Buschreiter.de — aktuell: Bettina Hoy

"Ich mache auf jeden Fall weiter"

VON WOLF-DIETRICH NAHR

Bettina Hoy, Olympiasiegerin der Herzen von Athen, wird nach dem Tod ihres Top-Pferdes Woodsides Ashby ihre Karriere fortsetzen. Das erklärte die Reiterin am Dienstag früh in der ARD-Talksendung Beckmann — und sie verriet, dass sie gegenwärtig in Verhandlungen wegen eines neuen Championatspferdes steht (Archivfoto Julia Rau, die Reiterin mit Ringwood Cockatoo 2005 in Luhmuehlen).

"Ich mache auf jeden Fall weiter", sagte Bettina Hoy auf Beckmanns Frage, ob die Medaillenaberkennung und der Tod von Woodsides Ashby sie nun dazu veranlassen würden, ihre Karriere zu beenden. Die Reiterin bekannte, dass sie "bis vor einer Woche" tatsächlich kurz davor gestanden habe, ihren Rücktritt vom aktiven Sport zu erklären. Ein Seminar der Deutschen Sporthilfe in Berlin habe aber dazu geführt, diesen Schritt nicht zu tun. Thema der Tagung: Die Steigerung des Selbstvertrauens bei Athleten. "Wir Spitzensportler haben eine größere Verantwortung, der Öffentlichkeit zu zeigen, wie man mit Erfolg und mit Niederlagen umgeht — so wie ich das jetzt mache", sagte Bettina Hoy. Das Publikum erfuhr auch, dass Bettina Hoy nach diesem Seminar in Deutschland ein Pferd ausprobiert hat, das eventuell die Nachfolge von Woodsides Ashby (und Ringwood Cockatoo) als Championatspferd antreten könnte. "Wir verhandeln...", so Bettina Hoy vielsagend. In der Sendung beschrieb die Reiterin mit bewegenden Worten die letzten Sekunden vor dem vermutlichen Aortaabriss und dem tödlichen Zusammenbruch an Sprung 24 des CCI*** in Kreuth: Woodsides Ashby sei erst bei den letzten vier bis fünf Galoppsprüngen etwas langsamer geworden und sei dann unmittelbar vor dem Hindernis stehengeblieben. "Ich hatte ganz viel Glück im Unglück, drei Sekunden später hätte ich genauso sterben können. Er hat mir indirekt das Leben gerettet." Bettina Hoy erinnerte sich an viele schöne Momente mit Woodsides Ashby, vor allem an die Weltrekord-Dressur bei der WM 2002 in Jerez — und den Zwei-Sterne-Sieg beim Testturnier in Aachen, dort wo das Pferd eigentlich 2006 an den Start hätte gehen sollen. Wieder einmal trat Bettina Hoy als äußerst sympathische Botschafterin eines Sports auf, der lange mit einem schlechten Image und vielen Vorurteilen kämpfen musste — und kurioserweise erst durch die Medaillenaberkennung von Athen in das positive Licht gerückt worden ist, das er verdient. Bettina Hoys Auftritt in der Beckmann-Sendung hat sicherlich einem breiten Publikum vermittelt, was für viele die Vielseitigkeitsreiterei ausmacht: Die überaus enge Bindung des Reiters an den Partner Pferd, eine Beziehung voller Emotionalität und Fürsorge.

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