Buschreiter.de — aktuell: DM Bonn-Rodderberg/EM-Nominierung

EM-Reiter in Top-Form

AUS BONN BERICHTET WOLF-DIETRICH NAHR (Text und Fotos)

Das Formhoch der deutschen Top-Reiter hält an: Bei der Deutschen Meisterschaft in Bonn-Rodderberg im Rahmen eines CIC*** zeigten sich alle potenziellen EM-Reiter und -Pferde in ausgezeichneter Verfassung. Die sechs an die Spitze der Longlist gesetzten Paare haben das Blenheim-Ticket in der Tasche. In einem hochspannenden Finale beim Springen am Sonntag machten die drei Olympiareiter Frank Ostholt/Air Jordan (Gold), Hinrich Romeike/Marius Logistik-Voigt (Silber) und Andreas Dibowski/FRH Serve Well (Bronze) das nationale Championat unter sich aus. Sechs Bilderbücher anschauen+++Ergebnisse

"Im letzten Jahr hatten wir hier Athen-Temperaturen und heuer war das Wetter englisch", sagte Bundestrainer Hans Melzer vielsagend und fügte noch deutlicher hinzu: "Ich hoffe , dass uns der Rodderberg den Schub gibt, den wir für Blenheim brauchen." Melzer zog am Sonntag vor Medienvertretern eine ausgesprochen positive Bilanz: Die sechs Shortlist-Paare hätten in Bonn gezeigt, dass sie momentan "in einer anderen Liga" reiten. Er lobte Routine und Fitness in Dressur und Gelände; regelrecht begeistert war er von den rhythmischen Auftritten der Eventer im Parcours: "Es hat kein einziges müdes Pferd gegeben." Was den Coach mächtig beruhigt: "Ein Kontingent, in dem alle vier Sterne geritten sind, das hat es lange nicht gegeben." Außerdem war auf dem Vulkan an den nur zwei Turniertagen der Teamgeist, der sich vor und nach Athen stark ausgeprägt hat, deutlich zu spüren. Äußeres Zeichen: Die aufmunternden und freundlichen Gesten im "Begegnungsverkehr" am Einlass für das abschließende Springen, das die drei Medaillengewinner nervenstark jeweils mit Nullrunden absolvierten. Andreas Dibowski versicherte glaubhaft, dass er über die knapp verpasste Deutsche Meisterschaft keinesfalls enttäuscht war: "Das war für mich eines der erfolgreichsten Turniere überhaupt, ich habe keinen Grund unzufrieden zu sein, alle drei Pferde sind hoch platziert und gingen phantastisch." Leons Butt absolvierte seine erste Drei-Sterne-Prüfung. Der Achtjährige siegte in der gesonderten Derby-Dynamic-Cup-Wertung für junge Pferde und belegte im Gesamtklassement Platz 7. Das WM-Pferd von 2002, Leonas Dancer, präsentierte sich nach achtwöchiger Verletzungspause in glänzender Form und schloss den Event mit Platz 4 ab. FRH Serve Well, Dibos Nummer 1 für Blenheim, trug dem Berufsreiter den Bronze-Platz ein, wobei bereits je ein Abwurf von Ostholts Air Jordan oder Romeikes Marius für ihn Gold bedeutet hätte. In seltener Klarheit übte Andreas Dibowski Kritik an der Dressurbewertung für die Stute: Er sei "enttäuscht" gewesen, dass nach dem Auftritt auf dem Viereck keine Drei vor dem Ergebnis gestanden sei, sagte er und ließ es aber nicht an Respekt vor den Richtern fehlen. Dressur sei nun einmal "Auslegungssache"; die Rangierung sei "okay" gewesen, wenn auch leider mit großem Abstand nach vorne. Und das waren auf die Dressursiegerin Ingrid Klimke und Sleep Late schließlich fast zehn Punkte gewesen.Hier geht es weiter!!!

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