Buschreiter.de — aktuell: Bialy Bor, Bielefeld, Dijon, Steinsee, Macon Laize

Lesch und Rüder im Rennen

Nach der erfolgreichen Olympia-Qualifikation von Ingrid Klimkes Sleep Late in Saumur erfüllen praktisch in letzter Minute zwei weitere mögliche Athen-Kandidaten die formalen Voraussetzungen für einen Start unter den fünf Ringen: Elmar Lesch und Kai Rüder.

Die beiden Berufsreiter aus dem Norden beendeten die lange Drei-Sterne-Prüfung im polnischen Bialy Bor mit hindernisfehlerfreien Geländerunden von Herakles TSF (4.) und Kyneally Bay (2., Archivfoto Julia Rau). Die Fans werden nun Kyneally Bay und Herakles bei der Deutschen Meisterschaft in Bonn-Rodderberg wiedersehen. Nach dem CIC*** auf dem Vulkankegel wird sich entscheiden, ob die beiden Paare den Sprung auf die Olympia-Longlist schaffen oder nicht.

Einen wichtigen Vorbehalt gibt es allerdings noch für Elmar Lesch und Herakles: Außer der CCI***-Wertung in Bialy Bor benötigt das Paar noch eine Wertung in einer Drei-Sterne-Kurzprüfung, bei der nach Angaben von Elmar Lesch verschiedene Bedingungen erfüllt sein müssen: 50 Prozent der geforderten Dressurleistung, nicht mehr als eine Verweigerung im Cross, nicht mehr als 90 Sekunden über der Bestzeit und ein Parcours mit nicht mehr als vier Abwürfen. Der beendete CIC*** in Marbach zählt nicht, weil Elmar Lesch auf dem Weg zum Ziel aus dem Sattel von Herakles gekommen war.

"Das Pferd gibt mir ein sehr gutes Gefühl", hatte Elmar Lesch den Schimmel vor der Fahrt nach Bialy Bor charakterisiert. Auf dem typischen Wolfgang-Feld-Kurs mit mächtigen, Achtung gebietenden Hindernissen, aber auch mit technischen Efforts habe Herakles seine tolle Einstellung zum Sport, seine beeindruckende Leistungsbereitschaft unter Beweis gestellt, berichtete Elmar Lesch im buschreiter.de-Interview. "Er will immer alles richtig machen", so der Reiter über den Schimmel, den Lesch aus dem "Pool" von Andreas Dibowski übernommen hat. Der Berufsreiter aus Bavendorf bedauert es, dass der Event etwa 200 Kilometer von der deutsch-polnischen Grenze entfernt nicht mehr Resonanz bei den Reitern gefunden hat. Die sehr gute Turnier-Infrastruktur in herrlicher Landschaft mache Bialy Bor zu einer attraktiven internationalen Prüfung, so Lesch. Er sieht eine mögliche Hemmschwelle für manchen Eventer im Grenzübertritt nach Polen. Doch die Formalitäten an der EU-Binnengrenze seien eine Minutensache gewesen, berichtete er. So wie Elmar Lesch rechnet sich auch Kai Rüder noch Chancen für eine Olympia-Teilnahme aus. Man erinnert sich: Kyneally Bay war Kai Rüders "Ersatzpferd" für Sydney gewesen. Doch die Reise nach Australien trat er damals mit Butscher an. Kyneally Bay ist erst 11-jährig und damit im besten Alter für ein internationales Championat.

Peter Thomsen ritt Lost of Words auf den 3. Platz. Der Sieg ging an Hans-Heinrich Held (Archivfoto Julia Rau) aus Massenhausen bei Muenchen im Sattel von Salino. Für den Berufsreiter Hans-Heinrich Held ist der Sieg beim Drei-Sterne-CCI in Bialy Bor der größte Erfolg seiner reitsportlichen Karriere. Über Salino sagt er: "Das ist der beste, den ich je hatte". Das Pferd verfüge über unglaubliche Reserven. Nach den erfolgreichen ersten Einsätzen in S im vergangenen Jahr hatte sich Hans-Heinrich Held für dieses Jahr "einiges vorgenommen" und diesen Vorsatz nun eindrucksvoll eingelöst. Hans-Heinrich Held konnte nicht ohne weiteres damit rechnen, mit dem Vierbeiner im großen Vielseitigkeitssport Fuß zu fassen, denn Salino kam eigentlich als "verschenktes Wald- und Wiesenpferd" in den Stall, und er sollte nur zum Ausreiten sicher gemacht werden. Das war mit dem damals sechsjährigen "aufgedrehten wilden Hund" gar nicht so einfach, es war aber auch genau der Typ Pferd, den Hans-Heinrich Held mag. Großzügig überließ Besitzer Fritz Weimer dann Salino seinem Ausbilder und verfolgt nun begeistert die Turnierkarriere seines Pferdes. "Ein Glück", für das Salinos Reiter sehr dankbar ist. Wie geht die Erfolgsgeschichte weiter? Das Held-Porträt
Im Cross ebenfalls "sauber" blieben die österreichische Eventer Andreas Zehrer/Rämmi Dämmi (6.) und Harald Riedl/Foxy xx, während der aus Bayern stammende und inzwischen für Österreich startende Christoph Heiden sein Punktekonto mit 65 Zählern im Cross belastete und an Platz 10 noch in der Wertung war. Nur 11 Paare stellten sich dem CCI***-Kurs des amtierenden Burghley-Designers Wolfgang Feld. In der Drei-Sterne-Kurzprüfung waren es sogar nur sieben Reiter. Die fünf Paare in der Wertung führte Peter Thomsen mit The Ghost of Hamish an. Platz 2 und 4 erritt der Pole Artur Spo_owicz mit Wag und Menuet. Kai Rüder war mit Hallifax (3.) auch in der Kurzprüfung vorne mit dabei. "Null" im Gelände blieb auch die Österreicherin Margit Appelt/Ice on Fire (5.). Unsanft trennten sich Adam Liedermann und Andreas Riedl im Gelände von ihren Vierbeinern True Lies H.H. und Piccolini. Beide Eventer stellten danach ihre Ritte ein. In Bialy Bor gab es auch noch eine Zwei-Sterne-Kurzprüfung. Der Sieg ging zwar an den Polen Kamil Rajnert/Moda Dama, aber unter den ersten Zehn waren immerhin sechs Deutsche: Elmar Lesch ritt Count Down auf den 4. und Ruprecht auf den 7. Platz, Dr. Kirsten Thomsen übernahm mit Kirschblüte die Rolle des Runner Up, Frauke Schell wurde mit Fenek 3., Anna-Katharina Redlbacher freute sich im Sattel von Classic Gold II über den 8. Platz und war mit Freeman noch in der Wertung, Constanze Nagel sicherte sich mit Min Max den 9. Platz. Internationale Vielseitigkeit gab es an diesem Wochenende außerdem in Bielefeld, wo im CIC** die Schleifen in Gold, Silber und Bronze an folgende Paare gingen: Regina Brunner/Tip Top, Anna Junkmann/Cancun und Dirk Schrade/Unice. Eine CIC*-Abteilung gewann Eva Christin Putz mit Altefeld`s Rob Roy, während die andere an Maike Schonart/Samera ging: Ergebnisse CIC**, CIC*/1, CIC*/2. Der CIC* im französische Dijon sah nur eine deutsche Teilnehmerin: Nele Hagener, Olympiareiterin in Sydney, war mit Rondo an 23. Stelle bei 29 Paaren in der Wertung. Siegreich war der amtierende Europameister Nicolas Touzaint/Joker d´Helby. Ergebnisse

Der CIC* im bayerischen Steinsee sah Andreas Schmitt mit Albert als Sieger, gefolgt von Marie Kriegisch/Schnelle Socke und Jürgen Blum/Grand. Ergebnisse im Detail

Mit großem Aufgebot fuhren die deutschen Ponyvielseitigkeitsreiter zum internationalen Ponyturnier in Macon Laize/Frankreich — mit Erfolg: In der Zwei-Sterne-Kurzprüfung (CICP**) siegte Johanna Dörner (Bocholt) mit Wild West Charly vor Melina Lamp (Schönberg) mit Desperado. An vierter Stelle konnte sich Julia Krajewski (Nordhorn) mit Rising Star behaupten, Fünfte wurde Franca Lüdeke (Bonn) mit Hillery. In der Ein-Stern-Prüfung verpasste Nikola von Spieß (Warendorf) mit Masarati wegen eines Springfehlers nur knapp den Sieg und wurde Zweite.

Buschreiter-Übersicht

Termin-Startseite
Buschreiter-Shop
Pferdemarkt
Pferde und Reiter

© Verlag Nahr, D-93047 Regensburg/Germany, Weintingergasse 4

Werben in buschreiter.de?

E-Mail
verlag-nahr@buschreiter.de