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"Das kann mir keiner mehr nehmen"

VON WOLF-DIETRICH NAHR

"Ein Traum ist in Erfüllung gegangen, das kann mir keiner mehr nehmen." Hans-Heinrich Held war nach seiner ausgezeichneten Geländerunde mit dem 11-jährigen Salino beim Vier-Sterne-Klassiker in Burghley im buschreiter.de-Interview am Samstag überglücklich. Der Berufsreiter aus Bayern hat sich in einem Weltklasse-Feld hervorragend geschlagen und liegt — wie Peter Thomsen mit The Ghost of Hamish — nach Dressur und Gelände sehr gut im Rennen (Fotos Julia Rau, Carsten Roehnert, Wolf-Dietrich Nahr).

"Er ist traumhaft gegangen und war nie in Schwierigkeiten", war die erste Reaktion Helds nach dem Burghley-Cross. "Mit Tränen in den Augen" stand er mit seinem Pferd in der Startbox, des Traditionsturniers, das viele in ihrer Karriere anstreben und letztlich nur wenige Weltklasse-Eventer erreichen. "Unheimlich erhebend" sei es für ihn gewesen, diese Geländestrecke vor 200 000 Zuschauern in Angriff zu nehmen, sagte Hans-Heinrich Held im buschreiter-Interview. Doch die Publikumsmassen traten nach dem Start sehr schnell in den Hintergrund der Wahrnehmung: "Man ist sehr konzentriert, sieht eigentlich nicht viel." Auf das Paar wartete ein Mark-Phillips-Kurs, der den Pferden viel Springvermögen abverlangte und eher weniger technische Anforderungen an die Paare stellte, meinte der Burghley-Neuling aus Deutschland. Während Salino mit Rennbahn und Vier-Sterne-Cross offenbar in keiner Hinsicht Probleme hatte, musste der Reiter gegen Ende des Cross nach eigener Aussage doch etwas durchatmen. "Zum Schluss bin ich nur noch ins Ziel gekantert", berichtete der Jockey. Das Kantern muss dennoch ganz schön schnell gewesen sein: Das Paar fügte dem Dressurergebnis von 67.6 (39. Platz auf dem Viereck) lediglich 7.2 Zeitfehler hinzu. Damit lieferten Held und Salino eine Zeit ab, die nur noch ein knappes Dutzend Paare unterbot. Platz 22 bei 49 Paaren in der Wertung nach dem Gelände lautete die Zwischenbilanz. Hans-Heinrich Held ist zuversichtlich, dass Salino die Q-Strecke gut überstanden hat und hoffentlich bei der Verfassung am Sonntag das "passed" erhält. "Kein Rumpler, nichts", sagte der Reiter, der sich schwärmerisch über die Bodenverhältnisse äußerte. Die Rennbahn: "Auf einem Golfplatz, wir sind sogar über die Greens geritten." Das Cross: "Feinster englischer Rasen." Nach den ersten beiden Teildisziplinen steht der Bayer sogar besser da als EM-Reservist Peter Thomsen, dessen The Ghoist of Hamish mit einer Dressurnote von 68.7 unter seinen Möglichkeiten geblieben war. Zeitfehler auf der Rennbahn und im Cross addierten sich mit dem Viereckergebnis zu 81.1, was den 27. Platz vor dem abschließenden Springen bedeutete. Overnight-Leader mit dem Dressurergebnis von 42.4 ist William Fox-Pitt im Sattel von Ballincoola. Andrew Hoy liegt mit Mr. Pracatan und Master Monarch auf den traumhaften Plätzen 3 und 6.

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