Frank Ostholt/WM-Nominierung
Hat der Steher von Breda Folgen?
VON WOLF-DIETRICH NAHR
Die abschließende Formüberprüfung des bereits für die Weltmeisterschaft nominierten Paares Frank Ostholt/Mr. Medicott beim CIC*** in Breda verlief nicht wunschgemäß: Die Mannschaftsolympiasieger mussten eine Verweigerung im Cross einstecken.
Ob dieser Vorbeiläufer eine Auswirkung auf den WM-Einsatz in Kentucky hat, war am Dienstag nicht zu klären. Am Abend gelang es der Redaktion von buschreiter.de nicht mehr, Bundestrainer Hans Melzer und den DOKR-Vielseitigkeits-Ausschuss-Vorsitzenden Holger Heigel zu erreichen.
Ostholt und Mr. Medicott hatten in Breda nach Dressur und Springen an 2. Stelle gelegen. Die "Formüberprüfung" hatte Bundestrainer Melzer dem WM-Kandidaten nahegelegt, nachdem Mr. Medicott bei der letzten Sichtung für die Weltreiterspiele in Schenefeld Ende August am Wasserkomplex gestürzt und ausgeschieden war.
"Eher eine Standardabfrage"
Im Bredaer Cross sei Mr. Medicott regelrecht angriffslustig gewesen; von besonderer Vorsicht wegen des Vorfalls in Schenefeld sei nichts zu spüren gewesen, berichtet Frank Ostholt auf seiner Website. Am Sprung 22, einem schmalen Element nach dem ersten Wasser, sei das Pferd aber vorbeigelaufen: „Cave hat mir wie gewohnt ein super Gefühl im Gelände gegeben, und wir waren schnell und sicher unterwegs. Das schmale Element, an dem er vorbeilief, war noch nicht einmal besonders schwer, eher eine Standardabfrage. Deshalb kann ich mir das nur damit erklären, dass er sich kurz vor dem Sprung ein Hufeisen abgetreten hat und etwas aus dem Gleichgewicht oder Rhythmus kam – nach dem Gelände stellten wir nämlich fest, dass ein Eisen fehlt."
Saumur, Aachen
Unter dem Strich bedeutete der Steher, dass das Paar auf Platz 19 des CIC*** abrutschte. Ostholt und Mr. Medicott waren in Schenefeld etwas überraschend anderen Paaren der Longlist vorgezogen worden. Mr. Medicott hatte 2009 eine lange Verletzungspause und kam dann mit dem CCI***-Sieg im Frühjahr in Saumur zurück. Nach dem bemerkenswerten Turniererfolg folgte eine lange Pause bis zum Nationenpreis-Event in Aachen, wo sich die Bundestrainer dazu entschieden, das Paar nicht ins Team zu nehmen. Dort reichte es "nur" zu Platz 20.
"Sensationell" - in Hongkong
Nach der Nomierung in Schenefeld musste Bundestrainer Melzer zur Begründung etwas in die jüngere Vielseitigkeits-Erfolggeschichte zurückgreifen: Er erinnerte daran, dass der Championatsgewinner in Hongkong 2008 "sensationell" gewesen sei. "Das Pferd kann eine Vier-Sterne mit dem Dressurergebnis beenden", sagte der Bundestrainer in Schenefeld. Zudem sei Frank Ostholt ein "Super-Championatsreiter". Nach einer "extra langen" Verletzungspause sei Mr. Medicott nun "kerngesund" zurückgekommen und könne gezielt eingesetzt werden, ohne viele Prüfungen laufen zu müssen, argumentierte Melzer. Der Coach räumte damals auf Nachfrage aber auch ein, dass Mr. Medicott Ende der Saison 2008 in Pau die letzte Vier-Sterne-Prüfung gegangen sei (3. Platz).
Rüder steht bereit
In Gesprächen mit mehreren WM-Reitern gab es bis Dienstag keine Anzeichen dafür, dass an der Nominierungsentscheidung nun etwas geändert wird. Der erste Reservereiter Kai Rüder erklärte am Dienstag auf Anfrage von buschreiter.de, er stehe mit Leprince des Bois nach wie vor bereit, um einzuspringen, falls er von den Bundestrainern oder vom Ausschuss gerufen werde. Bis jetzt ist nicht vorgesehen, dass Rüder mit dem Hengst in das abschließende Trainingslager in Bonn-Rodderberg mit einzieht.
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Nominierung in Schenefeld
CIC*** Breda
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