Buschreiter.de aktuell: EM 2005 Blenheim
Auf dem Treppchen und in der ersten Liga
AUS BLENHEIM BERICHTEN JULIA RAU (FOTOS) UND WOLF-DIETRICH NAHR (TEXT, REDAKTION)
Die deutschen Vielseitigkeitsreiter kehren mit Doppelbronze für das Team und die zweifache Olympiareiterin Ingrid Klimke und Sleep Late heim und sie haben eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass sie sich seit der "Zeitenwende" 2000 und vor allem nach Olympia 2004 fest in der Premier League des internationalen Sports etabliert haben. Das enthusiastische britische Publikum feierte Doppelgold seiner Eventer und den Triumph ihres Lieblings, der 24 Jahre alten Zara Phillips mit Toytown. Die Eventing-Szene sieht eine wahre Europameisterin, denn die Tochter hochkarätiger Vielseitigkeitseltern ist tatsächlich global eines der größten jungen Talente überhaupt. Blenheim-Startseite, Ergebnisse, Bilder
Den schwarz-rot-goldenen Buschreitern ist im Park des Duke of Marlborough etwa eine Autostunde von London entfernt nach 1999 (EM-Mannschaftssilber in Luhmühlen) und 2001 (Vizeeuropameisterin Inken Johannsen mit Brillante in Pau) wieder der erste internationale Medaillenerfolg gelungen. Bundestrainer Hans Melzer ließ sich nach dem Cross-Samstag nur durch Nachfrage die Aussage entlocken: "Wir sind ein starkes Team, ich glaube schon, dass wir in der ersten Liga mitspielen können." Bettina Hoy unterstrich am Sonntag im buschreiter-Interview unmissverständlich: "Wir wollten hier zeigen, dass die Leistung in
Athen keine Ausnahme war, und das ist uns auf der ganzen Linie gelungen. Als Mannschaft haben wir eine tolle Leistung gezeigt." Deutschlands erfolgreichste Amazone zog die Bilanz, obwohl ihr die Enttäuschung über ein verpasstes noch besseres Gesamtresultat nach der Siegerehrung ins Gesicht geschrieben stand. Bettina Hoy personifizierte wieder einmal die überragende sportliche Leistung und unsägliches Pech zum völlig verkehrten Zeitpunkt. Erst legte die Reiterin mit dem irischen Schimmelwallach Ringwood Cockatoo auf dem Viereck mit wunderbaren 31.3 den Grundstock für den Dressursieg des deutschen Teams (Frank Ostholt/Air Jordan, Hinrich Romeike/Marius Voigt-Logistik und Anna Warnecke/Twinkle Bee). Da könnte man abergläubisch werden: Es passierte an Hindernis 13, Camerons Cottage, einem etwas kniffelig schräg bergab zu springenden Häuschen, eines der leichtesten Obstacles des 5910 Meter langen Geländes. Ringwood Cockatoo tat, was er über ein Jahr schon nicht mehr gemacht hatte: Er zog urplötzlich an dem Hindernis im Cross die Notbremse. "Ich bin mit keiner Schuld bewusst, ich würde wieder so reiten", sagte Bettina Hoy. Distanz, Tempo und Rhythmus waren in Ordnung, sagte die Amazone im buschreiter-Gespräch. Sie kann sich die Verweigerung nur damit erklären, dass das Pferd nicht mit so viel Selbstvertrauen ins Gelände gestartet war. "Ich musste mehr arbeiten als sonst", so Bettina Hoy, die den Schimmel immer richtig energisch und nicht selten mit Stimmenunterstützung durch die Q-Strecke pilotiert.Hier klicken! Hier klicken!
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