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Chancengleichheit beim Bundeschampionat ?

Diese Woche Mittwoch starten die Prüfungen der DKB Bundeschampionate in Warendorf. Die generelle und oft wiederholte Aussage, dass kein Reiter seine Pferde auf dem DOKR Geländeplatz in den Wochen vor den Bundeschampionaten trainieren darf, kann leider einfach wiederlegt werden.

Regelmäßig und auch noch in diesen Tagen posten Kaderreiter von ihren toll gelungenen Trainingseinheiten bei Facebook und anderen sozialen Medien und setzen Bilder und Videos online, die eindeutig auf dem Geländeplatz des DOKR entstanden sind. Auch zu den Bundeskaderlehrgängen aller Altersklassen dürfen immer zusätzlich 5 und 6 jährige Pferde mitgebracht werden, die auf dem Platz ihre Trainingseinheiten absolvieren.

Schon 2009 thematisierte Herr Dr. Nahr diese Problematik bei buschreiter.de.

Auch wenn die Kaderreiter diese Trainingsmöglichkeit immer wieder abstreiten, so existieren mittlerweile genügend Videos und Fotos in den Sozialen Medien, die das Gegenteil beweisen.

Die Frage ist nur: Warum gibt es nicht 1-2 Tage, an denen alle Reiter mit ihren qualifizierten Pferden nach Warendorf reisen dürfen, um eine Trainingseinheit auf diesem Geländeplatz zu absolvieren?

Dies würde auch einem Amateur ermöglichen, unter denselben Bedingungen das talentierte Nachwuchspferd in Warendorf an den Start zu bringen, wie es Kadermitgliedern möglich gemacht wird. Es wäre ein erster kleiner Schritt zur Chancengleichheit.

 

In diesen Tagen wurde nun auch die Zeiteinteilung für die DKB Bundeschampionate in Warendorf veröffentlicht. Ausschnittweise sind hier die Prüfungen der Vielseitigkeitspferde abgebildet. Die gesamte Zeiteinteilung können Sie hier einsehen.

 Donnerstag, 01.09.16

bucha do

 Freitag, 02.09.16

bucha-fr

Sonntag, 04.09.16

bucha so

Richterschlüssel

richter bucha

Was ist an dieser Zeiteinteilung unüblich und möglicherweise sogar Besorgnis erregend?

In den Prüfungen der Vielseitigkeitspferde und –ponys ist jeweils ein Berater neben der amtierenden Richtergruppe eingesetzt: Die amtierenden Bundestrainer Melzer und Lutter (Ponys). In den Finalprüfungen ist Herr Melzer dann ebenfalls zusätzlich als Kommentator eingeteilt. Zunächst einmal bemerkt, die Berater-Funktion scheint nur bei den Vielseitigkeitsprüfungen notwendig zu sein, in den Reitpferde-, Dressur- und Springprüfungen gibt es keinen Berater. Da stellt sich die Frage, ob Richter, die beispielsweise bei Turnieren wie der 4* Prüfung in Badminton im Amt sind, nicht in der Lage sein sollen, eine Geländepferdeprüfung der Klasse A, L und im Finale M zu richten und deshalb einen Berater benötigen?

Bei einem Blick in die LPO wird klar, dass diese eine Beraterfunktion am Richtertisch nicht vorsieht. §54 der LPO charakterisiert den Richter als „Sachverständigen“- was einen Berater dieses Fachpersonals augenscheinlich überflüssig macht.

Auch regelt die LPO in §56.2 Ziff. 6 folgendes:

d03376c8-fadd-4c1b-8288-c4da66d7d57c

Werfen wir nun einen Blick in die Nennungslisten, wird klar, dass Fritz Lutter und Hans Melzer die Richter in einer LP mit beurteilendem Richten beraten, in denen ihre Reitschüler aus den Bundeskadern an den Start gehen. Nennungsliste DKB Bundeschampionate 2016

Man braucht kein Jurist zu sein, um zu erkennen, dass der Einsatz der Bundestrainer der Besorgnis der Befangenheit unterliegt und somit in Funktion als Richter nicht möglich wäre,- bei analoger Anwendung der Bestimmungen der LPO würde dies auch auf einen „Berater“ zutreffen.

Es entsteht der Eindruck, dass dieser „Berater“ eine Alibifunktion ist, die die Bestimmungen der LPO umgehen soll.

Noch brisanter macht es der Bericht vom Bundeschampionat 2014 aus dem Hause der FN: „Melzer (..) vergab mit seinen Richterkollegen (..) die 8.8.“

Die Schlussfolgerung: In den Vielseitigkeitsprüfungen ist jeweils ein Berater und Kommentator auf dem Richterturm des DOKR‘s, der mit seinen Richterkollegen die Wertnoten vergibt, aber bei einer Vielzahl von Starterpaaren befangen ist.