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Badminton 2007
Olympia ist das Ziel
VON WOLF-DIETRICH NAHR
Über Nacht wird Hinrich Romeike schon einmal darüber nachgedacht haben, ob der Badminton-Sieg mit Marius Voigt-Logistik möglich ist. Von Over-Night-Leader Lucinda Fredericks trennten ihn vor dem Springen exakt vier Punkte. Doch rein rechnerisch hätte Romeike der eine Abwurf der Australierin zum Gewinn der begehrten Trophäe doch nicht ganz gereicht: Bei Punktgleichheit hätte der geringere Abstand der Konkurrentin zur Optimum Time von zwölf Minuten und zehn Sekunden über den Sieg entschieden. Ohnehin verlief für den Wunderschimmel, eines der genialsten Geländepferde des globalen Vielseitigkeits-Zirkus', und Romeike der Parcours nicht ganz wie erhofft: Zwei Abwürfe des Paares kosteten drei Plätze und einige Tausend Pfund dazu. Ähnlich erging es dem weiteren Mannschaftsweltmeister Frank Ostholt, dessen Air Jordan auch zwei Mal an den bunten Stangen patzte. Platz 11 lautete das Endresultat. Mit dem Dressurergebnis von 49.4 beendete dagegen Peter Thomsen, der verhinderte Championatsreiter der vergangenen Jahre, den Top-Event und setzte sein persönliches Ziel um, die Top Ten in Badminton zu erreichen.
"Alles war perfekt, das Training, die Vorbereitung, das Turnier, das Pferd ist wirklich gut in Schuss, es hätte nicht besser laufen können", sagte Peter Thomsen am Sonntag im buschreiter-Interview. Thomsen und der 12-jährige The Ghost of Hamish beeindruckten durch einen überaus routiniert wirkenden, sehr selbstbewussten Ritt von Weltformat. Die Experten wunderten sich nur etwas, als das Paar über 20 Sekunden unter der Optimum Time ins Ziel gestürmt war. Peter Thomsen lieferte die kuriose Erklärung: "Bei sechseinhalb Minuten ist meine Uhr stehengeblieben und ich bin offensichtlich etwas zu schnell geritten, das war so nicht geplant." Aber The Ghost of Hamish steckte die flotte Runde auf kompakten Untergrund (siehe weitere Berichte) sehr gut weg und präsentierte sich am Morgen danach vor der Verfassung im Schatten des Badminton House durchaus frisch.
"Ganz vorne hinkommen"
Hinterher ließ der Eventer keine Zweifel, welche Perspektive er mit dem Fuchs hat: "Die Priorität ist eindeutig, ganz vorne hinzukommen", sagte er norddeutsch leicht unterkühlt. Sprich: The Ghost of Hamisch hat mit der Vier-Sterne-Platzierung auch die Qualifikation für Olympia 2008, und ein Start in Hongkong ist auch Thomsens Ziel. Der Weg dahin führt über die Europameisterschaft 2007, aber Peter Thomsen relativierte im Interview: "Rom ist für mich nur eine Zwischenstation." Der vielfache Championatsreiter, der die WM im eigenen Land als Zuschauer erlebt hat, will es einfach noch einmal wissen. "Wir haben im Moment das Glück, dass viele Top-Reiter für einen gesunden Wettbewerb sorgen. Da hat sich in den vergangenen Jahren viel bewegt." Der Auftritt in Badminton hat gezeigt, dass Peter Thomsen und The Ghost of Hamish zu den weltbesten Paaren im Buschsport zählen, denen man olympisches Format zutraut. Das gilt natürlich auch für die anderen deutschen Badminton-Starter.
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