabei herausgekommen. Bei einem Sturz hat der Reiter den Bruchteil einer Sekunde Zeit, bis er auf den Boden aufschlägt. Die Airbag-Westen öffnen dafür nicht schnell genug und ein Abrollen ist erstens leichter gesagt als getan, weil der Reiter ja nicht bestimmt, in welchem Winkel er zur Erde fällt, und zweitens bringt alles Abrollen nichts, wenn das Pferd wie in Darrens Fall auch stürzt und den Reiter unter sich begräbt.
Ich spreche da aus eigener Erfahrung, da ich vor fast zwei Wochen im Geländetrainig in Luhmühlen mit Pferd gestürzt bin. Während meiner Studienzeit habe ich an einem Kampftraining teilgenommen, das auch Fallübungen ausgedehnt trainiert hat, und ich kann Ihnen sagen, bei einem Sturz mit Pferd bringt Ihnen das überhaupt nichts. Fakt ist außerdem, dass es ja schön und gut ist, wenn Kadermitglieder die Möglichkeit bekommen, ein Training zu absolvieren, das schwerere Stürze vermeiden soll, sei es in Form von Training oder sei es als Fallübungen. Aber was ist mit der Mehrheit der VS-Reiter, den Amateuren, den Einzelkämpfern und den jungen Reitern, kurz: der breiten Masse?
Man kann zum Teil schon in Vielseitigkeiten der Kl.A technische Elemente finden, die für unerfahrene Reiter und/oder Pferde kaum zu meistern sind. Dieser Trend setzt sich auch in den nächst höheren Klassen fort, und ich kann Ihnen zig Beispiele nennen, wo Hindernisskomplexe stehen, die früher oder später, mehr oder weniger zu Stürzen führen mussten. Und meiner Meinung nach sind technische Elemente, auch wenn sie auf Vorwärtsdistanzen gebaut sind, eine absolute Gefahrenquelle. Ein etwas zu hoch oder zu niedrig angelegtes Tempo, eine kleine Abweichung von der Optimallinie und es kommt zu "halben Distanzen", die wiederum Hauptgründe für Stürze sind.
Nimmt man nun das Argument, dass man sowas trainieren kann, so ist das bestimmt richtig, aber als Gegenargument steht natürlich, dass immer mal was schief laufen kann und schon ein schwerer Sturz einer zuviel ist.
Ich finde es richtig was der Präsident Kevin Baumgardner auf der Homepage des USEA in einen offenen Brief schreibt (http://useventing.com/aboutus.php?id=1422 ) und würde mich sehr freuen, wenn Sie diese Diskussion aufgreifen und nach Deutschland bringen würden.
In unserem Sport muss sich etwas verändern, und das Erste ist, solche schlimmen Sachen nicht mehr unter den Teppich zu kehren und irgendwem (Pferd, Reiter, falschen Tritt, Wetterbedingungen, fehlende Vorbereitung) die Schuld zu geben, sondern sich damit auseinanderzusetzen, um Lösungen zu finden. Mein Wunsch wäre es, dass die Geländekurse in Zukunft mehr an die Gegebenheiten von Pferd und Reiter angepasst werden und dann vielleicht sogar mal ein "falscher Tritt" ohne Folgen bleibt.
Alexa Bendfeldt
...und wieder hat der Vielseitigkeitssport einen schweren Dämpfer bekommen. Gut dass die letzten schweren Stürze eine Sicherheitsdiskussion ausgelöst haben, das ist meines Erachtens längst überfällig gewesen. Sicherlich werden die höheren Anforderungen an den Parcoursbauer und Veranstalter einige Vereine davon abhalten, neue Strecken zu konzipieren. Trotzdem ist die Qualifizierung von Parcourschef und Richter in Bezug auf die Sicherheit der Strecke unabdingbar. Ich hoffe das Darren Chiacchia wieder vollkommen gesund wird und wünsche ihm von hier aus alles Gute.
Gabi Appelt
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