Buschreiter.de — aktuell: Badminton 2006

Drei glänzten beim Klassiker

AUS BADMINTON BERICHTEN JULIA RAU (Fotos) UND WOLF-DIETRICH NAHR (Text)

Besser hätte der Start ins Weltmeisterschaftsjahr im eigenen Land nicht sein können: Die drei deutschen Top-Eventer lieferten beim Vier-Sterne-Klassiker eine praktisch makellose Leistung ab und schrieben so auch Vielseitigkeitsgeschichte: Nie zuvor glänzten deutsche Buschreiter in Badminton mit ähnlich guten Ergebnissen. Ingrid Klimke und der 15-jährige englische Vollblut-Schimmel Sleep Late konnten den 2. Platz auf dem heiligen Boden im Schlosspark des Duke of Beaufort wie einen historischen Sieg feiern. Zu den Bilderbüchern!!

Denn Andrew Hoy, derzeit der Welt bester Vielseitigkeitsreiter, war im Sattel des 15-jährigen Iren Moonfleet nicht zu schlagen: Nach Sieg und Platzierung am Wochenende davor im US-amerikanischen Lexington ließ er auch diesmal der Weltklasse-Konkurrenz keine Chance und fuhr um 52 000 Pfund reicher heim nach Gatcombe Park — denn für den 15. Platz mit Mr. Pracatan gab es immerhin ein Extra von 2000 Pfund. Ingrid Klimke und "Blue" hätte es auch nichts genutzt, wenn im Parcours diese eine Planke liegen geblieben wäre oder das Paar jene sieben Sekunden weniger zum Erreichen der Optimum Time von elf Minuten und 45 Sekunden gebraucht hätten. Der Abstand von Andrew Hoy, Moonfleet und deren Dressurergebnis von 36.5 war zu groß. Der dreifache australische Mannschafts-Olympiasieger hat damit zwei Drittel auf dem Weg zum legendären Rolex-Grand-Slam — dotiert mit 250 000 US-Dollar — zurückgelegt. Der letzte Streich wäre Burghley im Herbst. "Die sieben Sekunden habe ich echt verbummelt, aber ab Sprung 27 war ich auf Wolke 7, dafür habe ich etwas zum Nachdenken für Aachen", sagte Ingrid Klimke nach ihrem Badminton-Debüt im buschreiter-Interview. Rückblende: Die Amazone war schon einmal hier — als Touristin im Jahr 1995. "Das werde ich wohl nicht mehr erleben", sagte sie sich damals, nachdem sie gerade einen vorderen Platz bei der Ländlichen Europameisterschaft belegt und zum ersten Mal Luhmühlen absolviert hatte. An das Weltpferd Sleep Late, an Sydney war 1995 noch nicht zu denken gewesen. Und 2006 ist Ingrid Klimke mit dem Wunderschimmel Top of the World. "Jetzt kommt er ins beste Alter, so müssen wir ihn erhalten, so lange es geht, jetzt hat er die Erfahrung und die Routine, und er ist als Blüter leicht zu trainieren", sagte Ingrid Klimke am Samstag nach dem Cross. Naechste Seite!
Zu den Bilderbüchern!!

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