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Trainingsoffensive in Bayern Richtiger Kick zum Saisonstart und Lockangebot für Neulinge VON WOLF-DIETRICH NAHR Am Beginn der grünen Saison im Freistaat Bayern gibt es zum ersten Mal ein landesweit koordiniertes Programm von Trainingstagen, bei denen Reiter und Pferde von namhaften Ausbildern eine sachkundige Anleitung zum sicheren Reiten im Gelände bekommen können. Die Gruppe der Organisatoren bewegt auch die Sorge, dass der Buschreiterei zumindest in Bayern der Nachwuchs ausgehen könnte. Die Väter des Bayern-Programms haben zwölf Örtlichkeiten, ziemlich gleichmäßig verteilt auf den ganzen Freistaat, ausgewählt und mit namhaften Ausbilder über zwei Dutzend Trainingstage von März bis Mai angesetzt. Olympiareiter und Event-Profis Die Liste der Trainer liest sch wie das Who is Who der Vielseitigkeitsreiterin in Bayern: Darunter sind der vormalige Mannschafts-Olympiasieger Dr. Matthias Baumann, Burghley-Reiter Hans-Heinrich Held, der Mannschafts-Europameister der Ländlichen, Turnierrichter und Event-Organisationsberater in Schwaiganger, Bruno Six, der Drei-Sterne- und Nationenpreis-Reiter Alfred Bierlein, der vormalige Olympiareiter und dreifache Deutsche Meister Bodo Battenberg, die ehemalige EM-Reiterin Miriam Bray, die Alt-Internationalen Dr. Norbert Kriegisch und Dieter Hesselbach. Letzterer steht als Richter und Parcourschef mitten in der Turnierpraxis. Kriegisch organisiert in Giesenbach vor den Toren Münchens ein Vielseitigkeitsturnier, das 2009 erstmals international sein wird. Schulungs-Schub für Neulinge Hinter den vereinigten Trainingstagen stehen der Landestrainer der Junioren und Jungen Reiter, Johannes Grupen, Bruno Six und der Kaderreiter Martin Drescher. Die Idee ist aus mehreren Überlegungen geboren. Einmal möchten die Initiatoren gleich zu Saisonbeginn bei den Eventern für eine ausreichende Routine beim Reiten über feste Hindernisse sorgen. Martin Drescher: "Die Teilnehmer werden einfach viel fitter in die Saison starten." Die passenden Stollen? Zudem beobachten die alten Hasen auf den Turnierplätzen gelegentlich eine bemerkenswerte Unkenntnis über das richtige Pferde-Management beim Event und selbst in Bezug auf die richtige Ausrüstung. "Das geht schon bei den passenden Stollen oder Gamaschen los, man sieht hin und wieder ein recht wildes Treiben", so Martin Drescher. Die Profi-Anleitung soll den Reitern das nötige Wissen vermitteln. "Mehr junge begeistern" Schließlich registrieren die Alteingesessenen einen für sie alarmierenden Mangel an Nachwuchs in der Buschszene. Drescher: "Wir möchten mehr Junge für den Sport begeistern." Vielleicht gelingt es ja, den einen oder anderen aus der Dressur- oder Springsparte, zu einem Ausflug in die Vielseitigkeit zu animieren. Martin Drescher spitzt es so zu: "Der Sport ist ja fast schon vergreist, die Jugend fehlt." Aus bayerischer Sicht gibt es ein ziemlich alarmierendes Zeichen aus dem Spitzensport: Ende der 90er Jahre standen sieben Eventer aus dem weißblauen Freistaat im Bundeskader; jetzt sind es mit Alfred Bierlein, Robert Sirch und Martin Drescher nur noch drei. CDV erstattet Teilnehmergebühren Der Club Deutscher Vielseitigkeitsreiter findet die Aktion im Süden jedenfalls förderungswürdig. Die neue CDV-Vorsitzende Nicole Sollorz hat Martin Drescher zugesagt, dass CDV-Mitglieder bei der Teilnahme an den Trainingseinheiten (Pauschalpreis 25 Euro) bis zu einem Drittel ihres Jahresbeitrages vom Club zurückbekommen können. buschreiter.de hat alle Trainingsdaten auf einer Sonderseite zusammengestellt. Weitere Informationen und Termine werden jeweils aktualisiert: Hier geht es zum Trainingsprogramm! Ihre Meinung zum Thema?/Kontakt zur Redaktion
Lesermeinungen Kehrseite: Termine für Berufstätige schwierig Als ich den Artikel las, habe ich mich gefreut, dass nun auch in Bayern dieses Thema endlich angekommen ist. Als aus dem Norden Deutschlands stammende und seit einigen Jahren in Franken lebende Reiterin habe ich derartige Angebote, wie Sie bereits seit vielen Jahren in Norddeutschland normal sind, sehr vermisst. Noch heute fahre ich, wenn es die Zeit erlaubt, nach Luhmühlen zum Vielseitigkeitslehrgang. Deshalb war ich um so erfreuter, dass sich namhafte Vielseitigkeitsreiter und Ausbilder für derartige Trainingstage zur Verfügung stellen. Gerade im Amateurbereich, um den es hier ja sicherlich hauptsächlich geht, ist man immer dankbar über Tipps und Anregungen eines erfahrenen Reiters. Und nun kommen wir zur Kehrseite dieser Trainingsoffensive: Alle angebotenen Termine sind unter der Woche, meistens Mittwochs. Da ich voll berufstätig bin (die Pferde möchten ja finanziert werden), heißt das für mich, entweder Urlaub zu nehmen - oder Trainingstage ade. Die Trainingsorte liegen auch nicht unmittelbar im Nürnberger Einzugsbereich, so dass ich Minimum eine Stunde fahren müsste. Vielleicht sollte man sich mal Gedanken machen, Trainingstage für die gewünschte Zielgruppe am Wochenende anzubieten? Wäre das nicht mal eine Idee? Nancy Manzke (Nürnberg) Ihre Meinung zum Thema?/Kontakt zur Redaktion
Hessen-Signal nach Bayern Die Diskussion kommt mir so bekannt vor. Die Unterfranken können gern auch zu uns nach Hessen kommen.Wir in Hessen machen ganz viel zum Schnuppern und für Wiedereinsteiger mit grossem Erfolg: 277 Geländestarts letztes Jahr in OF-Rumpenheim. Im März laufen schon zwei LG mit Peer Ahnert, organisiert vom KRB Offenbach und RFV Offenbach-Rumpenheim. IGV-Hessen macht Schnuppertage und viele LG. Breitenarbeit ist wichtig, damit für die Veranstalter die Nennungsergebnisse stimmen und es dann auch genügend Startmöglichkeiten gibt. Wenn dann ein paar Paare sich in Richtung der Sterne entwickeln, ist das prima, aber der zweite Schritt. Klingenden Trainernamen müssen es gar nicht sein, sondern TrainerInnen, die gut abholen können und die ersten Schritte sanft und geduldig begeleiten. Ich hätte gern eine AnsprechpartnerIn in Unterfranken für den Austausch und die Koordination. Zum Platz Hesselbach ist der schnelle Draht vorhanden. Aber die über 100 km sind natürlich fürs Training zu weit. Irene van Heemstra |
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